Hügelig oder flach – man hat die Wahl

Wegweiser: Julian Großkopf zieht es zum Radtraining immer wieder in den Stromberg. Der Triathlon-Europameister der Altersklasse 20 bis 24 Jahre findet dort Strecken, die Anstiege und Abfahrten umfassen, aber auch Touren, auf denen er es rollen lassen kann.

Von Michael Nachreiner Erstellt: 25. August 2021
Hügelig oder flach – man hat die Wahl Auch wenn im Stromberg wenig Verkehr herrscht, hin und wieder wird es für Julian Großkopf eng. Foto: Küppers

Unsere wunderschöne Region Vaihingen, in der man praktisch in der Natur steht, sobald man einen Fuß vor die Haustür gesetzt hat, lädt nicht nur zu Laufrunden ein. Auch mit dem Rennrad oder dem Mountainbike lässt sich in der Gegend hervorragend erkunden. In unserer Serie „Wegweiser“ stellen Radfahrer ihre Lieblingsstrecken vor. In Folge 8 erklärt Triathlet Julian Großkopf (VfL Waiblingen/LAZ Ludwigsburg), warum es ihn zum Radtraining ebenso wie zum Laufen in den Stromberg zieht. „Die Landschaft dort ist sehr schön. Es ist dort ruhig. Es gibt wenige Ampeln. Und auch vom Belag her sind die Straßen gut“, berichtet der 21-jährige Oberriexinger.

Und wenn der amtierende Triathlon-Europameister über die Mitteldistanz in der Altersklasse 20 bis 24 Jahre einige Anstiege trainieren will, dann gibt es dort „einige kleine Pässe, wie ich sie nenne. Also Straßen, die über Höhenzüge führen“, erklärt Großkopf. „Vor der EM bin ich diese Anstiege gerne gefahren.“ Es gibt aber auch genügend Routen, die praktisch komplett flach verlaufen. „Man kann es sich also aussuchen, ob man hügelig – unter anderem auch mit Bergintervallen – oder flach fahren möchte“, berichtet der Oberriexinger.

Trainingsstrecken werden möglichst an die Wettkampfstrecke angepasst

Letzteres bevorzugt er, wenn er mit seinem Wettkampfrad mit dem Aero-Lenker – einem Lenkeraufsatz, auf dem er die Unterarme ablegen kann – trainiert. Großkopf: „Das Rad ist dafür ausgelegt, schnell zu fahren. Da bevorzuge ich zum Beispiel die Strecke von Horrheim nach Zaisersweiher.“

Ob er lieber hügelig oder flach trainiert, liegt auch am jeweils anstehenden Wettkampf. „Ich kann mich natürlich nicht auf jeden exakt vorbereiten. Aber vor den wichtigen Rennen versuche ich schon, die Trainingsstrecken auf die Wettkampfstrecke abzustimmen“, erzählt Großkopf. Generell beinhaltet eine Trainingswoche neben drei bis vier Einheiten Laufen und vier Einheiten Schwimmen drei Einheiten im Sattel – ein längeres Intervall flach, ein kürzeres Intervall auch hügelig und eine längere Ausfahrt. Bei Letzterer sind regelmäßig Trainingspartner aus der Nussdorfer Laufgruppe dabei. „Die Gruppe ist eigentlich als Laufgruppe gestartet. Doch seit Beginn der Corona-Pandemie hat sich das etwas gewandelt. Einige haben mit Triathlon angefangen. Mit ihnen dann sonntags die Tour zu machen, ist immer spaßig“, berichtet der Oberriexinger.

Gemeinsames Training auf der Rolle in einem virtuellen Raum mit Freunden

Doch auch bei den Rad-Intervalleinheiten freut sich Großkopf über Gesellschaft. „Wenn man da einen Partner dabei hat, kommen ein bisschen Wettkampfgedanken auf. Da versucht man sich mal, gegenseitig abzuhängen. Oder man fährt etwas schneller durch die Kurven. Und eine gesunde Rivalität auch im Training hat noch nie geschadet“, erklärt der 21-Jährige. Oft ist er aber alleine unterwegs. „Ich muss ja mein Training in meinen Alltag integrieren. Schließlich studiere ich Luft- und Raumfahrttechnik. Und auch die anderen gehen einem Beruf nach. Da ist es oft schwierig, die Rahmenbedingungen so unter einen Hut zu bekommen, dass alle gleichzeitig Zeit haben“, erzählt Großkopf.

Was der Oberriexinger und seine ausdauersportbegeisterten Freunde dagegen regelmäßig hinbekommen, sind gemeinsame virtuelle Trainingseinheiten auf der Rolle. „Es macht wirklich Spaß, online zu fahren. Die virtuellen Welten sind in der Zwischenzeit richtig schön gemacht. Und während des Lockdowns haben sich abends regelmäßig bis zu 30 000 Leute eingeloggt. Da trifft man auf seinen virtuellen Touren immer mal jemanden. Man kann sogar Online-Rennen fahren“, erzählt Großkopf. „Und es ist effektiv. Die Rolle simuliert sogar Steigungen und Abfahrten – auch wenn ich zu Hause keinen Lift habe, der den Vorderbau des Rads anhebt oder absenkt. Man muss auf jeden Fall hoch- oder runterschalten.“

Julian Großkopfs Lieblingsstrecke.

Und vor allem in der schlechten Jahreszeit ist die Rolle „eine echte Alternative zum Sich-Warm-Anziehen, dann durch die Kälte und Nässe fahren – oft bei Dunkelheit, weil ich erst abends zum Trainieren komme –, anschließend das Fahrrad putzen und sich dann wieder aus den Klamotten schälen“, erklärt der 21-Jährige. Doch so schön die virtuelle Welt ist, irgendwann ist es Großkopf auch genug. „Mehr wie eine oder anderthalb Stunden auf der Rolle gehen nicht. Deshalb fahre ich selbst im Winter die langen Sachen draußen – dann halt auf einem Mountainbike“, berichtet er.
Generell versucht der Triathlet, sich aber nicht phasenweise auf eine der drei Teildisziplinen – Schwimmen, Radfahren und Laufen – zu konzentrieren. „Grundsätzlich trainiere ich jede Woche alle drei Disziplinen mit dem gleichen Pensum für jede Disziplin“, berichtet Großkopf. Einzige Ausnahme: In Zukunft wird er sich im Winter mehr auf das Schwimmtraining konzentrieren, wenn es draußen sowieso zu kalt oder unangenehm zum Laufen oder Radfahren ist. Und nicht jede Woche kann er als Amateur das gleiche Pensum abspulen. „Mit der Uni gibt es Phasen, da kann ich mir viel Zeit für den Sport nehmen. Es gibt aber auch andere Phasen, da steht der Sport hintenan. Aktuell ist eher Letztere. Ich habe gerade Prüfungsphase – auch, wenn es guttut, dass ich durch das Training einen sehr strukturierten Tagesablauf habe“, erklärt der 21 Jahre alte Oberriexinger.

Wegweiser: Alle Lieblingsstrecken gibt es auf Komoot

Über den kostenlosen Routenplaner Komoot stellt die Sportredaktion der Vaihinger Kreiszeitung auf ihrem Account „VKZ“ alle Lauf- und Fahrradstrecken ihrer Serie „Wegweiser“ online zur Verfügung. Daraus ergibt sich ein Netz über das gesamte Verbreitungsgebiet – und auch darüber hinaus. Alle Lauf- und Radstrecken finden Sie hier.

Sie haben auch eine Lieblingsstrecke, die Sie gerne zeigen möchten? Dann melden Sie sich in unserer Sportredaktion per Mail an sport@vkz.de.

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