Neuer Trainer im Ellental
Neben einem neuen Stürmer hat das Eishockeyteam der Bietigheim Steelers auch einen neuen Trainer verpflichtet.
Der neue Übungsleiter kommt aus der ersten Liga
Von den Schwenninger Wild Wings aus der Penny-DEL wechselt der 54-jährige Kanadier Tim Kehler ins Ellental und übernimmt die Position des Headcoachs. In den vergangenen drei Jahren arbeitete Kehler am Neckarursprung an der Seite von Steve Walker als Assistenztrainer und erreichte in der abgelaufenen Spielzeit das Viertelfinale der Playoffs. Kehler ist ein in Deutschland bestens bekannter Coach und bringt jahrzehntelange Erfahrung aus Nordamerika und Europa mit ins Ellental. Auch die DEL 2 kennt er aus seiner Zeit in Frankfurt, Kassel und Ravensburg bestens.
Kehler begann seine Trainerlaufbahn Anfang der 2000er-Jahre in verschiedenen nordamerikanischen Juniorenligen. Dort machte er sich schnell einen Namen als Entwickler junger Talente. Für seine erfolgreiche Arbeit in der BCHL wurde er nach der Saison 2010/2011 sogar als „Trainer des Jahres“ ausgezeichnet. Seinen ersten großen Schritt nach Europa machte er in Ungarn. Beim Club Miskolci Jegesmedve JSE arbeitete Kehler als Cheftrainer und war zusätzlich im Trainerstab des ungarischen Eishockeyverbandes tätig. Dort betreute er die U20-Nationalmannschaft und unterstützte zudem die A-Nationalmannschaft als Assistenztrainer. In Deutschland sorgte Kehler vor allem bei den Löwen Frankfurt für Aufsehen. Unter seiner Führung gelang den Hessen in der Saison 2013/2014 der Aufstieg in die DEL 2. Besonders bemerkenswert war dabei eine Serie von 49 Siegen in Folge – ein außergewöhnlicher Rekord im deutschen Eishockey. Auch in der darauffolgenden DEL 2-Saison überzeugte Frankfurt und erreichte das Halbfinale der Playoffs. Dort schied die Mannschaft gegen Fischtown Pinguins Bremerhaven aus.
Nach zweieinhalb Jahren in der Mainmetropole sammelte er weitere internationale Erfahrung beim EC Red Bull Salzburg in Österreich, wo er als Assistenztrainer tätig war. Anschließend kehrte Kehler nach Deutschland zurück und schloss sich den Kassel Huskies in der DEL 2 an. Dort arbeitete er zunächst mit Bobby Carpenter im Gespann, bevor er wenig später zum Headcoach befördert wurde. In der Saison 2020/2021 führte Kehler die Huskies bis ins Playoff-Finale und wurde zum „Trainer des Jahres“ der DEL 2 gekürt. Dort unterlagen die Schlittenhunde den Steelers in fünf Spielen. Weitere Stationen führten Kehler zu den Ravensburg Towerstars sowie ab der Saison 2023/2024 als Assistenztrainer in die DEL zu den Schwenninger Wild Wings. Auch dort galt er als akribischer Arbeiter mit großem Fokus auf Struktur, Tempo und Teamgeist.
Die Vereinsführung der Steelers ist von Tim Kehler überzeugt
Der Geschäftsführer der Steelers Gregor Rustige äußert sich wie folgt zur Verpflichtung von Tim Kehler: „Im Vorfeld der Trainersuche haben wir gemeinsam ein klares Anforderungsprofil definiert: Wo stehen wir als Club aktuell, welche Gegebenheiten bringen die Steelers mit und wohin wollen wir uns in den kommenden Jahren entwickeln. Uns war dabei besonders wichtig, einen Trainer zu finden, der nicht nur sportlich überzeugt, sondern auch menschlich zu unserem Umfeld, unserer Region und zur Identität unseres Clubs passt. Auf dieser Grundlage haben wir die Kandidatenliste erstellt und gemeinsam mit dem Aufsichtsrat die Kandidaten ausgewählt, mit denen wir den Austausch vertieft haben. Die Gespräche mit Tim waren dabei von Anfang an sehr offen, respektvoll und vertrauensvoll. Bereits früh hatte ich das Gefühl, dass er hervorragend zu den Bietigheim Steelers passt – sowohl menschlich als auch sportlich. Umso mehr freuen wir uns, dass wir ihn als neuen Cheftrainer für unseren gemeinsamen Weg gewinnen konnten.“
Tim Kehler kann seinen Start in Bietigheim unterdessen kaum erwarten: „Ich freue mich sehr, der neue Headcoach der Bietigheim Steelers zu sein. Der Standort blickt auf eine Geschichte voller Erfolge zurück und ich bin begeistert davon, ein Teil einer so traditionsreichen Organisation zu werden. Ich möchte mich bei Gregor Rustige für die Möglichkeit bedanken. Ich kann es kaum erwarten nach Bietigheim zu kommen und mit der Arbeit zu beginnen.“
Neuzugang Nolan Ritchie hat seine Torgefahr schon unter Beweis gestellt
Von den Hannover Indians aus der Oberliga Nord wechselt der 23-jährige kanadische Stürmer Nolan Ritchie ins Ellental und wird eine Kontingentstelle besetzen. Der 1,80 Meter große und circa 85 Kilogramm schwere Linksschütze dominierte die Oberliga in den vergangenen zwei Jahren und kam dabei in exakt 100 Spielen auf 76 Tore und 96 Vorlagen. Nun möchte Ritchie seine offensiven Qualitäten eine Liga höher in der DEL 2 unter Beweis stellen.
Nolan Ritchie wurde im kanadischen Brandon geboren und erlernte das Eishockeyspielen bei den ortsansässigen Wheat Kings. Bis zum Jahr 2023 gehörte er regelmäßig zu den besten Scorern seiner Mannschaft. In der Western Hockey League (WHL), die zu den besten Juniorenligen Kanadas zählt, führte er die Mannschaft als Kapitän an und absolvierte zudem elf Spiele in der East Coast Hockey League (ECHL) für Utah, wo er auf zwei Tore und drei Vorlagen kam.
Im Sommer 2023 wechselte er nach Meran in die kontinentale Alps Hockey League. Auch hier folgte er den Spuren seines Vaters, dessen erste Station in Europa ebenfalls Meran war. Nach 43 Spielen und 80 Punkten, darunter 34 Tore, ging es zur folgenden Spielzeit weiter nach Heilbronn. Für die damaligen Falken punktete er nahezu nach Belieben und wurde in der Saison 2024/2025 zum Stürmer des Jahres der Oberliga Süd gekürt.
Darüber hinaus war er nach der Hauptrunde Topscorer der gesamten Oberliga. Auch in der vergangenen Saison gehörte er zu den besten Stürmern der Liga, schied jedoch mit Hannover im Viertelfinale der Playoffs gegen den späteren Meister aus Memmingen aus.
Ritchie blickt gespannt auf seine neue Aufgabe: „Ich freue mich schon sehr darauf, in der neuen Saison für die Steelers zu spielen. Es ist etwas Besonderes für mich, für den Club zu spielen, bei dem mein Vater sechs Jahre lang so erfolgreich war. Ich kann es kaum erwarten, nach Bietigheim zu kommen, das Team kennenzulernen und mit der Arbeit zu beginnen.“ red

