TSV fühlt sich wieder reif für die Bezirksliga

Hochdorf ist nach freiwilligem Abstieg vor einem Jahr zurück

Von Michael Nachreiner Erstellt: 21. September 2019
TSV fühlt sich wieder reif für die Bezirksliga Pascal Wisirenko, der Hochdorfer Spitzenspieler, soll den TSV zum Klassenerhalt in der Bezirksliga führen. Foto: Leitner

Mit breiter Brust gehen die Spieler des TSV Kleinglattbach und die des Bezirksliga-Rückkehrers TSV Hochdorf am heutigen Samstag in ihre ersten Saisonspiele in der Tischtennis-Bezirksliga Gruppe 2. Die Ansprüche sind aber unterschiedlich. Während die Kleinglattbacher sich ins vordere Mittelfeld orientieren wollen, geht es für Hochdorf nur um den Klassenerhalt.

TSV Kleinglattbach

Praktisch mit drei neuen Spielern geht der TSV Kleinglattbach in die neue Saison. Rainer Wenz greift nach überstandener Verletzung, die ihn fast die gesamte vergangene Spielzeit außer Gefecht gesetzt hat, wieder an. „Er muss sich zwar erst wieder reinfinden, hat aber sehr gut trainiert“, erklärt Mannschaftsführer Philipp Gutjahr. Von den TTF Gündelbach schloss sich Jürgen Held der Mannschaft aus dem größten Vaihinger Teilort an. Philipp Gutjahr: „Er hat zwar bei einem Bezirksliga-Absteiger gespielt. Aber im mittleren Paarkreuz hat er eine positive Bilanz geholt. Er wird uns auf jeden Fall verstärken.“ Zumal er in Kleinglattbach hinten gemeldet ist. Und aus der zweiten Mannschaft hat sich Bodo Krilla durch die TTR-Punkte nach oben gespielt. „Die Punkte sind das eine“, erklärt der Kleinglattbacher Teamkapitän. „Aber auch von der Leistung ist er nicht schlechter als Ingo Fischle, Thomas Gutjahr oder Harry Weinschenk“, die nun in die Reserve zurückgerutscht sind.

Aber auch personell runderneuert bleibt das Ziel der Kleinglattbacher unverändert zu den vergangenen Jahren. „Wir wollen im vorderen Mittelfeld abschneiden“, erklärt Philipp Gutjahr. Ein Riesenschritt in Richtung dieses Ziels wäre gleich ein Sieg zum Auftakt am heutigen Samstag gegen den Vorjahres-Vizemeister TTC Bietigheim-Bissingen V, der nur mit einem Unentschieden mehr auf dem Konto als der Titelträger TSF Ditzingen am Aufstieg vorbeigeschrammt ist. „Die Bietigheimer haben aber gefühlt jedes Jahr ein neues Team, weil sie so viele Spieler wechseln“, sagt der Kleinglattbacher Mannschaftsführer. „Es wird zwar eine schwere Aufgabe, aber ohne Chance sind wir nicht.“ Auf Punkte hofft er vor allem von Spitzenspieler Michael Zucker, von Rekonvaleszent Wenz und von Zugang Held. Philipp Gutjahr: „Traditionell ist Bietigheim hinten eh nicht so stark. Da haben wir überhaupt gute Chancen.“

TSV Großglattbach

In den vergangenen Jahren war der TSV Großglattbach die klassische Fahrstuhlmannschaft – für die Bezirksklasse zu stark, für die Bezirksliga zu schwach. Michael Grimmeisen hofft aber, dass die Großglattbacher den Kreis in dieser Saison unterbrechen werden. Und der TSV-Mannschaftsführer hat Grund zur Zuversicht: „Einige Spieler sind – anders als in der Vergangenheit – wieder frühzeit ins Training eingestiegen.“ Vor allem Matthias Enz hat wieder mehr Zeit für die Jagd nach dem Plastikball investiert. „Er hat gemerkt, dass er in der höheren Klasse nicht mehr ohne Training gewinnt“, berichtet Grimmeisen.

Darüber hinaus haben Großglattbachs Nummer eins, Timo Krauth, und Grimmeisen die Bezirksmeisterschaften als Trainingsturnier kurz vor dem Saisonstart in einer Woche bei der SpVgg Mönsheim genutzt. „Die Titelkämpfe kamen vom Termin gelegen. Außerdem bekamen wir viele Spiele unter Wettkampfbedingungen“, erklärt der TSV-Mannschaftsführer. Die Meisterschaften haben aber auch Defizite aufgezeigt – vor allem bei Grimmeisen. „Ich habe schon seit Jahren Probleme mit der Rückhand – vor allem im Angriff. Das nutzen die Gegner aus höheren Klassen gnadenlos aus“, berichtet er. Die letzten Einheiten vor dem Rundenauftakt nutzte er allerdings dazu, daran zu arbeiten. Grimmeisen: „Es gibt verschiedene Übungsformen. Zum Beispiel kann mein Trainingspartner mir Angaben mit Unterschnitt in die Rückhand servieren mit der Aufgabe, dass ich sie öffne. Außerdem haben wir einen Ballroboter in Großglattbach. Das Training damit ist effektiv und anstrengend.“

Seine Anstrengungen haben bis zum Duell mit Mönsheim dann hoffentlich gefruchtet. Denn ein guter Saisonstart wäre ganz wichtig, ist sich der Mannschaftsführer sicher. „Dann spielt es sich die Wochen darauf einfacher. Man ist nicht so geknickt, wie wenn man mit einer Niederlagen in die Spielzeit startet. Denn am zweiten Spieltag am 6. Oktober kommt es schon zu einer richtungsweisenden Begegnung. Dann müssen die Großglattbacher zum Mitaufsteiger TSV Hochdorf, der von der Spielstärke vergleichbar ist.

TSV Hochdorf

Vor etwas mehr als einem Jahr verzichtete der TSV Hochdorf auf die Relegation und stieg freiwillig in die Bezirksklasse. „Damals hatten wir mit Martin Mühl und Martin Högenauer zwei Abgänge, die schwer wogen. Es stellte sich die Frage, ob die Nachwuchsspieler bei der Stange bleiben würden, wenn sie ständig verlieren würden. Deshalb haben wir uns für den Gang in die Bezirksklasse entschieden. Und das Konzept ging voll auf. Die jungen Spieler haben sich stabilisiert. Jetzt sind wir wieder reif genug für die Bezirksliga“, berichtet Hochdorfs Jugendwart Fritz Kasper. Denn nach nur einer Saison sind Pascal Wisirenko und Co. wieder zurück in der höchsten Klasse des Bezirks Ludwigsburg.

Dass die Hochdorfer als Aufsteiger gegen den Abstieg spielen werden, da geben sie sich keinen Illusionen hin. „Aber ich bin zuversichtlich, dass wir mindestens den Relegationsplatz erreichen“, sagt Kasper. „Denn zum einen ist die Gruppe 2, in der wir nun eingeordnet sind, aus meiner Sicht nicht ganz so stark wie die Gruppe 1, aus der wir vor einem Jahr abgestiegen sind.“ Vor allem gegen den Mitaufsteiger TSV Großglattbach, den TV Markgröningen IV und den TSV Heimsheim erhofft er sich Punkte. „Zum anderen haben sich unsere jungen Spieler weiter entwickelt“, fährte der 70-Jährige, der an Position immer noch in der ersten Mannschaft zum Schläger greift, fort. Die Nummer eins des TSV, Pascal Wisirenko, hat schon einen QTTR-Wert, der die Spielstärke wiedergibt, von mehr als 1650 Punkten erreicht.

Vor allem von dem Nachwuchsspieler hält der Jugendwart viel. Kasper: „Pascal Hat es drauf. Er spielt einen aggressiven Topspin und setzt seine Gegner immer unter Druck. Was ihm fehlt, ist noch etwas die Erfahrung.“ Neben Wisirenko steht noch ein weiteres Talent im Kader der Hochdorfer: Tim Greif, der allerdings beim Saisonauftakt am heutigen Samstag (19 Uhr) gegen den TSV Heimsheim fehlt, weil er seinen 19. Geburtstag feiert. „Tim könnte aber sogar noch mehr. Doch so lange er gewinnt, denkt er, es langt auch ohne viel Training“, erklärt Kasper.

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