Baden-Württemberg

Der neue Chef kommt von Dinkelacker

Für den Erlebnispark Tripsdrill ist es ein Einschnitt: erstmals soll ein Manager von außerhalb das Familienunternehmen leiten – zunächst aber noch nicht allein.

  • Unterhalb des Michaelsbergs bei Cleebronn geht es rund.Foto: dpa/Bernd Weißbrod

    Unterhalb des Michaelsbergs bei Cleebronn geht es rund.Foto: dpa/Bernd Weißbrod

Der Erlebnispark Tripsdrill holt sich erstmals in seiner mehr als 90-jährigen Geschichte Unterstützung von außen in seine Geschäftsführung. Zum neuen Jahr werde Stefan Seipel als dritter Geschäftsführer eingestellt, teilte das Familienunternehmen aus Cleebronn (Kreis Heilbronn) mit. Offenbar soll der Marketingfachmann aus Stuttgart schon mittelfristig das Erlebnis-Ressort allein führen. „Um eine fließende Übergabe sicherzustellen, werden die bisherigen Geschäftsführer Helmut und Roland Fischer ihre Funktionen übergangsweise beibehalten“, schreibt Tripsdrill in einer Mitteilung.

Die Ankündigung kommt überraschend. Zwar hatten die beiden Brüder – 69 und 67 Jahre alt – vor kurzem öffentlich mit einem möglichen Rückzug kokettiert, allerdings steht die nächste Generation schon bereit. So verantwortet Roland Fischers Sohn Benjamin (39) die Zubauten neuer Attraktionen. Dessen Schwester Yvonne Hansmann ist in der Personalabteilung tätig. Und Andreas Fischer, der Sohn des einstigen dritten Seniorchefs Dieter, hat die Nachfolge seines Vaters als Leiter des zugehörigen Wildparadieses übernommen. Der Küchenmeister ist schon seit 2007 im Unternehmen.

Die Familie bleibt Eigentümerin

Man erhoffe sich von Seipel einen „professionellen Blick von außen“, um für „noch mehr Objektivität in Entscheidungsprozessen zu sorgen und familienbezogene Sichtweisen zu ergänzen“, teilte das Unternehmen mit. An den Eigentumsverhältnissen werde sich nichts ändern. Die Familie Fischer bleibe in Form der familieneigenen Kommanditgesellschaft Eigentümerin von Tripsdrill.

Stefan Seipel ist 16 Jahre lang als Werbeleiter und Prokurist bei Dinkelacker-Schwaben Bräu tätig gewesen. Unter anderem verantwortete er die erfolgreiche Kampagne zur Wiedereinführung des Stuttgarter Wulle-Biers. 2021 schied Seipel allerdings vorübergehend aus. Der damalige Kurzzeit-Chef Colin Dinkelacker plante, das Marketing des Unternehmens auszugliedern. Nach einem Jahr ging Colin Dinkelacker wieder; Seipel wurde zurückgeholt.

Seipel freut sich auf eine „Riesenchance“

Er habe während seiner Auszeit bei Dinkelacker Erfahrungen außerhalb des Bierverkaufs sammeln können, sagte Seipel gegenüber unserer Zeitung. Dies komme ihm nun zugute. Allerdings habe er auch bei der Stuttgarter Brauerei viel mit Events zu tun gehabt, was auch bei seiner neuen Tätigkeit eine Rolle spiele. Tripsdrill stehe gut da. Seine Aufgabe sei es nun, sich Gedanken zu machen, wo man noch zulegen könne.

Bereits im Juni sei er von Tripsdrill angefragt worden, sagte Seipel. Helmut und Roland Fischer kenne er schon lange persönlich. Er habe sich nicht selbst um die Aufgabe beworben, aber „für mich ist das eine Riesenchance.“ Bei Dinkelacker-Schwaben Bräu scheidet Seipel diesmal im Guten. Sein Nachfolger steht schon fest. Felix Durchdewald kommt von Erdinger Weißbräu nach Stuttgart.

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