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Der Abstieg aus der Fußball-Oberliga wird beim FSV 08 Bietigheim-Bissingen als Chance begriffen. Daniel Zmpitas bleibt Trainer, dazu kommen elf Neuzugänge.

  • Daniel Zmpitas soll den Neuanfang beim FSV 08 Bietigheim-Bissingen leiten. Foto: Baumann

    Daniel Zmpitas soll den Neuanfang beim FSV 08 Bietigheim-Bissingen leiten. Foto: Baumann

Nullacht startet einen Neuanfang in der Verbandsliga

Am vergangenen Samstag endete für den FSV 08 Bietigheim-Bissingen eine elf Jahre lange Ära in der Fußball-Oberliga nach einer verkorksten Spielzeit. Nach dem Abstieg in die Verbandsliga wollen die Nullachter mit Trainer Daniel Zmpitas einen Schnitt vollziehen, der überfällig gewesen ist, um sich neu aufstellen zu können.

Zu spät gelang den Nullachtern die lang ersehnte Trendwende

Den einen Grund für den Abstieg aus Deutschlands fünfthöchster Spielklasse gebe es nicht, sagt Ferdinand Groß, Sportlicher Leiter bei den Nullachtern: „Da sind viele kleine Sachen zusammengekommen. Dass die Mannschaft am Ende wieder Siege einfahren konnte, zeigt den Charakter im Team und dass unser eingeschlagener Weg Früchte trägt. Leider war das aber zu spät, um den Klassenerhalt noch schaffen zu können.“ Das Ende des langen Oberliga-Kapitels schmerze alle Beteiligten im Verein sehr, schildert Groß, der seit Januar 2024 als Co-Trainer am Bruchwald fungierte und mit Jahresbeginn das Amt des Sportlichen Leiters übernahm. Nach dem Ausstieg des Hauptsponsors Blumen Vahldiek mussten die Bissinger ihren Kader schon im vergangenen Sommer kräftig umbauen. Die Lücken, die erfahrene Oberliga-Haudegen wie Pero Mamic, Lukas Böhm oder Steven Neupert hinterlassen hatten, sollten durch junge, talentierte, aber auf dem Niveau noch unerfahrene Spieler gefüllt werden. „Wir haben da viel Oberliga-Erfahrung verloren“, sagt auch Groß rückblickend. Umso mehr schmerzte das schwere Auftaktprogramm. Dazu kam noch, dass Kapitän Kevin Ikpide als Lenker und Sprachrohr im defensiven Mittelfeld viele Spiele verletzungsbedingt verpasste. Eine Abwärtsspirale begann schon früh, Fahrt aufzunehmen.

Trainer Haris Krak wollte vor allem über die Heimstärke das erklärte Ziel Klassenerhalt erreichen. Doch zu oft reichte es für die Bissinger trotz guter Leistungen nur zu mageren Unentschieden anstatt drei Punkten. So stand man von Anfang an mit dem Rücken zur Wand. Nachdem man sich Ende Oktober von Krak gtrennt hatte, übernahm Daniel Zmpitas als Trainer. Unter dem 33-Jährigen, der zuvor beim FV Löchgau in der Landesliga ein sehr erfolgreiches Team geformt hatte, schafften es die Bissinger lange Zeit nicht, das Ruder herumzureißen. Erst im Saisonendspurt, als viele den FSV längst abgeschrieben hatten, gelangen vier Siege aus den letzten fünf Liga-Partien.

Neuanfang mit elf Neuzugängen und einigen etablierten Kräften

„Durch den Abstieg ist klar, dass etwas passieren muss“, betont Groß, der das Ende der Oberliga-Ära auch als Chance begreift. „Es gilt nun mutige Entscheidungen zu treffen und den Verein langfristig besser aufzustellen.“ So sei auch die Verpflichtung von und das Festhalten an Zmpitas zu verstehen, mit dem man als Trainer den Neuaufbau in der Verbandsliga bestreiten wird.

„Von Daniel Zmpitas und der Art, wie er Fußball spielen lässt und eine Mannschaft aufbaut, sind wir absolut überzeugt“, erklärt Groß. „Wir wollen Nullacht nun so aufstellen, dass nicht weiter Symptome bekämpft werden, sondern die tieferliegenden Ursachen angegangen werden und wir uns nachhaltig besser aufstellen.“

Hierfür sei es auch nötig gewesen, Entscheidungen zu treffen, die der Vereinsführung nicht leicht gefallen seien. So entschloss man sich dafür, den Neuanfang ohne so verdienstvolle Spieler wie Torwart Sven Burkhardt und Mittelfeldspieler Alexander Götz einzuleiten. „Wir haben uns dafür entschieden, uns auf diesen Positionen zu verändern und dabei vor allem auch zu verjüngen“, schildert Groß die entscheidenden Beweggründe.

Kontinuität ist durch die Vertragsverlängerungen mit Kapitän Kevin Ikpide, Andre Sirianni, Mustafa Uslu, die Brüder Steven und Justin Keklik und die so vielversprechenden Torhüter Lukas Röser und Leif Lochbrunner gewährleistet. Vor allem Kevin Ikpide zu halten, habe für Groß eine der Prioritäten dargestellt. Aber auch, dass man im Umfeld auf verlässliche Leute wie den langjährigen Betreuer Lothar Wilske setzen könne, sei immens wichtig.

Unter den bislang elf Neuzugängen, für die Groß und Zmpitas gemeinsam verantwortlich zeichnen, sucht man den Transfer mit dem ganz großem Namen vergeblich. Bei Nullacht hat man darauf geachtet, dass die neuen Spieler schon etwas Erfahrung mitbringen, aber gleichzeitig auch das Potenzial haben, am Bruchwald den nächsten Schritt in ihrer Karriere zu machen, sagt Groß. Und er stellt klar: Dass mit Ali Bozatzioglou ein weiterer Torwart zum Team stößt, heiße nicht, dass man sich gegen die eigenen Keeper Röser und Lochbrunner entschieden habe „Beide sind noch sehr jung, sollen weiter bei uns reifen und von und mit Ali (Bozatzioglou) lernen.“ Die derzeitige Nummer eins beim Verbandsligisten Calcio Leinfelden-Echterdingen habe bei einigen Oberliga-Teams hoch im Kurs gestanden. Ähnlich auch Mirhan Inan, der für die TSG Balingen II die Torschützenliste in der Landesliga 3 mit 24 Treffern anführt.

Große Sprüche von einer baldigen Rückkehr in die Oberliga, wird man von Ferdinand Groß und Daniel Zmpitas nicht hören. Aber Groß sagt: „Wir wollen von Anfang an eine gute Rolle in der Verbandsliga spielen – und dann schauen wir mal nach der Hinrunde, wo wir stehen.“ Am Ende des Weges soll natürlich die Rückkehr in die Oberliga stehen. ust

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