Wiernsheim/Sachsenheim (red). Nach einer Geldautomatensprengung in Wiernsheim mit anschließender Verfolgungsfahrt sind am Samstag zwei 21 Jahre alte Männer aus den Niederlanden festgenommen worden (die VKZ berichtete). Die beiden Männer wurden nach kurzer Verfolgung zu Fuß gefasst, nachdem sie zuvor aus dem auf dem Parkplatz Bauernwald zum Stehen gekommenen Fahrzeug flohen. Der dritte Tatverdächtige setzte die Flucht mit dem Auto fort, befuhr die Autobahn in entgegengesetzter Richtung und kollidierte mit einem entgegengekommenen Fahrzeug. Der Tatverdächtige und die beiden Insassen des Kleintransporters wurden bei dem Unfall schwer verletzt.
Die beiden 21-Jährigen, die sich bislang nicht zum Tatvorwurf geäußert haben, befinden sich seit dem 12. November in Untersuchungshaft, heißt es in einer aktuellen Meldung des Landeskriminalamtes.
Haftbefehl wegen Fluchtgefahr
Mittlerweile konnte auch der Fahrer des verunfallten Fluchtfahrzeuges identifiziert werden, nachdem dieser wieder zu Bewusstsein gekommen ist. Bei ihm handelt es sich um einen 30-jährigen niederländischen Staatsangehörigen. Gegen ihn wurde ebenfalls Haftbefehl wegen Fluchtgefahr erlassen und in Vollzug gesetzt. Sobald es der Gesundheitszustand des dringend Tatverdächtigen zulässt, wird dieser in eine Justizvollzugsanstalt verlegt.
Wie Landeskriminalamt und Staatsanwaltschaft Karlsruhe mitteilen, könne gegenwärtig nicht ausgeschlossen werden, dass bei der Flucht der Tatverdächtigen weiteren Unbeteiligte gefährdet worden seien – und zwar nicht nur auf der Autobahn 6, sondern auch bereits zuvor auf der Landstraße oder in geschlossenen Ortschaften. Bei dem Fluchtfahrzeug handelt es sich um einen dunkelblauen Pkw des hochmotorisierten Modells VW Golf 8R mit vier Auspuff-Endrohren und schwarzen Felgen.
Nach dem gegenwärtigen Stand der Ermittlungen begann die Flucht am Samstag um 2.06 Uhr von Wiernsheim aus in Richtung Nordosten und verlief bis zum Autobahnparkplatz Bauernwald an der A 6 wie folgt: Gegen 2.21 Uhr stellte eine Polizeistreife das Fluchtfahrzeug in Sachsenheim und verfolgte es zunächst über Kleinsachsenheim nach Löchgau und im Anschluss in Richtung Freudental. Dort geriet das Fahrzeug außer Sicht.
Verfolgung in Richtung Freudental
Um 2.42 Uhr wurde das Auto erneut durch Fahndungskräfte auf der Landesstraße 1110 in Fahrtrichtung Eppingen erkannt und verfolgt. Die Flucht erstreckte sich weiter in Richtung Kleingartach. Das Fahrzeug bewegte sich weiter in Richtung Botenheim, drehte in dem Bereich um und fuhr zurück nach Kleingartach. Von dort aus ging es weiter durch die Ortschaften Eppingen, Gemmingen, Richen nach Kirchhardt.
Gegen 3.02 Uhr wurde durch Fahndungskräfte mitgeteilt, dass das Auto entgegen der Fahrtrichtung auf die A 6 aufgefahren ist und diese wieder am Rasthof Bauernwald Nord verlassen hatte. An der Anschlussstelle Sinsheim-Steinsfurt kam es zu einem Rammvorgang eines Streifenfahrzeuges.
Das Landeskriminalamt Baden-Württemberg bittet Zeugen und potentielle Geschädigte, die in den frühen Morgenstunden des 11. November das Fluchtfahrzeug beobachtet haben, sich unter der Telefonnummer 07 11 / 54 01 33 60 zu melden.

