Vaihingen (pv). Von der Erinnerung an die Opfer des Konzentrationslagers über die historischen Bürgergärten bis zum Ortskern von Enzweihingen: Drei Themenführungen laden am Wochenende dazu ein, die Geschichte Vaihingens und seiner Stadtteile aus unterschiedlichen Perspektiven kennenzulernen. Die Rundgänge führen zu historischen Orten, beleuchten prägende Ereignisse und zeigen, welche Spuren der Vergangenheit bis heute sichtbar sind.
Dunkles Kapitel der Stadtgeschichte
Welche Ereignisse spielten sich in den letzten Jahren des Zweiten Weltkriegs vor den Toren Vaihingens ab? Am Samstag (24. Oktober) führt Rainer Mayer durch die KZ-Gedenkstätte Vaihingen und vermittelt Einblicke in die Geschichte des Konzentrationslagers. Bei einem Rundgang durch die historischen Stätten erfahren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, warum im Sommer 1944 im Glattbachtal, im Bereich von der heutigen B 10 bis zum Bahnhof, ein Konzentrationslager errichtet wurde und unter welchen Bedingungen die Häftlinge dort leben mussten. Bis April 1945 kamen in dem Lager rund 1700 Menschen ums Leben. Der Rundgang erinnert an die Verfolgten und Ermordeten und setzt sich mit diesem dunklen Kapitel der Stadtgeschichte auseinander.
Kampf gegen Radikalismus
Der Verein KZ-Gedenkstätte Vaihingen engagiert sich für das Gedenken an die Opfer, den Kampf gegen Vorurteile, Ignoranz, Radikalismus und Fanatismus sowie den Austausch mit Überlebenden und ihren Nachkommen. Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit soll dazu beitragen, die Erinnerung wachzuhalten und die Bedeutung von Menschlichkeit und Toleranz zu vermitteln.
Die Führung findet von 14 bis 17 Uhr an der KZ-Gedenkstätte, Am Fuchsloch 2, statt. Die Teilnahme ist ab 14 Jahren möglich und kostenlos. Um eine Spende wird gebeten. Eine Anmeldung ist erforderlich per E-Mail an tourismus@vaihingen.de oder telefonisch unter 0 70 42 / 1 82 35.
Besondere Kulturlandschaft
Wie eng die Geschichte Vaihingens mit der Landschaft entlang der Enz verbunden ist, zeigt eine Themenführung zu den Bürgergärten am Sonntag (25. Oktober) um 14.30 Uhr. Bei einem Rundgang mit Andreas Schuller erfahren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mehr über die rund 800-jährige Geschichte dieser besonderen Kulturlandschaft.
Ausgehend von der Stadtgründung um das Jahr 1230 durch Graf Gottfried wird deutlich, wie sich im Schutz der Stadtmauern und des Enzbogens in den Köpfwiesen und den stadtnahen Enzauen die Bürgergärten entwickelten. Die Führung beleuchtet die historisch gewachsenen Beziehungen zwischen der Stadt und ihren Gärten sowie die Veränderungen, die dieses besondere Kulturgut im Laufe der Jahrhunderte erfahren hat. Die Bürgergärten sind ein selten gewordenes Zeugnis der Verbindung von Stadt und Kulturlandschaft im alten Württemberg. Auch mögliche bauliche Veränderungen im Hinblick auf die Gartenschau „Vaihingen Enzückt“ 2029 werden thematisiert. So eröffnet der Rundgang einen Blick auf die Bedeutung der Bürgergärten für die Geschichte Vaihingens und ihre mögliche Zukunft. Treffpunkt ist die Vaihinger Mühle in der Enzgasse 24. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Teilnahme kostet 6 Euro für Erwachsene und 3 Euro für Kinder.
Historischer Ortskern
Welche Spuren der bewegten Geschichte Enzweihingens sind bis heute im Ortsbild zu entdecken? Bei einer Führung durch den historischen Ortskern am Sonntag (25. Oktober) um 14.30 Uhr erfahren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mehr über die Entwicklung des Vaihinger Stadtteils und seine bedeutenden historischen Gebäude.
Erste Erwähnung
Enzweihingen wurde 1152 erstmals urkundlich erwähnt und war bereits in römischer Zeit ein wichtiger Standort an der Militärstraße von Cannstatt nach Mainz. Später entwickelte sich der Ort zum größten und wohlhabendsten Dorf im Vaihinger Amt. Die Kriege des 17. Jahrhunderts brachten jedoch große Verluste mit sich, bevor Enzweihingen im Jahr 1693 durch einen Brand weitgehend zerstört wurde.
Wechselvolle Vergangenheit
Bei dem Rundgang durch den historischen Ortskern erzählen Gebäude wie die Martinskirche, das Rathaus und das Große Haus von der wechselvollen Vergangenheit des Ortes und seiner einstigen Bedeutung. Die Führung bietet Gelegenheit, Enzweihingen aus einer neuen Perspektive kennenzulernen und die historischen Spuren im heutigen Ortsbild zu entdecken. Treffpunkt ist in der Pfarrgasse 1 in Enzweihingen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Teilnahme kostet 4 Euro für Erwachsene und 2 Euro für Kinder.
Alle weiteren Informationen zu Führungsterminen gibt es unter www.vaihingen.events oder in der Kultur- und Touristinformation am Marktplatz 5.

