+++ Update +++: Eine Haftrichterin hat am Donnerstag Haftbefehl wegen des dringenden Tatverdachts des versuchten Mordes sowie der schweren Brandstiftung erlassen.
Kleiningersheim (p). Dieser Einsatz hat rund um Ingersheim für Aufsehen gesorgt: Gegen 11.45 Uhr hatte ein Zeuge am Mittwoch eine „verdächtige Wahrnehmung“ in der Hauptstraße in Kleiningersheim der Polizei gemeldet. Ein Mann soll einen Brandsatz vom Balkon eines Wohnhauses geworfen haben. Als dieser auf dem Boden aufschlug, wurden eine 42-Jährige und deren Begleiter, die sich unterhalb des Balkons aufhielten, leicht verletzt.
Knallkörper aus Gebäude geworfen
Wie Staatsanwaltschaft Heilbronn und Polizeipräsidium Ludwigsburg berichten, stellten Polizisten kurz darauf fest, dass Knallkörper aus einem Gebäude geworfen wurden. Wenig später stand der Dachstuhl dieses Hauses in Flammen und es kam wohl zu einer Verpuffung, wodurch sich Dachziegel lösten und auf die Straße fielen.
Anwohner müssen Wonung verlassen
Zahlreiche Kräfte der Feuerwehr rückten aus. Zur Brandbekämpfung musste das komplette Dach geöffnet werden. Gegen 12.45 Uhr waren die Flammen unter Kontrolle. Im Zuge der Löschmaßnahmen wurde um den Brandort ein Gefahrenbereich festgelegt. Wer seine Wohnung verlassen mussten, wurde in einem nahegelegenen Vereinsheim untergebracht und betreut.
Anfangs war nicht klar, ob explosive Stoffe im Haus waren
Da weder die Umstände der Brandentstehung bekannt waren, noch geklärt werden konnte, ob sich der Mann noch im Gebäude befindet und ob dieser in Verbindung mit dem Brandausbruch stehen könnte, wurde ein Spezialeinsatzkommando (SEK) hinzugezogen. Zudem war nicht auszuschließen, dass sich explosive Stoffe in dem Haus befinden könnten, so dass auch ein Entschärfer-Team des Landeskriminalamts Baden-Württemberg eingesetzt wurde. Gegen 16.20 Uhr gelang es Kräften des SEK, einen 61 Jahre alten Mann vorläufig festzunehmen, bei dem es sich um den Tatverdächtigen handeln soll. Er hatte sich vermutlich während des gesamten Einsatzes in dem Gebäude aufgehalten und dieses auf Ansprache der SEK-Kräfte verlassen. In der Garage fanden Einsatzkräfte Substanzen, die entflammbar oder explosiv sein könnten. Das Entschärfungsteam bereitet ihre Beseitigung vor.
Tatverdächtiger soll Dachstuhl in Brand gesetzt haben
Der 61-Jährige steht im Verdacht, die 42 Jahre alte Frau, bei der es sich um eine Verwandte des Tatverdächtigen handelt, und deren Begleiter mit dem Brandsatz angegriffen zu haben. Anschließend soll er den Dachstuhl des Gebäudes in Brand gesetzt haben.
Das ist zum Hintergrund bekannt
Hintergrund der Tat dürften familiäre Streitigkeiten bezüglich der Verteilung der Besitzverhältnisse des Wohnhauses sein. Der Tatverdächtige, der selbst Brandverletzungen erlitt, wurde zur medizinischen Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Die Staatsanwaltschaft Heilbronn hat beim Amtsgericht Heilbronn Haftbefehl gegen den 61-Jährigen beantragt. Die Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums Ludwigsburg hat die Ermittlungen wegen des Verdachts des versuchten Mordes sowie der schweren Brandstiftung aufgenommen.
Fachkräfte prüfen die Statik des Wohnhauses
Das betroffene Haus ist nach wie vor nicht betretbar und wird mutmaßlich unbewohnbar bleiben. Fachkräfte prüfen die Statik des Hauses. Auch einige angrenzende Gebäude wurden durch die starke Hitze- und Rauchentwicklung in Mitleidenschaft gezogen. Der genaue Schaden kann noch nicht beziffert werden, dürfte sich aber laut Polizei mindestens auf einen hohen sechsstelligen Betrag belaufen. Insgesamt waren mehr als 150 Polizistinnen und Polizisten am Einsatz beteiligt.

