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Der Knie-Fall von Sinsheim

Großer Schiri-Frust: Der VfB bekommt beim 1:2 gegen die TSG Hoffenheim keinen Elfmeter nach einem Foul an Angelo Stiller.

  • Für Angelo Stiller war früh Feierabend.Foto: Baumann

    Für Angelo Stiller war früh Feierabend.Foto: Baumann

Sinsheim - Der Knie-Fall von Sinsheim ist eindeutig. Angelo Stiller steht im Wortsinn im Hoffenheimer Strafraum. Fest, mit dem Standbein. TSG-Innenverteidiger Ozan Kabak kommt – und es kommt zur Berührung. An Stillers Standbein. Knie an Knie. Kabak kommt aus der Bewegung. Stiller fällt. Und das ist der entscheidende Punkt beim Aufregerthema in der Sinsheimer Arena: Stiller stand vorher, und wer dann mit dem Knie in sein Knie rauscht, wenn auch nicht heftig, der begeht ein Foulspiel.

Allein: Es gab keinen Elfmeter für den VfB in der 25. Minute. Stiller, der sofort zu Boden gegangen war, musste neun Minuten später ausgewechselt werden. Die Schmerzen waren zu groß. Trainer Sebastian Hoeneß sprach hinterher in den Katakomben nach der 1:2-Niederlage von einem „Hämatom“ am Knie. Am Sonntag gab es dann die Bestätigung: Es handelt sich nur um eine Prellung. Dennoch wurde Hoeneß beim Blick auf die strittige, oder besser, unstrittige Szene deutlich. Denn nach Ansicht der Bilder konnte es hinterher nicht nur durch die weiß-rote Brille, sondern auch objektiv betrachtet keine zwei Meinungen mehr geben.

„Das ist für mich ein Elfmeter“, sagte Hoeneß: „Kabak läuft am Ball vorbei und ins Knie von Ange. Das muss vom Schiedsrichter mindestens angeschaut werden. Ihn da nicht rauszuschicken, da muss ich den Keller fragen, wo da hingeschaut wurde. Da wundere ich mich schon sehr, das hat mich sehr geärgert.“

Er habe sich noch auf der Bank die Szene in der Wiederholung angeschaut, sagte Hoeneß weiter: „Du siehst sofort, wie Angelos Knie wegschlackert, und es gibt keine Verzögerung zwischen Schlag und Schmerzempfinden. Er fällt und schreit sofort.“

Zur Irritation der VfB-Verantwortlichen schaltete sich der Videoschiedsrichter nicht ein. Obwohl Schiedsrichter Sven Jablonski laut Hoeneß’ Angaben auf der Pressekonferenz zugab, die Szene auf dem Platz nicht gesehen zu haben: „Dann hat er jemanden im Keller, der es für ihn sehen kann.“ Tatsächlich jedoch schienen Jablonskis Gesten unmittelbar nach der Szene eindeutig interpretierbar gewesen zu sein. Denn der Schiedsrichter machte auf dem Platz in Minute 25 vehemente Bewegungen mit Händen und Armen – sie gingen jeweils schnell über Kreuz. Gemeinhin ist das das klare Zeichen für: Da war nix, weiterspielen! Wenn man Jablonski also so gesehen hat, bekam man eher den Eindruck, dass der Referee die Szene sehr wohl gesehen hatte und sich sehr sicher gewesen sein muss, dass kein Foul vorlag. Umso unverständlicher ist es also, dass der VAR am Ende nicht eingriff.

Die Verwirrung war komplett, als der VAR Tobias Welz kurz vor der Pause den Unparteiischen dann doch an den Bildschirm bat. VfB-Mittelfeldspieler Yanik Spalt hatte den Ball im Stuttgarter Strafraum – zunächst ebenfalls ungeahndet – an den Arm bekommen. Zuvor aber hatte TSG-Stürmer Adam Hlozek die Kugel mit der Hand gespielt. „Bei dem Handspiel gab es überhaupt nichts zu interpretieren", sagte VfB-Sportvorstand Fabian Wohlgemuth über den Check, der am Ende korrekterweise einen Freistoß für den VfB brachte: „Da hat es mich gewundert, dass sich der VAR aus Köln in der einen Situation meldet – und in der anderen nicht. Da werden alle durcheinandergebracht.“

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