Lea Ruof entdeckt neue Sportarten für sich

Weil die Sporthallen wegen der Pandemie geschlossen sind, kann die Oberriexingerin ihrem Hobby Tischtennis gerade nicht nachgehen. Die 19-Jährige ist stattdessen vor allem mit dem Rennrad und dem Mountainbike oder joggend unterwegs.

Erstellt: 29. April 2021
Lea Ruof entdeckt neue Sportarten für sich Lea Ruof Foto: Leitner

Vaihingen (nac). Die Sportler aus der Region stehen im öffentlichen Fokus und werden meist nach ihren Leistungen beurteilt. Doch wie ticken sie wirklich? In einer Interviewserie stellt die VKZ-Sportredaktion den Menschen hinter dem Sportler vor. Teil 23: Lea Ruof (19). Die Tischtennisspielerin stand beim TSV Oberriexingen nicht nur in der Frauenmannschaft, die in der Landesliga zur Spitzengruppe zählte, als nominelle Nummer eins ihren Mann, sie wurde auch ab und zu im Bezirksklasseteam der Männer im vorderen Paarkreuz eingesetzt und erreichte fast eine ausgeglichene Bilanz. Im Sommer entschied sich die Oberriexingerin dann aber für eine neue Herausforderung. Sie wechselte zum Landesligakonkurrenten TSF Ditzingen.

Wie geht es Ihnen?

Mir geht es gerade sehr gut, und darüber bin ich auch echt dankbar. Dank des immer schöner werdenden Wetters steigt die Lust, rauszugehen und sich draußen fitzuhalten.

Jetzt in der trainings- und wettkampffreien Phase: Wie halten Sie sich fit?

Gerade jetzt bei dem schönen Wetter fahre ich viel Fahrrad. Am Wochenende war ich beispielsweise im Pfälzer Wald und bin dort eine Trailtour gefahren. Neben dem Mountainbike fahre ich aber auch sehr gerne Rennrad. Wenn dann noch Zeit und Kraft bleibt, ziehe ich mir meine Laufschuhe an und gehe eine Runde joggen. Bei Windstille fordere ich meine Eltern zu einem kleinen Turnier an unserer Tischtennisplatte im Garten auf.

Und wie vertreiben Sie sich Ihre mehr-gewonnene Freizeit?

Meine mehr-gewonnene Freizeit vertreibe ich größtenteils mit Sport. Abends treffe ich mich manchmal online mit Freunden zum Quatschen. Das ist dann eine gute Abwechslung zum Alltag.

Was fehlt Ihnen aktuell am meisten?

Aktuell fehlt mir am meisten der soziale Kontakt zu den anderen Vereinsmitgliedern und auch zu meinen Freunden. Sei es ein Filmeabend daheim auf dem Sofa mit Popcorn und Chips oder das gemeinsame Shoppen in der Innenstadt. All dies habe ich schon lange nicht mehr gemacht. Aus sportlicher Sicht fehlen mir die Trainingseinheiten zwei Mal in der Woche und natürlich auch die Spiele sowie Turniere am Wochenende, auf die man sich im Training vorbereitet. Das gemeinsame Zusammensitzen und Essen gehen nach dem Spiel sowie verschiedene Ausflüge mit der Tischtennisjugend vermisse ich auch sehr.

Und auf was können Sie generell nicht verzichten?

Auf die sportlichen Aktivitäten könnte ich nicht verzichten, da ich hier den Kopf frei bekomme und mich so richtig auspowern kann.

Blicken wir auf die bisher in dieser Saison absolvierten Wettkämpfe/auf die bisherige Saison zurück: Wie lief es?

Mit einer Bilanz von sieben Siegen und nur zwei Niederlagen lief es für mich eigentlich ganz gut. Natürlich haben mich die zwei verlorenen Spiele sehr geärgert. Jedoch kann man das im Nachhinein auch nicht mehr ändern. Ich fand es toll, dass wir wenigstens drei Partien spielen konnten – und dies bei allen mit einem vorher erstellten Hygienekonzept auch sehr gut geklappt hat.

Und mit was sind Sie zufrieden?

Besonders zufrieden bin ich, dass ich trotz der Maßnahmen neue Wege und Sportarten gefunden habe, um aktiv zu bleiben. Gerade beim Rennradfahren entdeckt man viele neue Ecken und schöne Gegenden.

Wie stehen Sie zur Entscheidung des Verbands, die Saison abzubrechen?

Da ich für die Saison 2020/2021 nach Ditzingen gewechselt bin, war es natürlich für mich sehr schade, dass ich mit meiner neuen Mannschaft nur drei Spiele spielen konnte. Jedoch war es vom Verband auf jeden Fall die richtige Entscheidung, die Saison abzubrechen. Die Gesundheit steht natürlich immer im Vordergrund. Da Tischtennis ein Hallensport und normalerweise auch ein Mannschaftssport ist – mit Doppeln –, wird es hier schwer, den nötigen Abstand einzuhalten.

Und wenn Sie Ihre bisherige Laufbahn Revue passieren lassen:Was war Ihr schönstes Sport-Erlebnis?

Mein schönstes Sport-Erlebnis war definitiv die Teilnahme an den baden-württembergischen Einzelmeisterschaften in meinem letzten Jugendjahr 2018. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, hier mitspielen zu dürfen. Auch die Qualifikation hierfür, die württembergischen Meisterschaften, ist mir mit dem dritten Platz noch sehr in Erinnerung geblieben. Bei diesem Turnier hatte ich einen guten Tag, und es hat mir sehr viel Spaß gemacht.

Wer war der beste Konkurrent, gegen den Sie jemals haben antreten müssen?

Jeder Gegner hat eine andere Spielweise. Deshalb muss man sich immer wieder aufs Neue anpassen und sein Spiel so umstellen, dass man die bessere Position hat.

Es heißt: Hinter jedem erfolgreichem Mann steht eine starke Frau und hinter jeder erfolgreichen Frau steht ein starker Mann. Wer ist bei Ihnen verantwortlich, dass Sie sportlich so erfolgreich sind?

An dieser Stelle möchte ich mich bei meinem ehemaligem Trainer Eugen Grieble bedanken, der mich in meiner Jugend trainiert hat. Er stand immer hinter mir und hat mich mit allem, was ging, unterstützt. Eugen ist zu allen Turnieren mitgefahren und hat mich während meiner Zeit als Jugendspielerin gecoacht und betreut. Ein großer Dank geht auch an meinen Papa, der ebenso immer hinter mir stand und mich bei Spielen sowie Turnieren begleitet hat. Er hat mich bei den Wettkämpfen sehr motiviert, aber auch aufgemuntert, wenn mal was nicht nach Plan lief.

Welches ist Ihr sportliches Vorbild?

Ich habe eigentlich kein wirkliches Vorbild. Ich finde es wichtig, dass jeder seinen Zielen nachgeht und seinen individuellen Erfolg schätzt.

Wenn Sie nicht die Sportart treiben würden, für die Sie sich entschieden haben, welchem Hobby würden Sie nachgehen?

Ich wollte eigentlich schon immer Fußball spielen. Allerdings ist diese Sportart sehr verletzungsanfällig. Hätte ich mit Fußball früher angefangen, wäre ich vermutlich diesem Sport nachgegangen. Aus heutiger Sicht würde ich vermutlich dem Triathlon nachgehen, da ich seit einem Jahr mit Rennradfahren angefangen habe und mir das sehr viel Spaß macht. Letztendlich bin ich aber doch froh, dass ich dem Tischtennis treu geblieben bin. Dieser Sport ist ein sehr guter Ausgleich, da es ein Hallensport ist und er somit wetterunabhängig ist.

Welche drei Dinge würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?

Eine Tischtennisplatte, einen Ball und einen starken Gegner.

Wie charakterisiert Sie Ihre Familie oder Freunde?

Meine Familie und Freunde charakterisieren mich als sehr sportlich, verantwortungsbewusst, teamfähig, fleißig und freundlich. Außerdem finden sie mich sehr ehrgeizig und pflichtbewusst.

Und was ist Ihre größte Schwäche?

Ich denke, meine größte Schwächeist meine Orientierung. Die ist leider nicht sehr gut ausgeprägt. Deshalb war meine erste Anschaffung für das Fahrrad auch ein Navigationsgerät.

Wenn Sie eine Million Euro zur Verfügung hätten, was würden Sie damit machen?

Mit einer Million Euro würde ich mir vermutlich ein Haus inklusive Pool und Fitnessstudio kaufen. Wenn dann noch was übrig bleibt, freue ich mich auf einen Roadtrip durch Amerika.

Welchen Prominenten würden Sie gerne einmal kennenlernen?

Ich würde gerne mal Bastian Schweinsteiger kennenlernen, weil er schon – seit ich klein bin – mein Lieblingsfußballspieler und charakterlich auch echt in Ordnung ist.

Welche Schlagzeile würden Sie über sich gerne einmal in der VKZ lesen?

„Die Frauen des TSV Oberriexingen steigen in die Bundesliga auf“.

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