Stebe bleibt nur ein Achtungserfolg

Lokalmatador aus Enzweihingen verliert beim ATP Challenger Neckar-Cup in Heilbronn in erster Runde gegen Guido Pella mit 4:6 und 6:7

Von Michael Nachreiner Erstellt: 18. Mai 2017
Stebe bleibt nur ein Achtungserfolg asd Foto: Nachreiner

Bei Turnieren vor der Haustüre fühlt sich Cedrik-Marcel Stebe wohl. Das hat der Tennisprofi aus Enzweihingen in der Vergangenheit bewiesen. Und das zeigte er auch beim ATP-Challenger-Turnier Neckar-Cup. Der Weltranglisten-321. forderte den Argentinier Guido Pella bis zum Äußersten. Doch am Ende musste er sich am Dienstagabend mit 4:6 und 6:7 (2:7) geschlagen geben.

Heilbronn/Enzweihingen. Erst vor rund 14 Tagen hatte Cedrik-Marcel Stebe fast keinen Stich gegen Guido Pella gemacht. Beim ATP-250-Turnier von München, den BMW Open, verlor der 26 Jahre alte Enzweihinger, der in der Zwischenzeit vor den Toren der bayrischen Landeshauptstadt wohnt, gegen die Nummer 111 der Welt glatt mit 0:6 und 2:6. Aus seinen Fehlern von damals schien Stebe jetzt gelernt zu haben. Beim ATP-Challenger-Turnier Neckar-Cup auf der Anlage des TC Heilbronn am Trappensee verlangte der Weltranglisten-321., der sich über die Qualifikation ins Hauptfeld gekämpft hatte, dem Argentinier alles ab. Am Ende zog er aber in der ersten Runde doch den Kürzeren und musste sich nach 1:58 Stunden mit 4:6 und 6:7 (2:7) geschlagen geben.

Beide Spieler zeigten fast die gesamte Spielzeit ein Match auf Augenhöhe und begeisterten die wenigen Zuschauer, die sich an den Trappensee verirrt hatten – darunter ein kleiner Stebe-Fanclub von Spielern des TV Vaihingen, die den Lokalmatador lautstark anfeuerten –, mit hochklassigen Ballwechseln. Der Enzweihinger zeigte sich in seinen ersten Aufschlagspielen beispielsweise viel angriffslustiger als sonst. Ein ums andere Mal ging Stebe ans Netz vor – meist mit Erfolg. Auf der anderen Seite brachte Pella den 26-jährigen Deutschen immer wieder mit seiner über das Netz gepeitschten Vorhand in Bedrängnis.

Den Höhepunkt erreichte der Schlagabtauschs der beiden Tennis-Profis im ersten Satz im siebten Aufschlagspiel. Keiner der beiden Kontrahenten wollte in diesem wichtigen Service klein beigeben. Beide schlugen sich die Bälle um die Ohren, gaben aber keinen Ball verloren. Sie griffen sogar in die Trickkiste. Pella schlug einen Lob von Stebe, den der Enzweihinger über den Kopf des Argentiniers hinweg auf die Grundlinie platziert hatte, durch die Beine zurück. Wenig später wurde Stebe am Netz kalt erwischt. Pella hatte einen Ball direkt auf den Körper des 26-Jährigen platziert. Der versuchte noch, den Ball hinter dem Rücken anzunehmen und zwischen den Beinen zurückzuspielen. Doch letztlich landete die gelbe Filzkugel an der Netzkante. Als Pella dann seinen zweiten Breaball in diesem Aufschlagspiel von Stebe zur 4:3-Führung nutzte – der Enzweihinger hatte vier Spielbälle liegen gelassen – waren bereits 38 Minuten gespielt.

Danach ging es allerdings ganz schnell. Bei beiden schien nach diesem Mammutaufschlagspiel etwas die Luft raus zu sein. Stebe breakte zwar den Argentinier sofort wieder zum 4:4. Doch ohne einen einzigen Punktgewinn überließ der Enzweihinger Pella direkt im Anschluss wieder den Vorteil. Und der Südamerikaner ließ sich die Einladung nicht entgehen. Nach 48 Minuten nutzte er seinen ersten Satzball, weil Stebe eine Vorhand longline weit neben die Seitenauslinie setzte.

Der zweite Satz war zwar nicht mehr ganz so hochklassig wie der erste, aber immer noch an Spannung kaum zu überbieten. Nach ausgeglichenem Beginn verschaffte sich Pella erneut einen Vorteil. Der Argentinier nahm Stebe den Aufschlag zur 3:2-Führung ab. Dabei hatte der Enzweihinger bei Breakball gegen sich Pella schon in die Defensive gedrängt. Doch der Südamerikaner befreite sich und machte den Sack mit einem Passierball am ans Netz vorgerückten Stebe vorbei. „So dumm“, haderte der Weltranglisten-321. mit sich selbst.

Stebe gab sich aber nicht auf. Beim 4:4 war er wieder im Spiel. Er schaffte trotz einiger Spielbälle für den Südamerikaner das Rebreak zum Ausgleich. Der 26-Jährige schien nun das Momentum auf seiner Seite zu haben. Beim Stand von 6:5 hatte er wenig später zwei Satzbälle. Doch Pella zog seinen Kopf noch einmal aus der Schlinge und glich aus.

Im Tiebreak war die Luft bei Stebe aber raus. Schnell setzte sich Pella ab. Bei 5:1 wurden die Seiten gewechselt. Das war die Vorentscheidung. Pella ließ sich diesen Vorsprung nicht mehr nehmen. Am Ende hieß es 7:2 für ihn in der Verlängerung des zweiten Durchgangs. Stebe blieb nur der Trost, dass er mit einem Spieler, der mehr als 200 Plätze besser platziert ist als er, mithalten kann und dass er fünf Punkte in der Weltrangliste gutgeschrieben bekam.

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