In den Fußstapfen des Vaters

Wegweiser: Felix Deißer ist wie Arno Deißer begeisterter Ausdauerläufer. Doch Schwimmen liegt ihm nicht so, weshalb der 33-Jährige nur bei Lauf- und Radwettkämpfen startet und nicht auch beim Triathlon. Nach der Geburt seiner Tochter bleibt aktuell aber wenig Zeit.

Von Michael Nachreiner Erstellt: 20. August 2021
In den Fußstapfen des Vaters Seine Lieblingsstrecke führt Felix Deißer (Team Sport Evolution Illingen) am Ensinger See vorbei. Foto: Nachreiner

In unserer Serie „Wegweiser“ stellen Läufer und Läuferinnen ihre Lieblingsstrecke vor. Denn Laufen kann man immer und überall – ganz besonders in unserer wunderschönen Region Vaihingen, in der man praktisch in der Natur steht, sobald man einen Fuß vor die Haustür gesetzt hat. In Folge 16 stellt Felix Deißer (Team Sport Evolution Illingen) seine Lieblingsstrecke von seinem Wohnort Illingen über den Ensinger See in den Sulzbachwald wieder zurück nach Illingen vor. „Diese Runde kann ich beliebig variieren. Ich kann die lange Strecke mit 13 oder 14 Kilometern laufen, aber sie auch jederzeit abkürzen, wenn es an dem Tag nicht läuft oder mich ein Hungergefühl übermannt“, berichtet der 33-Jährige.

Seit er vor rund viereinhalb Monaten Vater einer Tochter geworden ist, kommt er aber nicht mehr so häufig zum Laufen. „Die Strecke kann ich jedoch direkt nach der Arbeit in Angriff nehmen“, sagt er. Einfach in die Laufschuhe und los – keine Fahrt zu irgendeiner Trainingsstrecke. Und sobald seine Sophie in einem Jogger-Buggy sitzen kann, wird gemeinsam trainiert. „Dann werde ich schon ein bisschen eingebremst. Das wird dann meine Frau freuen“, erklärt der Illinger.

Ausdauersportgene sind Felix Deißer in die Wiege gelegt

Eigentlich sind Felix Deißer die Ausdauersportgene in die Wiege gelegt worden. Sein Vater Arno Deißer ist, seit sich Felix Deißer erinnern kann, Läufer und Triathlet. In den 1990er Jahren war Arno Deißer in Mühlacker im Triathlonverein engagiert. Später stand er dem Verein Team Sport Evolution in Illingen als Vorsitzender vor. Dennoch landete Felix Deißer als kleiner Junge erst einmal beim Mannschaftssport. Weil alle seine Freunde beim SV Illingen mit dem Fußball anfingen, trat auch er erst einmal gegen einen Ball. „Ich habe von den F- bis zu den B-Junioren Fußball gespielt. Doch dann ist es immer Körperlicher geworden. Das war nicht so mein Ding“, erinnert sich der Konstruktionsmechaniker.

Es wechseln sich immer wieder Felder, Wiesen und Wald ab. Foto: Nachreiner

Den Vater hat Felix Deißer zudem als Kind immer unterstützt. „Ich war viel dabei und habe bei Wettkämpfen zugeschaut“, erzählt der Illinger. „Ich habe auch an Kinderläufen teilgenommen. Aber damals habe ich noch nicht verstanden, für was das gut ist.“ Doch mit der Zeit fand er immer mehr Gefallen am Laufen. „Es hat Spaß gemacht, mit meinem Vater zusammen zu laufen. Die Distanzen sind unbegrenzt. Und man kann viel erreichen. Außerdem nimmt man seine Umgebung ganz anders wahr, als wenn man mit dem Auto fährt“, berichtet Felix Deißer. Seinen ersten Wettkampf absolvierte er in Schützingen. „Ich habe noch ein Foto von mir und meinem Vater von dem Lauf“, erklärt der 33-Jährige stolz. „Schade, dass es die Veranstaltung in Schützingen nicht mehr gibt. Das war immer ein schöner Lauf.“

Bei längeren Distanzen bekommt Felix Deißer Probleme mit dem Magen

Bei den Volksläufen über fünf und zehn Kilometer ist Felix Deißer auch hängen geblieben. „Ich bin nur einen Marathon zu Ende gelaufen. Das war 2014 in Frankfurt“, erzählt er. „Muskulär hatte ich nie Probleme. Aber bei längeren Distanzen bekomme ich immer Probleme mit dem Magen – teilweise schon auf der Halbmarathonstrecke. Das hängt vielleicht auch damit zusammen, dass ich bei großen Events mit Nervosität zu kämpfen habe.“ Auch das Experimentieren mit Nahrungsergänzungsmitteln hat nichts gebracht. Felix Deißer: „Ich habe mit Gels mit Salzen statt mit Süßstoffen drin experimentiert. Aber es hat sich nichts geändert. Es ist einfach eine Überlastung. Und wenn ein Teil deines Körpers so reagiert, musst du dich halt darauf einstellen.“

Die Bahn reizt Felix Deißer auch. Beim Besigheimer Abendsportfest ist er beispielsweise schon die 5000 Meter im Stadion gelaufen. Lieber ist er allerdings auf der Straße unterwegs. „Bei der Bahn steigert man sich zwar von Runde zu Runde. Das hat seinen Reiz. Aber es ist recht monoton“, erklärt der 33-jährige Illinger. „Auf der Straße ist es eher ein Hasenrennen. Die Frage ist immer: Wer greift zuerst an? Dieses Taktieren macht Spaß. Und auf der Straße kann man auch mal ein Schwätzle halten, wenn das Tempo gerade am Anfang noch nicht zu schnell ist.“

Felix Deißers Lieblingsstrecke.

Außerdem gibt es Volksläufe auf der Straße fast in jeder Gemeinde. Besonders fasziniert ist der Illinger von den Veranstaltungen im Badischen und Pfälzischen. „Ich habe den Eindruck, da geht es viel familiärer zu als im Raum Stuttgart, wo man mit Sponsoren arbeitet“, berichtet Felix Deißer. Sein absoluter Lieblingslauf findet allerdings in Bellheim statt. „Die 25 Kilometer sind gerade das, was ich laufen kann, ohne Probleme mit dem Magen zu bekommen. Und in den drei, vier Ortschaften, durch die der Lauf führt, ist Remmidemmi. Mir ist sogar schon ein Schnaps angeboten worden. Und wenn man dann wieder nach Bellheim reinkommt, ist alles mit Fackeln beleuchtet“, erzählt er.

Auch auf das Rennrad oder Mountainbike schwingt sich Felix Deißer gerne. Durchaus auch mit Erfolg. „Als ich etwa 14 Jahre alt war, da war ich bei einem Mountainbikerennen in Remchingen ganz gut platziert“, erinnert er sich. Von der dritten Disziplin, die zum Triathlon noch fehlt, dem Schwimmen, lässt der Illinger allerdings die Finger. „Ich bin ein schlechter Schwimmer. Zudem ist das Schwimmen im Pulk wie bei einem Massenstart nicht so mein Ding“, erklärt der Konstruktionsmechaniker. „Nur als Kind habe ich mal an einem Triathlon teilgenommen. Danach nicht mehr.“

Irgendwann würde Felix Deißer auch gerne einen Trainerschein machen und seine Leidenschaft an den Nachwuchs weitergeben. Ein paar Ideen hätte er auch schon, wie man das Laufen attraktiver für Kinder und Jugendliche machen könnte. „Man müsste die Lauftreffs für die Jugend anpassen. Zum Beispiel könnte man flexibler werden, was Zeiten zum Training oder Laufstrecken betrifft. Oder man könnte das Training mit etwas verbinden. Mein Vater macht das gerade mit seinen Radausfahrten sonntags. Die führen praktisch von einem Besen zum nächsten“, erklärt der 33-Jährige. Aber auch die Veranstalter von Volksläufen müssten darauf reagieren. „In Schützingen gab es zum Beispiel einen Pokal für den jüngsten Teilnehmer. Oder man könnte einen Staffelwettbewerb einführen, damit das Teamgefühl gestärkt wird“, sagt Felix Deißer.

Wegweiser: Alle Lieblingsstrecken gibt es auf Komoot

Über den kostenlosen Routenplaner Komoot stellt die Sportredaktion der Vaihinger Kreiszeitung auf ihrem Account „VKZ“ alle Laufstrecken ihrer Serie „Wegweiser“ online zur Verfügung. Daraus ergibt sich ein Netz über das gesamte Verbreitungsgebiet – und eventuell auch etwas darüber hinaus. Alle Lauf- und Radstrecken finden Sie hier.

Sie haben auch eine Lieblingsstrecke, die Sie gerne zeigen möchten? Dann melden Sie sich in unserer Sportredaktion per Mail an sport@vkz.de.

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