Glückssocken tun ihren Dienst

Oberriexingerinnen, Kleinglattbacher und Gündelbacher gewinnen jeweils Finale des Bezirkspokals in ihrer Klasse

Von Michael Nachreiner Erstellt: 22. Mai 2019
Glückssocken tun ihren Dienst Lea Ruof hat Nerven wie Drahtseile bewiesen. Selbst bei aussichtslos erscheinenden Rückständen im Finale des Bezirkspokals gegen Steinheim, blieb die Oberriexingerin ruhig. Fotos: Leitner

Falk Bernstein hat extra seine Glückssocken angezogen, um auch ja nichts dem Zufall zu überlassen, wenn seine Lebensgefährtin Fiona von Wobeser mit den Frauen des TSV Oberriexingen um den Sieg beim Tischtennis-Bezirkspokal Ludwigsburg kämpft. Und die schlichten schwarzen Strümpfe haben ihre Pflicht erfüllt.

Eberdingen/Hochdorf. Es ist das i-Tüpfelchen auf eine schon so hervorragende Saison. Nachdem die Frauen des TSV Oberriexingen in der Tischtennis-Landesliga Gruppe 1 Zweiter wurden (Sandra Eilzer: „In der Rückrunde waren wir bis auf das letzte Spiel gegen den schon feststehenden Meister TGV Eintracht Abstatt ungeschlagen.“), holten sie sich auch noch den Titel im Bezirkspokal Ludwigsburg. „Das hat die Saison noch perfekter gemacht“, freut sich TSV-Mannschaftsführerin Sandra Eilzer.

Im Finale in der Sporthalle Eberdingen setzten sich die Oberriexingerinnen mit 4:1 gegen die TSG Steinheim durch, die in der Verbandsklasse Nord Meister geworden war. Dabei zeigten die Oberriexingerinnen keinerlei Nerven. Lea Ruof lag beispielsweise in ihrem ersten Einzel gegen Kathrin Bachl im fünften und entscheidenden Satz bereits mit 0:5 beim Seitenwechsel zurück. Eine geschickte Auszeit von TSV-Trainer Eugen Grieble in die Konzentrationsphase der Steinheimerin beim Aufschlag brachte Bachl aber komplett aus dem Konzept. Ruof holte sich den Durchgang mit 11:9 und damit die Partie zur 1:0-Führung. An der Nebenplatte hatte Eilzer Steinheims Spitzenspielerin Lorena Vitrano ebenfalls in den Entscheidungssatz gezwungen. Dort musste sich die Oberriexingerin aber geschlagen geben. Nachdem sich Fiona von Wobeser gegen Natascha Eitel mit 3:1 durchgesetzt hatte, standen die Steinheimerinnen im Doppel fast schon mit dem Rücken zur Wand. Eilzer/Von Wobeser lieferten sich mit Vitrano/Bachl wieder ein Duell auf Augenhöhe, waren aber im fünften Durchgang beim Seitenwechsel und 3:5-Rückstand fast schon auf die Verliererstraße geraten. Doch nur Momente später führten die beiden Oberriexingerinnen mit 8:6. Das war zu viel für die Steinheimerinnen. Sie schafften keinen Konter mehr und verloren den Abschnitt mit 9:11. Den Schlusspunkt setzte Ruof durch ein 3:1 gegen Vitrano im Duell der beiden Spitzenspielerinnen. „Ich glaube nicht, dass uns die Steinheimerinnen unterschätzt haben. Aber nach dem Viertelfinale, in dem wir den TTC Bietigheim-Bissingen mit 4:2 geschlagen hatten, haben wir uns für das Final Four durchaus etwas ausgerechnet“, berichtet Eilzer. „Lea hat sich mit ihrem Trainingsfleiß in dieser Saison so weiterentwickelt. Und Fiona und ich harmonieren im Doppel einfach gut miteinander.“

Das Halbfinale hatte nicht stattgefunden, da weder der TSV Heimsheim, Gegner der Oberriexingerinnen, noch die zweite Mannschaft der TSG Steinheim zum vereinsinternen Duell angetreten sind.

Rund eine halbe Stunde nach den Oberriexingerinnen jubelte die nächste Mannschaft aus dem Raum Vaihingen. Auch die Männer des TSV Kleinglattbach haben sich zum Bezirkspokalsieger gekürt. Im Finale schlugen Michael Zucker und Co. in der Konkurrenz der Mannschaften aus der Bezirksliga und Bezirksklasse die SpVgg Mönsheim mit 4:1, die sich in ihrem Halbfinale gegen die favorisierten TSF Ditzingen mit 4:3 durchgesetzt hatten. Ebenfalls mit 4:1 hatten die Kleinglattbacher in der Vorschlussrunde den TSV Heimsheim abgefertigt. „Die Auslosung hat uns voll in die Karten gespielt. Die vermeintlich stärkeren Teams mit Ditzingen und Mönsheim haben zuerst im anderen Halbfinale gegeneinander gespielt“, berichtet Zucker. Dadurch gingen die Kleinglattbacher ausgeruhter ins Endspiel. Und das merkte man. „Ausschlaggebend war unsere bessere Kondition. Es war fast schon Pech, dass Harry Weinschenk sein erstes Einzel verlor“, berichtet Kleinglattbachs Spitzenspieler. Das 2:3 gegen Michael Schulz war aber der einzige Schönheitsfehler im Finale. Denn Zucker (3:0 gegen Fabian Pfeilsticker), Philipp Gutjahr (3:0 gegen Robert Lindner), Zucker/Gutjahr (3:1 gegen Schulz/Lindner) und Zucker (3:1 gegen Schulz) ließen kaum etwas anbrennen. „Der zweite ausschlaggebende Punkt war, dass jeder richtig Lust hatte. Jeder war motiviert. Denn wenn man schon mal ins Finale kommt, will man den Titel auch holen“, berichtet Zucker. Da ging er mit bestem Beispiel voraus. Als es im Duell der beiden an Nummer eins gesetzten Spieler gegen Schulz nicht immer lief, hörte man ein ums andere Mal Zuckers Anfeuerungsruf „Hossa“. „Ich weiß, wenn ich gegen ihn nicht alles gebe, wird es eng. Das ist oft auch Konzentrationssache. Wenn man ein bisschen nachlässt, ist man gleich zehn Prozent schlechter“, erklärt der Spitzenspieler des TSV.

Auch im Halbfinale gegen den TSV Heimsheim musste Weinschenk sein erstes Einzel abgeben. Er verlor gegen Andreas Schimmelpfennig. Durch die taktische Aufstellung der Kleinglattbacher mit Gutjahr an Position drei gab es danach aber nichts mehr für die Heimsheimer zu holen. Zucker ließ Rene Roux kaum eine Chance (3:0). Gutjahr setzte sich gegen Florian Brechlin durch (3:0). Zucker/Gutjahr ließen im Doppel gegen Roux/Brechlin überhaupt nichts anbrennen (3:0). Und auch Schimmelpfennig zog gegen Kleinglattbachs Nummer eins den Kürzeren (0:3).

Davor am Nachmittag hatten sich schon die TTF Gündelbach II den Bezirkspokalsieg geholt. Nach dem Titel in der Kreisliga C Gruppe 2 – die Gündelbacher blieben ohne Punktverlust – ließen sie auch im Pokal-Final-Four ihren beiden Kontrahenten keine Chance. Im Halbfinale setzten sie sich im Wettbewerb der Mannschaften aus den Kreisligen C und D sowie den Kreisklassen gegen die SVGG Hirschlanden-Schöckingen II mit 4:0 durch. Mit dem gleichen Ergebnis gewannen die Gündelbacher auch das Endspiel gegen die SpVgg Besigheim II, die in der Vorschlussrunde gegen den KSV Hoheneck III mit 4:1 gewonnen hatte. Im Finale punkteten Thomas Grau gegen Stefan Schöllkopf (3:2), Michael Setzer gegen Bernd Schöllkopf (3:1), Michael Bauer gegen Tim Schneider (3:2) sowie Grau/Setzer gegen Bernd und Stefan Schöllkopf (3:2). In der Vorschlussrunde waren Grau gegen Alexander Siemens (3:0), Setzer gegen Michael Erbst (3:0), Bauer gegen Kuno Zipperer (3:1) sowie Grau/Setzer gegen Erbst/Zipperer (3:0) erfolgreich.

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