Vaihingen. Er dürfte wohl der jüngste Teilnehmer der 44. S-VKZ-Tour gewesen sein: Casper, fünf Monate alt – und ein aufgeweckter Welpe. Möglicherweise hatte er samt Frauchen und Herrchen Ilona und Andreas Schweizer auch die weiteste Anreise auch Achern bei Baden-Baden. Die Fahrradtour durfte er jedenfalls in einer Kiste Marke Eigenbau auf dem Tandem der Schweizers mitradeln. Die Freunde aus Ensingen hätten zum Mitmachen angeregt. „Eine schöne Strecke“, sagt Ilona Schweizer, die auch lobt, dass an gefährlichen Stellen Einsatzkräfte für Sicherheit gesorgt hatten. „Man hatte immer ein sicheres Gefühl“, meint sie und fügt an: „Wir kommen gerne wieder zur Tour.“
Zum dritten Mal fand die Tour-Hocketse beim VfB Vaihingen statt. Auf der Wiese neben dem Sportplatz warten rund 20 Helfer des Vereins auf die Wanderer und Radler, sagt der 1. Vorstand „Aki“ Elefterios Kalpakidis. „Bis jetzt klappt es von unserer Seite super“, meint der Vereinschef. Rote, Curry Wurst, Pommes, Schweine- und Putensteak, vegane Frikadellen, Kaffee, Kuchen und Getränke sind im Angebot. Weizenbier gebe es nicht, weil der Aufwand mit Schankanlage und Gläser für diese drei Stunden zu groß sei, so Kalpakidis.
Das Zelt stand schon, weil unter anderem der Stadtpokal und Enz-Cup dort stattgefunden hatten. Von den Gästen gibt es Lob aber auch Kritik. Beispielsweise seien die Wurst und die Veggie-Frikadelle prima, allerdings ist so manchem das Bierfläschchen bei der Hitze zu klein und Schatten ist etwas rar. Auch bilden sich trotz der zwei Kassen Schlangen. Doch beispielsweise Rainer Helmecke aus Kleinglattbach schmeckt die Wurst. Er ist mit seinem Elektrorollstuhl bei den Wanderern mitgefahren. Es habe ein paar Stellen gegeben, die etwas holprig waren, aber „ansonsten war es eine wunderschöne Landschaft“. Das erste Stück an der Enz entlang sei fast das Schönste gewesen – und der Ausblick auf Vaihingen und Schloss Kaltenstein von der Auricher Höhe aus. Radler Rainer Kocher aus Eberdingen fährt gerade bei der Hocketse ein. „Es war schön, bis auf die lange Strecke von Roßwag nach Großglattbach“, das sei sehr „schotterig“ gewesen und immer bergauf gegangen, meint er.
Ahmet Tavukcu stehen noch vor der Hocketse bei der Wanderung in Aurich die Schweißperlen auf der Stirn, denn er schiebt die Söhne Max und Felix im modernen Bollerwagen die Alte Vaihinger Steige hinauf. Bis auf den Buckel sei’s okay, scherzt er. Auch die Familie Tavukcu aus Enzweihingen kommt mit den Großeltern aus Vaihingen gut bei der Hocketse an – wie alle Tourteilnehmer. Bis auf zwei oder drei Schürfwunden habe DRK, Feuerwehr und Polizei keine Zwischenfälle oder Verletzungen verzeichnet, vermeldet Verlagsleiter Volker Blessing bei der Hocketse, gepaart mit dem Dank an die zahlreichen Helfer und Sponsoren. Mit Nachmeldung des Landtagsabgeordneten Konrad Epple sei die Gesamtzahl der Teilnehmer auf 609 gestiegen – 471 Radler und 138 Wanderer. Er habe mit ein paar Leuten mehr gerechnet, aber die Spitzenzahlen wie 1993 in Oberriexingen mit 1351 Teilnehmern – die höchste und „magische“ Zahl – „werden wir wohl nicht mehr erreichen“, so Blessing. Aber: „Schön, dass Sie da sind, und sich die Zeit genommen haben“,sagt Blessing zu den Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Auch das Pannenfahrzeug mit Martin Fischer von Zweirad-Fischer habe nichts zu tun gehabt, so der Verlagsleiter. Aber VKZ-Hausmeister Walter Schneider vom Besenwagen des Radlertrosses berichtet von zwei jungen Teilnehmern, die schließlich ab Iptingen mit der Feuerwehr mitfahren durften, was dann letztendlich auch eine Gaudi war.
„Das ist schon wieder eine ganz tolle Tour gewesen“, lobt Stadt- und Kreisrat Peter Schimke, der wieder mitgeradelt ist. „Da merkt man erst mal, wie schön es bei uns ist.“ Er habe Ecken entdeckt, da sei er noch nicht gewesen. Einen Dank an die Organisatoren gibt er noch mit auf den Weg. „Man merkt einfach wieder, dass man in einer schönen Gegend wohnt“, sagt auch Radler Jürgen Müller aus Aurich. Die Strecke durch den Wald sei schön und insgesamt sei es sehr abwechslungsreich gewesen.
Auch die Teilnehmerurkunden am Stand der VKZ sind wieder beliebt. Brigitte Petermann aus Oberriexingen hängt sich diese später an die Wand. Es sei super gewesen, sie könnte gerade nochmal starten, „ich sitze das auf einer Arschbacke ab“, meint die Radlerin, die schon beim Oberriexinger Stadtradeln für mehr als 1000 Kilometer geehrt worden sei. Der zweijährige Lenn Schwarz aus Sersheim bekommt auch ein Dokument. Er ist im Anhänger bei Papa Pascal mitgefahren, der bestimmt schon zum 20. Mal dabei war. „Tolle Streckenführung“, lobt dieser.
Spannend wird es nochmal bei der Tombola, bei der die Tour-Teilnehmer mit ihrer Kartennummer teilnehmen. Nach einer launigen Moderation von Volker Blessing und einer dritten Ziehung für den ersten Platz stehen alle vier Gewinner fest.










