Vom Fußball zum Triathlon

Wegweiser: Thilo Pfisterer hat schon mit 25 Jahren seine Kickschuhe an den Nagel gehängt und sich dem Ausdauersport zugewandt. Viele seiner Freunde sind ihm in der Zwischenzeit gefolgt. Einen Traum muss er sich aber noch erfüllen: einen Ironman finishen.

Von Michael Nachreiner Erstellt: 14. September 2021
Vom Fußball zum Triathlon Sechs bis acht Stunden schaufelt sich Thilo Pfisterer für das Training frei – am liebsten auf dem Rad, seiner Lieblingsdisziplin. Foto: Nachreiner

Unsere wunderschöne Region Vaihingen, in der man praktisch in der Natur steht, sobald man einen Fuß vor die Haustür gesetzt hat, lädt nicht nur zu Laufrunden ein. Auch mit dem Rennrad oder dem Mountainbike lässt sich in der Gegend hervorragend erkunden. In unserer Serie „Wegweiser“ stellen Radfahrer ihre Lieblingsstrecken vor. In Folge 10 geht es um Thilo Pfisterer, der nach einer vielversprechenden Laufbahn als Fußballer schon im Alter von 25 Jahren seine Kickschuhe an den Nagel gehängt und mit Triathlon angefangen hat. „Als ich als Jugendlicher zum TSV Nussdorf gekommen bin, war das Training sehr ausdauerorientiert. Wir sind viel gelaufen“, erinnert sich der Enzweihinger. „Das haben natürlich viele gehasst. Aber wir waren alle fit und haben in der zweiten Halbzeit immer noch nachlegen können. Auch deshalb waren wir erfolgreich. Bei den A-Junioren sind wir sogar in die Bezirksstaffel aufgestiegen.“

Beim Ausdauertraining ist man zeitlich viel unabhängiger

Als dann vor vier Jahren die meisten seiner Kumpels – das ganze Team in Nussdorf war ein Freundeskreis – zum SV Riet wechselten, hängte Pfisterer seine Kickschuhe an den Nagel und fing mit dem Ausdauersport an. „Dabei komme ich einfach raus an die frische Luft und bekomme den Kopf frei. Außerdem bin ich zeitlich unabhängig, wann ich trainiere“, berichtet der 29 Jahre alte Logistikmanager für IT-Prozesse.

Schnell wurde Pfisterer ein recht schneller Läufer. „Der erste große Sprung war, als ich auf dem Hockenheimring einen Zehn-Kilometer-Lauf in 36:32 Minuten absolviert habe. Da hat es mich gepackt, dass ich dran bleibe“, erzählt der Enzweihinger. Mit der Zeit entwickelte sich in Nussdorf eine Trainingsgruppe. „Das war ein großer Freundeskreis, der sonntags immer zusammen laufen gegangen ist“, berichtet Pfisterer. Einer dieser Freunde war Martin Diebold aus Aurich, der ihn dann für Triathlon begeistert hat. „Die zwei weiteren Disziplinen – Schwimmen und Radfahren – sind ein guter Ausgleich zum Laufen. Wenn man nur läuft, hat man eine monotone Belastung für die Muskeln. Dadurch wird man verletzungsanfälliger. Mit Triathlon wird der Körper ausgeglichener belastet“, erklärt der 29-Jährige. Der größte Benefit vom Sport sei aber, dass man „gesund ist und sich auch fit und gesund fühlt“, berichtet er. „Außerdem achtet man mehr auf seinen Körper und auch auf seine Ernährung.“

Besonders am Sport gefällt Pfisterer, dass er seine Leidenschaft mit Freunden teilt

Im Jahr 2018 absolvierte Pfisterer seinen ersten Triathlon über die Olympische Distanz – 1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren und zehn Kilometer Laufen. „Ich war der Erste aus unserem Freundeskreis. In der Zwischenzeit haben noch einige nachgezogen“, erklärt der 29-Jährige.

„Wir betreiben den Sport hobbymäßig. Wir genießen es auch mal nur, eine Fahrradausfahrt gemeinsam zu machen. Denn es ist einfach etwas Schönes, wenn man sein Hobby miteinander teilen kann“, fügt er hinzu. Zum Training zieht es Pfisterer und Co. entweder in den Stromberg oder ins Würmtal. „In beiden Regionen kann man flach fahren, aber auch Höhenmeter einbauen – zum Beispiel für Intervalle“, berichtet der Enzweihinger. Der Vorteil der Strecke entlang der Würm zwischen Tiefenbronn und Pforzheim ist, dass „sie flach ist und dass wenig Verkehr ist“, erklärt Pfisterer. „Man ist weg vom Alltag und kann die Fahrt sogar genießen. Es ist fast wie Urlaub.“

Thilo Pfisterers Lieblingsstrecke.

Und das Radfahren macht dem Enzweihinger auch am meisten Spaß. „Man hat auf der einen Seite den Schwarzwald und auf der anderen den Stromberg direkt vor der Tür. Man kann relativ viel in relativ kurzer Zeit erkunden. Mit Sinan Yilmaz, Spielertrainer beim Fußball-A-Ligisten TSV Nussdorf und in der Zwischenzeit auch Triathlet, bin ich schon mal am Sonntagmorgen bis auf den Dobel im Schwarzwald gefahren. Und wir waren um 12 Uhr schon wieder zurück“, erzählt Pfisterer. Die stärkste Disziplin des Enzweihingers ist aber das Laufen. „Bei meinem ersten Marathon, den ich relativ spontan in Karlsruhe absolviert habe, war ich gleich Dritter in meiner Altersklasse. Beim Laufen holt man in der Regel auch das Meiste raus“, berichtet er.

Doch auch, wenn Triathlon nur ein Hobby ist. Einen großen Traum würde sich Pfisterer gerne ein Mal erfüllen. „Irgendwann möchte ich mal eine Langdistanz finishen – am besten noch unter zehn Stunden“, berichtet der 29-Jährige. Bei der Langdistanz, besser bekannt unter dem Namen Ironman, muss man knapp vier Kilometer schwimmen, 180 Kilometer radfahren und zum Abschluss noch einen Marathon absolvieren, also 42,195 Kilometer laufen. „Das Gefühl, einen Wettkampf beendet zu haben, ist überragend. Einfach die Genugtuung spüren, dass man es gemacht hat“, erklärt Pfisterer. Der Premieren-Ironman darf aber gerne wenige Höhenmeter bereithalten, wenn es nach dem 29-Jährigen geht. Frankfurt oder Hamburg wären da ideale Wettkämpfe.

Wegweiser: Alle Lieblingsstrecken gibt es auf Komoot

Über den kostenlosen Routenplaner Komoot stellt die Sportredaktion der Vaihinger Kreiszeitung auf ihrem Account „VKZ“ alle Lauf- und Fahrradstrecken ihrer Serie „Wegweiser“ online zur Verfügung. Daraus ergibt sich ein Netz über das gesamte Verbreitungsgebiet – und auch darüber hinaus. Alle Lauf- und Radstrecken finden Sie hier.

Sie haben auch eine Lieblingsstrecke, die Sie gerne zeigen möchten? Dann melden Sie sich in unserer Sportredaktion per Mail an sport@vkz.de.

Weiterlesen
„Irgendwo gibt es eine Pfütze, in die man springen kann“

„Irgendwo gibt es eine Pfütze, in die man springen kann“

Drucken Unsere wunderschöne Region Vaihingen, in der man praktisch in der Natur steht, sobald man einen Fuß vor die Haustür gesetzt hat, lädt nicht nur zu Laufrunden ein. Auch mit dem Rennrad oder dem Mountainbike lässt sich in... »