Wisirenkos Traum: mit Segelboot um die Welt

Der 20-jährige Tischtennisspieler des TSV Hochdorf ist zwar noch nie gesegelt, ist aber fasziniert von der Freiheit auf dem Meer sowie der Abhängigkeit von der Natur. Ein Muss auf der Yacht wäre eine gute Jukebox: Denn er liebt es, Songs mitzuträllern.

Erstellt: 10. März 2021
Wisirenkos Traum: mit Segelboot um die Welt Pascal Wisirenko hat sich, obwohl er erst 20 Jahre alt ist, schon zur Nummer eins der Setzliste beim TSV Hochdorf entwickelt. Foto: Leitner

Nussdorf (nac). Die Sportler aus der Region stehen im öffentlichen Fokus und werden meist nach ihren Leistungen beurteilt. Doch wie ticken sie wirklich? In einer Interviewserie stellt die VKZ-Sportredaktion den Menschen hinter dem Sportler vor. Teil 16: Pascal Wisirenko (20), Tischtennisspieler beim Bezirksklasse-A-Vertreter TSV Hochdorf.

Wie geht es Ihnen?

Mir geht es aktuell sehr gut. Obwohl man wegen der Pandemie Abstriche machen muss, erlebe ich jeden Tag kleine und große Dinge, die mich einfach glücklich machen – egal, ob im wirklichen Leben oder online.

Jetzt in der trainings- und spielfreien Phase: Wie halten Sie sich fit?

Die ersten Wochen habe ich einfach mal die Beine baumeln lassen. Mittlerweile sind Home-Workouts zu einem festen Bestandteil meiner Woche geworden, je nachdem wie sie zeitlich reinpassen. Zusätzlich versuche ich, meine Ausdauer mit regelmäßigem Joggen zu erhöhen und meine Mobilität durch Dehnübungen zu verbessern.

Und wie vertreiben Sie sich Ihre mehr-gewonnene Freizeit?

Mein Mehr an Freizeit geht größtenteils für das Lernen, Vorbereiten von Vorlesungen oder die Recherche für meine Studienarbeit drauf. Den restlichen Teil, welcher vergleichsweise klein ist, verbringe ich mit Sport, Lesen, meiner Freundin und meiner Familie.

Was fehlt Ihnen aktuell am meisten?

Spontane Aktionen mit meinen Freunden. Auch wenn ich ein strukturierter Typ bin, der am liebsten alles im Voraus plant, fehlen mir die spontanen Abende in Bars oder auf unserem Gartenstückle.

Und auf was können Sie generell nicht verzichten?

Abgesehen von meiner Familie – ganz klar die Musik. Auch wenn ich keine sonderlich schöne Stimme besitze, bereitet es mir viel Spaß, bei meinen Lieblingssongs lauthals mitzusingen. Zudem lässt die Musik negative Dinge an einem Tag in wenigen Minuten belanglos erscheinen, und meine Laune dreht sich um 180 Grad.

Blicken wir auf die bisher in dieser Saison absolvierten Wettkämpfe/auf die bisherige Saison zurück: Wie lief es?

Durchwachsen. Mit einem Unentschieden und einer Niederlage befinden wir uns in der Mitte der Tabelle.

Was lief nicht so gut?

Ganz klar unser Auftaktspiel. Da in unserer Mannschaft zwei Leute nicht spielen konnten, benötigten wir Ersatz von unserer Zweiten. Da bis kurz vor Spielbeginn nicht klar war, wer als Ersatz einspringt, war die gesamte Situation vor Beginn unruhig und durch rege Diskussionen angespannt. Diese Stimmung wurde unterbewusst in die Spiele getragen, was zu einer verminderten Konzentration auf die aktuellen Partien führte.

Und mit was sind Sie zufrieden?

Wegen der unsicheren Lage im letzten Jahr konnten wir die üblichen Vereinsmeisterschaften nicht wie gewohnt an einem Wochenende austragen. Mein Vorschlag, die Spiele stattdessen im Training auszutragen, wurde von vielen positiv angenommen und bis zum ersten Lockdown auch engagiert durchgeführt.

Wie stehen Sie zu der Entscheidung des Verbands, die Saison zu annullieren?

Ich begrüße die Entscheidung, die laufende Saison zu annullieren, denn in der aktuellen Lage gibt es Wichtigeres, um das wir uns kümmern müssen. Zudem finde ich es wichtiger, dass man wieder trainieren kann – vorausgesetzt, die Infektionslage lässt es wieder zu. Ansonsten sehe ich die Gefahr, dass der ein oder andere Spieler das Interesse an unserer Sportart verliert.

Und wenn Sie Ihre bisherige Laufbahn Revue passieren lassen: Was war Ihr schönstes Sport-Erlebnis?

Zu Jugendzeiten verzeichneten wir einige Meisterschaften, was ein super Gefühl war. Als schönstes Erlebnis würde ich jedoch den Aufstiegsspieltag 2019 mit den Männern nennen. Nach einer hart umkämpften Runde zeigten wir an diesem Tag, was in uns steckt und den Aufstieg perfekt machen.

Und welches war das negative Highlight?

Was ist schon negativ? Ich habe etliche Niederlagen in meiner bisherigen Laufzeit hinnehmen müssen – entweder, weil meine Gegner besser waren oder weil bei mir etwas überhaupt nicht funktioniert hat. Allerdings ärgere ich mich immer wieder, wenn ich meine Spielweise nicht konsequent durchziehe und in eine passive Situation gerate.

Wer war der beste Konkurrent, gegen den Sie jemals haben antreten müssen?

Mein damals bester Freund, gegen den ich Hunderte von Spielen ausgetragen habe. Wahrscheinlich genau aus dem Grund: Wir kannten beide unsere Spielweisen und die Tricks des jeweils anderen. Zudem überraschte mich mein Freund immer wieder mit unkonventionellen Spielzügen, weshalb der Spielausgang jedes Mal ungewiss war.

Es heißt: Hinter jedem erfolgreichem Mann steht eine starke Frau und hinter jeder erfolgreichen Frau steht ein starker Mann. Wer ist bei Ihnen verantwortlich, dass Sie sportlich so erfolgreich sind?

Wenn wir dem Sprichwort Glauben schenken wollen, dann müsste ich eine Frau sein. Denn mein sportlicher Erfolg geht größtenteils auf meinen Trainer zurück. Er trainiert mich, seit ich elf Jahre alt bin, und schaut immer noch kritisch auf meine Technik.

Und welches ist Ihr sportliches Vorbild?

Moritz Hans, der ruhig und selbstbewusst die Hindernisse bei der Show „Ninja Warrior“ angeht und sie überwindet. Und dabei mit seinem Humor und einer Leichtigkeit den Parcours zu seiner Spielwiese macht, wobei er trotz des großen sportlichen Erfolgs bodenständig und völlig bescheiden bleibt.

Wenn Sie nicht die Sportart treiben würden, für die Sie sich entschieden haben, welchem Hobby würden Sie nachgehen?

Ich würde sehr wahrscheinlich bouldern. Die Kombination aus Kraft, Koordination und Geschicklichkeit fasziniert mich, aber auch die Gruppendynamik, die bei der gemeinsamen Bewältigung eines Boulders entsteht. Zudem sind die üblichen Boulderhöhen für meine Höhenangst noch in einem erträglichen Rahmen.

Welche drei Dinge würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?

Definitiv meine Freundin, da ich ansonsten wieder von der Insel herunter möchte. Und zum Überleben vermutlich eine Machete und einen Feuerstein. Die restlichen Dinge müssen wir uns aus der Natur beschaffen.

Wie charakterisiert Sie Ihre Familie oder Freunde?

In einem Punkt sind sich wohl Freunde und Familie einig: Ich bin ein sehr hilfsbereiter und offener Mensch. Für die Unterstützung meiner Freunde oder Familie stelle ich auch mal meine Bedürfnisse und Vorhaben hinten an.

Und was ist Ihre größte Schwäche?

Neben meiner Rot-Grün-Schwäche würde ich anführen, dass ich schwer „Nein“ sagen kann. Was auch auf meine Hilfsbereitschaft zurückgeht. Ich habe bereits die letzten Monate gelernt, häufiger meinen eigenen Bedürfnissen nachzugehen. Dennoch sollte ich öfters an mich denken.

Wenn Sie eine Million Euro zur Verfügung hätten, was würden Sie damit machen?

Solange ich keine Million gewonnen habe, werde ich nicht sicher sagen können, was ich damit machen werde. Falls es einmal dazu kommt, werde ich vermutlich den größten Teil spenden, da es etliche Menschen gibt, die das Geld besser brauchen können als ich.

Unabhängig von Geld: Welchen Wunsch würden Sie sich gerne einmal erfüllen?

Mein persönlicher Wunsch ist es, die gesamte Welt zu umsegeln. Warum? Ganz genau erklären kann ich es nicht. Ich bin bisher noch nicht einmal gesegelt. Dennoch stelle ich mir die Freiheit auf dem Meer sowie die Verbindung und die direkte Abhängigkeit von der Natur als etwas Unbeschreibliches vor. Und zugegebenermaßen möchte ich meine eigenen Grenzen dabei erfahren.

Welchen Prominenten würden Sie gerne einmal kennenlernen?

Definitiv Elon Musk. Ich bewundere seine Visionen und Ideen, die er gegen alle Widrigkeiten und Kritiker umsetzt. Er beschwert sich nicht darüber, was auf der Erde fehlt, sondern packt die Dinge einfach an. Seine Kreativität und Zielstrebigkeit sind die beeindruckendsten Eigenschaften – und inspirieren mich.

Welche Schlagzeile würden Sie über sich gerne einmal in der VKZ lesen?

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