Julian Kristens Best-of

Wegweiser: Der Mittelstreckenläufer hat für seine Lieblingsstrecke Abschnitte gewählt, „die ich gerne laufe“. Los geht es für den 17-Jährigen auf der Nussdorflaufstrecke, ins Weissacher Täle, am Studelbach entlang, die Riethalde hoch wieder auf die Nussdorflaufstrecke.

Von Michael Nachreiner Erstellt: 11. Juni 2021
Julian Kristens Best-of Kurz vor Riet geht es von einer auf die andere Seite des „malerischen“ Strudelbachs, wie Julian Kristen es ausdrückt. Foto: Nachreiner

In unserer Serie „Wegweiser“ stellen Läufer und Läuferinnen ihre Lieblingsstrecke vor. Denn Laufen kann man immer und überall – ganz besonders in unserer wunderschönen Region Vaihingen, in der man praktisch in der Natur steht, sobald man einen Fuß vor die Haustür gesetzt hat. In Folge 6 stellt der Mittelstreckenläufer Julian Kristen (TSV Ensingen) seine Best-of-Strecke vor. „Genau diese Runde laufe ich eigentlich nicht so oft. Es ist aber eine Zusammenstellung vieler Abschnitte, die ich sehr gerne laufe“, berichtet der 17-Jährige, der gerade seine Abiturprüfungen abgelegt hat.

Seine Lieblingsstrecke führt ihn auf der Nussdorflaufstrecke ins Weissacher Täle (Kristen: „Wenn man die Steigung anders herum läuft, also aufwärts, dann wird sie ,Joggers Tod‘ genannt.“) am Strudelbach entlang und die Riethalde hinauf wieder zurück auf die Nussdorflaufstrecke. „Die Strecke hat praktisch alles dabei. Sie ist sehr abwechslungsreich. Am Strudelbach entlang ist es malerisch. Die Riethalde hoch ist ein knackiger Anstieg. Und wenn man danach aus dem Wald kommt, kann man auf den letzten Kilometern noch richtig beschleunigen, weil es stetig leicht bergab geht“, berichtet der Nussdorfer. „Insgesamt kommt man auf zwölf oder 13 Kilometer. Das ist für mich ein guter Longrun. Solche Strecken mache ich gerne sonntags.“

Auch als Mittelstreckler muss Kristen Kilometer abreißen

Die Distanz ist eher für das Aufbauen von Grundlagenausdauer ausgelegt. „Auf diesen Strecken geht es nicht darum, ans Limit und ans Wettkampftempo zu gehen. Hier läuft alles im aeroben Bereich“, erklärt Kristen. Denn auch als Mittelstreckler, der in der Regel zwischen 1500 und 5000 Metern zu Hause ist, muss man Kilometer sammeln. „Wenn man gut werden will, muss man einfach eine gewissen Anzahl an Kilometern laufen“, berichtet der 17-Jährige. „Bei mir sind das 50 bis 60 Kilometer pro Woche. Profis auf der Mittelstrecke reißen wöchentlich bis zu 160 Kilometer ab.“

Das Grundlagenausdauertraining nimmt aber den kleinsten Teil in Kristens wöchentlichem Trainingsplan ein. „Zwei Mal mache ich Intervall- oder Tempoeinheiten, also was Schnelles. Je nachdem, wie viel Zeit ich dann noch habe, stehen auch noch zwei kürzere, aber lockere Läufe auf dem Programm. Da bin ich dann so zwischen acht und zehn Kilometern unterwegs“, erzählt der Nussdorfer. „Dazu kommt noch Stabilisation.“ Die Trainingspläne erstellt sein ehemaliger Mannschaftskamerad beim TSV Ensingen, der Vaihinger Paul Jelden. „Er hat vor Kurzem eine Trainerlizenz erworben und macht das richtig professionell“, erklärt Kristen.

Der Nussdorfer bevorzugt das Laufen mit Partner oder in der Gruppe

Mit Jelden – wenn der mal in Vaihingen ist, er studiert in Karlsruhe – und vor allem seinem Laufbuddy Markus Klein ist Kristen auch meist unterwegs. Vor der Pandemie hat er auch oft mit dem Laufteam Nussdorf trainiert, das der Läufer Andreas Weis und der Triathlet Martin Diebold initiiert hatten. „Mit Begleitung fällt es einem leichter. Wenn man alleine läuft, hat man immer wieder das Verlangen, stehen zu bleiben. In einer Gruppe wird man mitgezogen“, erzählt Kristen. „Und bei den längeren Läufen schlagen wir auch ein gemütliches Tempo an, so dass wir uns auch mal unterhalten können. Aber zum dauernden Plaudern ist die Geschwindigkeit dann doch zu hoch.“

Julian Kristens Lieblingsstrecke

Gerade ist das Training aber praktisch eine Trockenübung. „Wettkämpfe sind aktuell wegen der Corona-Pandemie nicht wirklich in Sicht“, erklärt der Nussdorfer. „Aber wenn wieder etwas stattfindet, will ich fit sein.“ Denn der 17-Jährige hat noch Ziele. „Profi, da bin ich realistisch, will ich zwar nicht werden. Aber ich möchte meine Zeiten kontinuierlich verbessern. Das allein gibt ein gutes Gefühl. Und wenn es klappt, möchte ich in Württemberg oder Baden-Württemberg auf meinen Distanzen ganz vorne mitlaufen“, erzählt Kristen. Sein größter Traum wäre, das Ticket zu den deutschen Meisterschaften zu lösen – am liebsten auf seiner Lieblingsdistanz über 5000 Meter. „Da sehe ich noch am ehesten meine Stärken. Ich habe nicht so eine hohe Grundschnelligkeit. Und 10 000 Meter sind fast schon wieder zu lang für mich“, berichtet der Nussdorfer.

Die DM-Qualifikation über 5000 Meter wird aber ein hartes Stück Arbeit. „Bei Titelkämpfen auf der Bahn muss man eine Norm laufen“, erklärt Kristen. Leichter wird es bei Meisterschaften auf der Straße. „Bei den deutschen Titelkämpfen über zehn Kilometer auf der Straße oder auf Landesebene bei den Crossmeisterschaften kann jeder teilnehmen. Da muss man sich nicht qualifizieren“, berichtet der 17-Jährige.

Wegweiser: Alle Lieblingsstrecken gibt es auf Komoot

Über den kostenlosen Routenplaner Komoot stellt die Sportredaktion der Vaihinger Kreiszeitung auf ihrem Account „VKZ“ nach und nach alle Laufstrecken ihrer Serie „Wegweiser“ online zur Verfügung. Daraus ergibt sich ein Netz über das gesamte Verbreitungsgebiet – und eventuell auch etwas darüber hinaus. Alle Lieblingsstrecken finden Sie hier.

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