Vaihingen (am). „Hört ihr Leut’ und lasst euch sagen ….“ Obwohl schon längst keine Nachtwächter mehr in Vaihingen unterwegs sind, kennen viele diesen Ruf noch gut. Stündlich hatte der Nachtwächter, mit Spieß, Horn und Laterne versehen, seine Runde durch den Ort gedreht und dabei an festgelegten Stellen seinen Ruf erschallen lassen. In Vaihingen gab es zwölf Plätze, an denen die Nachtwächter Halt machen mussten, um die Stunde zu verkünden, die es geschlagen hatte. Nicht immer waren die Nachtwächter pflichtbewusst und machten es sich lieber in ihrer Wachstube gemütlich, als bei Wind und Wetter durch die Stadt zu patrouillieren. Findige Leute entwickelten Anfang des 19. Jahrhunderts Kontrolluhren, die es möglich machten, die Arbeit der Amtsdiener zu überwachen. Seit 1801 gibt es in Deutschland ortsfeste Nachtwächter-Kontrolluhren und 1855 brachte der Schwenninger Ratsschreiber Johannes Bürk die erste tragbare Nachtwächter-Kontrolluhr auf den Markt. Die Funktionsweise war einfach: In die Uhr steckte man die an den Kontrollstellen befestigten Markierschlüssel. Der hierbei erzeugte Einstich in einen Papierstreifen dokumentierte das Pflichtbewusstsein des Nachtwächters.
Bei Aufräum- und Putzaktionen im städtischen Museum Peterskirche in Vaihingen konnte ein Exemplar der Nachtwächter-Kontrolluhr von Johannes Bürk wiederentdeckt werden. Am Sonntag (3. Juli) kann sie im Museum besichtigt werden.
Das Museumsteam freut sich über viele Besucherinnen und Besuchern, die dann auch erfahren, wo noch Kontrollstellen in Vaihinger Altstadt zu entdecken sind. Das Museum ist am Sonntag ab 14 Uhr geöffnet.

