Beim Doppel scheiden sich die Geister

Die einen begrüßen Entscheidung des Verbands, dass Partnerduelle erlaubt sind, die anderen nicht.

Von Michael Nachreiner Erstellt: 26. September 2020
Beim Doppel scheiden sich die Geister Michael Zucker (rechts) vom TSV Kleinglattbach steht gerne mit seinem Mannschaftskameraden Philipp Gutjahr als Doppel an der Platte. Foto: Nachreiner

Vaihingen. Abstand wird aktuell groß geschrieben – und kontrovers diskutiert. Die einen sehen darin einen entscheidenden Faktor die Corona-Pandemie einzudämmen. Die anderen – vor allem die, die leugne, dass die Erkrankungen, die das neuartige Virus hervorrufen, gefährlicher als eine normale Grippe sind – sehen in der Vorgabe, mindestens anderthalb Meter Abstand zu seinen Mitmenschen zu halten, eine Einschränkung ihrer persönlichen Freiheit, wenn nicht sogar eine Einschränkung der Grundrechte. Beim Tischtennis wird man mit dem Thema Unterschreiten des Abstands selten konfrontiert. Die Kontrahenten stehen in der Regel auf unterschiedlichen Seiten einer 2,74 Meter langen Platte. Mit den verschiedenen Hygienekonzepten „wird auch viel dafür getan, dass die Ansteckungsgefahr minimiert wird. Das Gute am Tischtennis: Man hat keinen direkten Körperkontakt. Eine Übertragung der Coronaviren kann eigentlich nur über den Ball oder Aerosole erfolgen. Und da stellt sich die Frage, welche Gefahr man Schmierinfektionen beimisst“, erklärt Michael Zucker, der Spitzenspieler des Bezirksligisten TSV Kleinglattbach.

Doch wie sieht es aus, wenn man Doppel spielt? Der Tischtennis-Verband Baden-Württemberg (TTBW) hat erst am 10. September entschieden, dass vorbehaltlich neuer Entwicklungen zumindest bis Ende des Jahres in den Verbands- und Bezirksspielklassen Doppel gespielt werden. In den Klassen über den Verbandsligen wird auf Doppel allerdings verzichtet. Der TTC Bietigheim-Bissingen trägt in seinen Partien der Regionalliga Südwest beispielsweise nur Einzel aus. Welche Vorgehensweise besser ist, darüber gibt es auch in der Region Vaihingen unterschiedliche Meinungen. Zucker möchte das Zusammenspiel mit einem Mannschaftskameraden nicht missen. „Doppel sind grundsätzlich eine schöne Sache. Wir spielen auch gerne Doppel“, berichtet die Nummer eins des TSV Kleinglattbach. „Wenn nur noch Einzel erlaubt wären, wäre das ein Einschnitt.“

Auch Andreas Kunkel steht gerne mit einem Partner zusammen an der Platte. „Was rein den Sport angeht, sind Doppel eine schöne Sache“, erklärt der Mannschaftsführer des Bezirksliga-Rückkehrers TTF Gündelbach. „Doppel gehören einfach zum Tischtennis dazu – weil man die Sportart anders aber auch nicht kennt.“ In der aktuellen Situation würde Kunkel am liebsten aber auf die Doppel verzichten. „Ich nehme Corona ernst. Wir müssen aufpassen, dass wir die Lage nicht zu locker nehmen. Die Frage ist aber: Wo ziehen wir die Grenze“, erzählt der Gündelbacher. „Wenn man die 1,5 Meter Abstand nimmt, die von der Bundesregierung vorgegeben sind und die aus meiner Sicht sinnvoll sind, sollten Doppel nicht gespielt werden.“

Michael Grimmeisen geht sogar noch einen Schritt weiter. „Aufgrund der aktuellen Situation kann ich nicht nachvollziehen, dass auch Doppel auf Bezirksebene gespielt werden“, berichtet der Mannschaftsführer des Bezirksligisten TSV Großglattbach. Er sehe das Infektionsrisiko durch die Nähe zu einem Mannschaftskameraden als zu groß an. Und Grimmeisen geht sogar noch weiter: „Ich bin auch der Meinung, man hätte auf den Seitenwechsel nach jedem Satz verzichten können“, erklärt er und fügt hinzu: „Ich sehe es sogar kritisch, ob die Saison durchgespielt werden kann. Aber schauen wir mal, wie sich die Lage weiter entwickelt.“

Die Entscheidung, dass Doppel auf Bezirksebene gespielt werden, hat auch beim Bezirksklassevertreter TSV Enzweihingen mannschaftsintern zu hitzigen Diskussionen geführt. „Einige sind mit der Entscheidung des Verbands nicht einverstanden“, berichtet Mannschaftsführer Tobias Weindorf. Die Enzweihinger haben auch schon reagiert. Sie haben für jeden in der Mannschaft Sport-Mund-Nasen-Masken bestellt. Durch sie soll man etwas leichter atmen können als durch die normalen Alltagsmasken, so dass mit ihnen auch Sport möglich ist. „Von einem Doppel weiß ich schon, dass die beiden mit der Maske antreten werden. Aber wir werden vermutlich alle zu den Doppeln die Maske tragen – auch, um ein Zeichen zu setzen“, erzählt Weindorf.

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