Nussdorf schöpft Kapital aus Jugendarbeit

Drei Nachwuchsspieler katapultieren Nussdorf II vom Mittelfeld in die Ligaspitze – Auch die Ausfälle können kompensiert werden

Von Ron Räpple Erstellt: 20. April 2019
Nussdorf schöpft Kapital aus Jugendarbeit Feiern die Meisterschaft in der Kreisliga D Gruppe 2: (von links) Jörg Bosch, Jonathan Bosch, Valentin Wolf, Jonas Wagner, Chi-Don Nguyen und Yasin Ekinci vom TSV Nussdorf II Foto: Leitner

Eigentlich war die Meisterschaft nicht zu erwarten. Doch die Tischtennis-Männer II des TSV Nussdorf haben sich allen voran durch ihre Eigenwächse aus der Jugend in der Kreisliga D Gruppe 2 der Männer mit einem Endresultat von 21:3 Punkten durchgesetzt. Dabei hätte in den letzten drei Begegnungen der Saison noch einiges schief gehen können.

Nussdorf. Wenn Thomas Valentin, Leiter der Tischtennisabteilung des TSV Nussdorf, von der vergangen Saison der Männer II spricht, wird deutlich, wie stolz er auf die Jugendarbeit ist und die Spieler, die sich daraus entwickelt haben. Eigentlich sollten Yasin Ekinci, Valentin Wolf und Chi-Don Nguyen in ihrer zweiten Saison bei den Aktiven weiterhin erstmal Erfahrungen sammeln. Denn dass im Aktivenbereich ein anderer Wind weht als in der Jugend, wird jedem Sportler spätestens dann klar, wenn der Sprung in den Aktivenspielbetrieb vollzogen ist.

Dass die Nussdorfer Eigengewächse die Herausforderungen in der Kreisliga D Gruppe 2 der Männer mit Bravour meistern, hat selbst Thomas Valentin nicht erwartet: „Dass die Meisterschaft gewonnen wird, war zu Beginn der Saison bei so einer jungen Mannschaft nicht zu erwarten.“ Doch speziell Valentin Wolf, der nebenher auch noch Jugendtrainer beim TSV ist, schreckte nicht davor zurück, Verantwortung für die Truppe zu übernehmen. Als „Kopf der Mannschaft“ (Thomas Valentin) übernahm er an und neben der Tischtennisplatte das Zepter, wenn es um die das Kräftemessen ging aber auch um Spielverlegungen oder anderweitige organisatorische Bereiche. Dass die Konkurrenz mit den Nussdorfer Akteuren rechnen musste, untermauerten diese nach den ersten sechs Begegnugen, die sie allesamt gewannen. Doch um Meister zu werden, bedarf es auch einer gewissen Konstanz. Die war in den Reihen um Spitzenspieler Yasin Ekinci durchaus vorhanden. Lediglich drei von 24 möglichen Punkten gab der Nussdorfer in allen zwölf Partien ab. Dabei hätte gegen Ende der Saison noch einiges schief gehen können. Es fehlte drei Spieltage vor Schluss noch ein Punkt zur Meisterschaft. Doch Ende März kassierten die Nussdorfer gegen die TTF Gündelbach III die erste Saisonniederlage. Eine Woche später hatten sie den stärksten Verfolger vor der Brust, den TTC Oberderdingen V. Aufgrund gesundheitlicher Probleme, war es für Ekinci nicht möglich, seine Teamkameraden zu unterstützen. „Man wäre auch mit dem zweiten Platz aufgestiegen. Aber die Jungs wollten es unbedingt als Meister schaffen“, sagte Thomas Valentin. Er selbst sprang in Folge des Ausfalls in den letzten beiden Begegnungen als Spitzenspieler für den TSV ein, und die Nussdorfer wießen am vorletzten Spieltag den TTC Oberderdingen V an ihren heimischen Tischtennisplatten durch einen 9:3-Erfolg in die Schranken – der Titelgewinn war damit in trockenen Tüchern. „Im Endeffekt war die Meisterschaft auf alle Fälle verdient. Aber es war auch gut, dass ich eingesprungen bin, denn wer weiß, wie es mit den Nerven bei so jungen Spielern in einer so brenzligen Situation ausgesehen hätte “, sagte Thomas Valentin.

Als Erfolgsrezept für die Nussdorfer Meisterschaft gab es für den Abteilungsleiter mehrere Faktoren. Der eine war die Unbekümmertheit der Mannschaft. Selbst in brenzligen Situationen waren Wolf und Co. immer für einen Spaß zu haben und nahmen sich damit selbst auch ein wenig den Druck des Gejagten. Darüber hinaus war sich jeder der Akteure seiner Stärken bewusst. Die Nussdorfer hatten auch allen Grund dazu. Ekinci hat mit einer Quote von 14:4 Punkten in seinen neun Einsätzen bewiesen, was er kann. Ebenso Wolf mit einem Scoring von 16:7 (zwölf Einsätze) und Nguyen mit 15:6 (zwölf Einsätze). Ebenfalls für Verlässlichkeit sorgte das bereits aus der Jugend eingespielte Doppel Ekinci/Nguyen mit 8:3 in neun Einsätzen. Aber auch die Tatsache, dass der TSV mit Szilvia Kahn, der ehemaligen Nummer 68 der Weltrangliste, eine Trainerin von Weltklasseformat in den Reihen hat, war für Thomas Valentin ein wichtiger Baustein für den Erfolg in der Kreisliga D Gruppe 2. Insgesmt überzeugten die Nussdorfer auch als Kollektiv mit einem Saisonresultat von 81:38 in den Einzeln und 24:14 in den Doppeln.

Thomas Valentin ist sich bei der Leistung der Mannschaft in diesem Jahr sicher, dass in der nächsten Saison in der Kreisliga C ein gesicherter Mittelfeldplatz im Bereich des Möglichen liegt.

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