Reidenbach liebt eine profilierte Strecke

Wegweiser: Um die beste Vorbereitung auf Volksläufe zu haben, bei denen man bei einem Erststart nicht unbedingt die Topografie kennt, baut der Enzweihinger gerne ein paar Höhenmeter in seine Trainingsrunden ein. Deshalb zieht es ihn häufig aufs Weitfeld.M

Von Michael Nachreiner Erstellt: 13. August 2021
Reidenbach liebt eine profilierte Strecke Immer wieder ein paar Höhenmeter wie hier vom Enztal-Radweg aufs Weitfeld hinauf liebt Ralf Reidenbach bei seinen Trainingsläufen. Foto: Nachreiner

In unserer Serie „Wegweiser“ stellen Läufer und Läuferinnen ihre Lieblingsstrecke vor. Denn Laufen kann man immer und überall – ganz besonders in unserer wunderschönen Region Vaihingen, in der man praktisch in der Natur steht, sobald man einen Fuß vor die Haustür gesetzt hat. In Folge 15 stellt Ralf Reidenbach seine Lieblingsstrecke auf dem Weitfeld vor. „Den Enztal-Radweg kann man von Enzweihingen aus immer machen. Aber ich mag es gerne profiliert. Deshalb favorisiere ich das Weitfeld“, berichtet der 51-Jährige. „Da meine Sache immer die Volksläufe sind, bei denen man nie weiß, wie die Topografie der Strecke aussieht, wenn man das erste Mal bei einem Wettbewerb meldet, ist es gut, wenn man im Training immer wieder schon ein paar Höhenmeter eingebaut hat. Vor allem in Gerlingen, Warmbronn oder Feuerbach geht es immer hoch und runter.“

14 Kilometer sind eine gute Vorbereitung auf Volksläufe

Von Enzweihingen geht es zunächst auf dem Enztal-Radweg in Richtung Leinfelder Hof und dann hoch aufs Weitfeld. Dort läuft Reidenbach am Segelflugplatz vorbei und dann parallel zur Bahnstrecke, bevor er Richtung Oberriexingen abbiegt. Am Reiterhof kommt der nächste Richtungswechsel wieder zurück in Richtung Aral-Tankstelle und Bauhof an der Bundesstraße 10. „Das sind rund 14 Kilometer. Das ist eine ideale Vorbereitung auf Volksläufe. Und da sind wir in der Region eigentlich bestens aufgestellt. Es gibt so viele Wettbewerbe, dass man fast jedes Wochenende laufen kann. Schade ist aber, dass schon vor Corona viele Volksläufe nicht mehr stattgefunden haben – wie beispielsweise Schützingen, Ochsenbach und Oberriexingen, aber auch Münchingen“, erklärt Reidenbach.

Bei Volksläufen bevorzugt er die Zehn-Kilometer-Distanz. „Für den Fünfer fehlt mir die Grundschnelligkeit. Halbmarathons bin ich zwar schon gelaufen. Aber eher, damit ich mal einen absolviert habe. Außerdem ist der Weg verdammt lang, wenn man früh merkt, dass es an dem Tag nicht läuft. Beim Zehner kann sich dagegen immer durchquälen, auch wenn es früh klemmt“, berichtet der Industriemechanikermeister, der in der Qualitätssicherung arbeitet.

Einem trauert er aber hinterher. „Bergläufe hätte ich gerne mehr gemacht“, berichtet Reidenbach. „Doch zum Training fehlt bei uns hier das Terrain. Wenn man eine Steigung in Angriff nimmt, ist man gerade losgelaufen und schon oben angekommen. Da bräuchte man Anstiege, bei denen man zwei, drei Kilometer in kleinen Schritten, den Oberkörper leicht nach vorne gebeugt hochlaufen muss.“

In den vergangenen Jahren hat sich Reidenbach aber etwas rar gemacht auf den Volkslaufveranstaltungen. „Wenn ich etwas mache, dann mache ich es richtig. 2010 hat mich aber mein Schwager gefragt, ob ich bei ihm ins Fußballtraining mit einsteige. Bis 2016 haben wir zusammen bei den TSF Ditzingen eine Mannschaft von der E-Jugend an betreut. Da waren zwei Tage in der Woche für das Training plus mindestens ein Tag am Wochenende für die Spiele verplant“, erzählt der Enzweihinger. „Ich hatte also nur noch drei, vier Einheiten pro Woche, um laufen zu gehen. Das ist nicht ausreichend, um bei einem Volkslauf vorne mit dabei zu sein.“ Und zuletzt kam Reidenbach die Corona-Pandemie bei seinen läuferischen Ambitionen in die Quere.

Ralf Reidenbachs Lieblingsstrecke.

Zum Laufen ist Reidenbach 1980 gekommen. Als Jugendfußballer hat er in Vaihingen an einem Hallensportfest teilgenommen – ist dort die 800 Meter und den 2 x 30-Meter-Sprint gelaufen. „Darauf habe ich Enzweihingen im Verein angefangen“, erinnert sich der Industriemechanikermeister. Da sich die Leichtathletikabteilung des TSV schon „am Auflösen befand“ (Reidenbach), ist er zum TV Vaihingen gewechselt. Weitere Stationen waren die SG Ludwigsburg, wo er ab 1992 drei Jahre lang trainierte, und anschließend zwei Jahre beim SV Salamander Kornwestheim. Mit dem Berufseinstieg wurde die Zeit weniger, die er für sein Hobby zur Verfügung hatte, und er wechselte zurück zum TSV Enzweihingen. „In meinen Hochzeiten bin ich 4500 bis 5000 Kilometer pro Jahr gelaufen“, berichtet Reidenbach.

Doch was reizte ihn am Ausdauersport? „Ich habe bis zum ersten Jahr A-Jugend auch Fußball gespielt. Aber ich war nie ein Mannschaftssportler. Ich will keine Ausrede suchen und irgendjemandem die Schuld zuschieben, warum wir ein Spiel verloren haben. Wenn ich einen Lauf in den Sand gesetzt habe, dann war alleine ich verantwortlich. Und ich bin beim Ausdauersport an nichts gebunden. Ich muss nur meine Laufschuhe anziehen. Außerdem bin ich ortsungebunden. Ich kann überall laufen gehen – egal, ob zu Hause, bei Weiterbildungsseminaren oder im Urlaub“, erzählt der 51-Jährige. „Und man bekommt links und rechts von der Strecke auch etwas mit von der Umgebung oder bei Wettkämpfen von der Atmosphäre. Schließlich hat man als Hobbyläufer keinen Tunnelblick.“

Wegweiser: Alle Lieblingsstrecken gibt es auf Komoot

Über den kostenlosen Routenplaner Komoot stellt die Sportredaktion der Vaihinger Kreiszeitung auf ihrem Account „VKZ“ alle Laufstrecken ihrer Serie „Wegweiser“ online zur Verfügung. Daraus ergibt sich ein Netz über das gesamte Verbreitungsgebiet – und eventuell auch etwas darüber hinaus. Alle Lauf- und Radstrecken finden Sie hier.

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