Stebe muss verletzt passen

Knöchel verhindert Start in Heilbronn.

Von Michael Nachreiner Erstellt: 11. Mai 2021

Heilbronn/Enzweihingen. Der nächste Rückschlag für Cedrik-Marcel Stebe: Der Tennis-Weltranglisten-134. aus Enzweihingen musste kurzfristig seine Teilnahme am Challenger-Turnier Neckar-Cup in Heilbronn absagen. Eine alte Knöchelverletzung, die ihn schon seit längerer Zeit beschäftigt, ist wieder aufgebrochen. „Beim Einspielen am Vormittag habe ich ein leichtes Ziehen im Fuß gespürt. Nach Rücksprache mit dem Physiotherapeuten und den Ärzten wurde klar, es ist besser, heute nicht zu spielen. Auch mit Hinblick auf die French Open wäre es fatal, wenn ich weiterspielen und über den Schmerz hinausgehen würde“, erklärt Stebe. „Die Diagnose: Es ist eine Entzündung von der Plantarfaszie. Das ist erst seit Kurzem aufgetreten. Die Maßnahmen, die ich jetzt ergreifen muss, sind einfach viel kühlen und Pause machen.“

Dabei hatte sich der 30-Jährige bei dem Turnier vor der Haustür seines Elternhauses so viel vorgenommen. „Die Bedingungen hier liegen mir. Heilbronn ist nicht zu hoch gelegen. Da kann man schöne lange Rallys gehen und im Spiel schön fighten. Das kam mir entgegen“, berichtet Stebe. „Ich habe auch immer gerne hier gespielt – und auch gut.“ Er wollte vor allem wieder Spielpraxis sammeln, das Gefühl und den Rhythmus zurückgewinnen. „Der Neckar-Cup ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg nach Paris zu den French Open“, hatte er vor dem Wochenende gesagt. Denn die Saison bisher ist nicht für Stebe gelaufen. Der Körper, sein Kapital, hat wieder mal hier, mal da gezwickt. „Es waren lauter Kleinigkeiten, die aber verhindert haben, dass ich Selbstvertrauen aufbaue“, berichtete der Enzweihinger, dessen Lebensmittelpunkt in der Zwischenzeit in München und Bregenz liegt.

Beim Neckar-Cup in Heilbronn hätte Stebe am gestrigen Dienstag in der ersten Runde gegen den 37 Jahre alten Routinier Philipp Kohlschreiber (ATP 121), einst der beste deutsche Tennisspieler, spielen sollen. „Ich habe mich sehr auf das Duell gefreut. Wir haben in der Tennisbase Oberhaching oft miteinander trainiert“, berichtet Stebe. Das bisher einzige Match der beiden ging an Kohlschreiber. 2011 verlor Stebe in Halle in der ersten Runde in drei Sätzen. „Am Vortag habe ich in der Qualifikation aber auch das längste Match in der Geschichte von Halle gespielt – 3:42 Stunden gegen den Argentinier Leonardo Mayer auf Rasen. Da war ich am Tag darauf, als es gegen Kohlschreiber ging, etwas müde“, erinnert sich der 30-jährige Enzweihinger.

Stebe hofft nun, dass er Ende der Woche wieder trainieren und spielen kann. Denn Ende des Monats stehen die French Open an. „Ich hoffe, dass ich bis dahin wieder fit bin. Aber wenn es nicht reicht, dann kann man es auch nicht ändern. Denn mit meiner Verletzungshistorie will ich auch nichts überstürzen. Da bin ich eher vorsichtig gestrickt, als dass ich jetzt Vollgas gebe“, erklärt der 30-Jährige.

Die jetzige Verletzung ist nur ein weiteres Kapitel in Stebes Krankenakte, die so dick wie ein Roman ist. Zunächst wurde der Tennisprofi aus Enzweihingen von Januar 2013 bis in der Sommer 2016 von einer Verletzung nach der anderen außer Gefecht gesetzt. Angefangen hatte alles mit einem Hüftimpingement, einer Gelenkblockade. Nach der Genesung kam der nächste Rückschlag: Rückenbeschwerden, Schambeinentzündung links, Lendenwirbelprobleme, eine weiche Leiste links, eine weiche Leiste rechts, die operiert werden musste, und zu schlechter Letzt wieder eine Schambeinentzündung rechts. Dann hatte er sich gerade wieder zurückgekämpft, die Spielergewerkschaft hat ihn sogar zur Wahl zum Comeback-Spieler des Jahres 2017 gestellt. Doch in der folgenden Saison kam der nächste Schock: Schmerzen im Handgelenk. Wieder eine OP. Der Knochen, der bei Abklappbewegungen des Handgelenks an den Mittelhandknochen gestoßen ist, so dass die Sehne immer drüber sprang, musste abgefräßt werden. Doch bei der Arbeit für das Comeback kamen die Schmerzen zurück. Wieder eine OP. Die Folge: Stebe verpasste praktisch die gesamte Saison 2018.

Weiterlesen
Tennisplätze sind wieder buchbar

Tennisplätze sind wieder buchbar

Drucken Vaihingen. Die Befürchtung im vergangenen Jahr ist groß gewesen, dass die Tennisanlage auf dem Wolfsberg komplett umgestaltet und nicht mehr für die Jagd nach der gelben Filzkugel genutzt werden kann, nachdem sich die Tennisabteilung des TV Vaihingen... »