Ja, wir wissen es: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung. So gesehen kann den Schülern und Kindergartenkindern das regnerische Wetter der nächsten Tage egal sein.
In der Praxis sieht es aber oft anders aus: Kinder und Jugendliche wollen raus und etwas erleben, aber bitte nicht nass werden. Damit der Ferienauftakt trotz Regen gelingt, haben wir Ausflugsideen gesammelt, mit denen sich die ersten freien Tage trotz Schmuddelwetter spannend und erlebnisreich gestalten lassen. Wir zeigen unsere Lieblingsausflugsziele, die von Vaihingen aus in weniger als einer Stunde Fahrt zu erreichen sind und erzählen ganz subjektiv, was uns dort so gut gefällt. Manche Ideen sind tagesfüllend, manche auch noch gut am Nachmittag umzusetzen. Und manche sind so schön, dass man am liebsten noch mal hinmöchte. Egal, auf was die Entscheidung fällt: Wir wünschen schon jetzt viel Spaß und schöne Ferien.
Technik, Nostalgie und Naschen ohne Ende
Gleich ums Eck, richtig spannend und obendrein lecker: Im Kleinglattbacher Bonbonmuseum erfahren Besucher, wie die schmackhaften Drops entstehen und welche Geschichte hinter ihnen liegt. Ein Videofilm erklärt in wenigen Minuten den Produktionsablauf, an alten Walzmaschinen sehen Kinder und Erwachsene, wie die unterschiedlichen Prägungen auf die Leckereien kommen.
In einer knappen Stunde schafft man es locker, nahezu alles zu sehen. Der Eintritt ist kostenlos. Ganz ohne Geld empfiehlt es sich aber nicht hinzugehen: Um das Museum verlassen zu können, muss man den Verkaufsbereich mit unzähligen Tüten voll Gummibärchen und Bonbons passieren. Wohl dem, der da nicht schwach wird.
In Mühlacker warten Barbie und Ken
Filme und Schmuddelwetter gehören irgendwie zusammen. Wieso also nicht mal wieder ins Kino gehen? Das Mühlacker Scala Filmtheater hat ein so gemütliches Ambiente, dass der Regen sofort in Vergessenheit gerät. In dieser Woche läuft dort unter anderem der Film „Barbie“, der weltweit für Begeisterung sorgt (Altersfreigabe ab sechs Jahren) und der Pixar-Animationsfilm „Elemental“ (ab 0 Jahren). Also raus aus dem Regen und rein ins Filmvergnügen. Ebenfalls in Mühlacker zu sehen ist der unter anderem in Nussdorf und Enzweihingen gedrehte Streifen „Die Geschichte einer Familie“ in der Mittwochsauslese für Interessierte ab dem Teenageralter. Junge, sehr junge und ältere Kinobesucher können sich also in Mühlacker im Scala getrost in die knuffigen Kinosessel sinken und in die Filmwelt entführen lassen. Ein besonderes Highlight und dem Wohlfühlfaktor sehr zuträglich sind die Tischchen samt Lämpchen und ist die Bedienung, die per Schalter zum Platz geordert werden kann.
Papa schrumpft auf Zwergengröße
Daran hat unsere Redakteurin Claudia Rieger gute Erinnerungen: In Stuttgart spielt das Museum der Illusionen mit den Wahrnehmungen der Besucher. Wer steht hier plötzlich schräg? Und warum hat der Bruder im Spiegel 30 Köpfe? In der kleinen, aber feinen Erlebniswelt werden immer wieder Perspektiven verschoben. Da schrumpft der Papa auf Zwergengröße, während die Tochter direkt daneben ihn wie Gulliver überragt. Da taucht die Mama aus einem Loch im Tisch auf, aber ihr Körper ist weg. Da sind Quader an der Wand zum Greifen nah und lassen sich doch nicht fassen.
Das Museum verblüfft auf kleinem Raum mit vielen überraschenden Mitmachstationen. Es liegt etwas versteckt neben der Stadtbibliothek und ist zu Fuß vom Hauptbahnhof aus gut erreichbar. Aus Erfahrung: Lieber vorab Tickets und damit auch einen Zeit-Slot buchen, um nicht an der Tür direkt wieder weggeschickt zu werden.
Hier grüßen Mammut, Dinos und Fossilien
Der T-Rex ist der Held vieler Kinderzimmer. Oder Triceratops. Oder Diplodocus. Oder Ornitholestes. Eltern wissen Bescheid: Die Urzeithelden haben es vielen Jungs und Mädchen angetan. Im Stuttgarter Naturkundemuseum am Löwentor können die Kids bei der paläontologischen Ausstellung ihr Wissen vertiefen und auf Zeitreise gehen.
Viele ausgestellte Fossilien lassen erahnen, welche Lebewesen früher die Erde bewohnten. Imposante Dinoskulpturen begeistern die jungen Besucher und dienen als beliebtes Fotomotiv. Und an den Mikroskopen fühlen sich die Kids wie wichtige Forscher. Wer danach immer noch Fragen hat, kann zu den Sonntagsführungen für Kinder ab fünf Jahren gehen.
Wenn man eh schon nass ist ...
Ja, Sie werden gleich richtig lesen: Wir schicken Sie an dieser Stelle ins Wasser. Unsere Redakteurin Sabine Rücker findet Schwimmen gehen auch bei Regenwetter richtig toll. Denn: Da hat man endlich so richtig Platz. Wer es also nicht scheut, auch nach dem Schwimmen im Becken noch weiter nass zu werden, der geht an Tagen wie diesen ins Freibad. Mit kleineren Kindern bieten sich dagegen Hallenbäder der Region an. Und für etwas ältere Kinder könnte das Solebad Cannstatt ein Event sein, bei dem es im 18 Grad Celsius kalten Kohlensäurebecken durchaus zu Mutproben kommen kann. Wer schafft es, da überhaupt reinzukommen? Zur Belohnung geht es dann in die 30 Grad warmen Innen- und Außenbecken mit Thermalsole. „Schwimmen ist immer toll, auch bei Regen – und Kinder müssen schwimmen lernen“, findet sie. Das Vaihinger Freibad ist täglich von 9 bis 20 Uhr geöffnet. Letzter Einlass ist eine Stunde vor Ende der Öffnungszeit. An Hallenbädern in der Umgebung ist zum Beispiel das Bad am Viadukt in Bietigheim-Bissingen aktuell geöffnet, schließt aber ab dem 21. August für drei Wochen. Im Stadionbad Ludwigsburg gibt es eine Erlebnisrutsche und eine Sprunganlage sowie eine kleine Wasserrutsche im 33 Grad warmen Eltern-Kind-Bereich.
Experimentieren und staunen in Heilbronn
Kleine Entdecker haben hier großen Spaß – und sind am Ende ihres Besuchs um viel Wissen reicher: In der Experimenta in Heilbronn stehen auf mehreren Etagen so viele Mitmachstationen bereit, dass ein Tagesausflug dafür gar nicht reicht. Aber das macht nichts. Hierher kommt man gerne zurück.
Die jüngsten Kinder haben im Bereich Forscherland Spaß. Wenn die Macher der Experimenta von einem „Abenteuerspielplatz zum Ausprobieren, Rätseln und Experimentieren“ schreiben, übertreiben sie damit nicht: Durch Rohre und über große Förderbänder lassen Kinder bunte Kugeln durch den Raum jagen. Kleine Elektronikfans bringen nur mit Muskelkraft ein Lämpchen zum Leuchten und erleben so, wie aus einer Drehbewegung Strom wird. Im „Studio 4“ wird gebastelt und gewerkelt: Die Mädchen und Jungs greifen zu Schrauben und Verbindungsstangen und fertigen kleine Autos, die sie mit nach Hause nehmen dürfen, ebenso die selbstgemachten Armbänder mit Schmuck aus aufgewickeltem Papier.
IT-begeisterte Kinder und Jugendliche programmieren Mini-Roboter. Wer es musikalisch mag, komponiert gemeinsam mit anderen ein Musikstück und setzt es digital zusammen. Eigentlich fast zu schade, um nur bei Regenwetter hinzugehen.





