Stebe beweist Match- und Nervenstärke

Enzweihinger schlägt in Qualifikation des Neckar-Cups Kekez und Wu – Heute (12 Uhr) gegen Bachinger um Einzug ins Hauptfeld

Von Michael Nachreiner Erstellt: 15. Mai 2017
Stebe beweist  Match- und  Nervenstärke Keine Kompromisse: Cedrik-Marcel Stebe setzt seine Gegner mit der beidhändigen Rückhand immer wieder mächtig unter Druck. Foto: Nachreiner

Cedrik-Marcel Stebe spielt heute gegen Matthias Bachinger um den Einzug ins Hauptfeld des ATP-Challengers Neckar-Cup in Heilbronn. Der Tennisprofi aus Enzweihingen kostete sein Heimspiel bisher aber voll aus. In der ersten und in der zweiten Runde der Qualifikation benötigte Stebe jeweils drei Sätze – 2:6, 6:0 und 6:3 gegen Duje Kekez sowie 3:6, 6:3 und 7:5 gegen Di Wu.

Heilbronn/Enzweihingen. „Natürlich wäre es mir lieber, wenn ich jeweils in zwei Sätzen gewonnen hätte“, berichtet Cedrik-Marcel Stebe. „Doch man kann es sich nicht aussuchen. Und das Feld hier in Heilbronn ist stark besetzt. Eine Woche vor den French Open will jeder noch einmal spielen. Daher ist die Qualifikation hier fast wie ein eigenes Turnier.“ Deshalb ist der Weltranglisten-323. aus Enzweihingen auch nicht unzufrieden, dass er keine Wildcard von Turnierdirektor Metehan Cebeci erhalten hat. „Eine Wildcard wäre natürlich schön gewesen – auch für den Körper. Aber es ist nicht schlecht, die Qualifikation zu spielen. So bekomme ich auf jeden Fall ein paar Partien. Und nur über Spiele bekommt man wieder die Matchhärte“, berichtet der 26 Jahre alte Tennisprofi.

Match- und vor allem auch Nervenstärke bewies Stebe in den ersten beiden Runden der Qualifikation. Zunächst setzte er sich am Samstag gegen den Kroaten Duje Kekez (ATP 940) mit 2:6, 6:0 und 6:3 durch. Dabei lief es im ersten Satz überhaupt nicht für den Enzweihinger. Dem 26-Jährigen unterliefen viele einfache Fehler – sowohl mit der Vor- als auch mir der Rückhand. Gleich sein zweites Aufschlagspiel der Partie musste er abgeben. Zudem verlor er seinen Service zum 2:5. Auf der anderen Seite brachte Kekez seine Aufschlagspiele relativ souverän durch. Der Kroate setzte Stebe meist mit seinem ersten Aufschlag unter Druck, so dass er das Heft des Handelns in der Hand hatte. „Ich habe am Anfang versucht, aggressiv zu spielen. Das hatte ich mit meinem Betreuer Markus Wislsperger auch so durchgesprochen. Doch ich habe das wohl zu ernst genommen und bin immer auf den Punkt gegangen. Gleichzeitig habe ich meine Beine nicht richtig bewegt“, zeigt sich Stebe selbstkritisch.

In Satz zwei gegen Kekez zeigt Stebe ein ganz anderes Gesicht

Im zweiten Durchgang zeigte der Enzweihinger dann ein ganz anderes Gesicht. Nach dem souveränen Gewinn seines Aufschlagspiels erspielte er sich beim ersten Service von Kekez gleich Breakbälle. Den ersten ließ Stebe noch aus. Doch dann machte er zwei Punkte mit Longline-Schlägen zum 2:0. „Ich habe versucht, mich im zweiten Satz zu bewegen und besser zum Ball zu stehen. Das hat auch ganz gut geklappt“, berichtet Stebe. „Außerdem hat Kekez das Break gleich zu Beginn des Durchgangs ziemlich gewurmt. Danach habe ich das Momentum genutzt und bin weggelaufen.“ Währen der 26-Jährige seine Aufschlagspiele in der Regel souverän gewann, nachte der Kroate kein Bein mehr auf den Boden. Mit 6:0 holte sich Stebe nach dem 2:6 den Satzausgleich.

Anschließend kam Kekez aber wieder etwas besser ins Spiel. „Er hat wieder gut serviert“, zollt Stebe seinem Konkurrenten Respekt, ergänzt allerding: „Aber seine Aufschlagspiele gingen fast immer über Einstand. Deshalb war es nur eine Frage der Zeit, bis ich ihn breake.“ Seinen Service nahm Stebe dem Kroaten im sechsten Spiel zur 4:2-Führung ab. Diesen Vorsprung ließ sich der Enzweihinger nicht mehr nehmen. Nach 1:28 Stunden nutzte er gleich seinen ersten Matchball, den Kekez ins Netz setzte – 6:3.

Dann besiegte Stebe am Sonntag den Chinesen Di Wu (ATP 215) mit 3:6, 6:3 und 7:5. Ein hartes Stück Arbeit. Im ersten Satz sah der Enzweihinger bei Aufschlag Wu kaum einen Stich. Außerdem musste er gleich wieder sein zweites Aufschlagspiel der Partie zum 1:4 abgeben. „Wu war am Anfang sehr aggressiv. Er hat keinen Fehler gemacht und seine Bälle immer an die Linien platziert“, berichtet Stebe. Das eine Break war genug. Der Chinese brachte den Vorsprung souverän ins Ziel – 6:3.

Nach fast perfektem Durchgang eins bekommt Wu immer mehr Probleme

Doch schon der Anfang des zweiten Durchgangs zeigte, dass Stebe sich steigern kann – und dass Wu sein Niveau nicht aufrechterhalten kann. Bereits im ersten Aufschlagspiel des Chinesen erspielte sich der Enzweihinger drei Breakbälle. Doch noch zog Wu seinen Kopf aus der Schlinge und nutzte seinen zweiten Spielball. Doch beim Stand von 3:2 für Stebe gelang dem Weltranglisten-323. das Break. Wie im ersten Satz war das eine Break der entscheidende Vorteil. Denn weder Wu noch Stebe gaben sich anschließend eine weitere Blöße. Der Enzweihinger nutzte letztlich seinen zweiten Satzball zum 6:3. „Im zweiten Satz ist es mir besser gelungen, ihn unter Druck zu setzen und ihn vor allem auch bei seinem eigenen Aufschlag zu beschäftigen“, berichtet Stebe.

Der dritte Satz wurde zu einer emotionalen Berg- und Talfahrt. Zunächst erarbeitete sich Wu einen Vorteil, indem er Stebes Aufschlagspiel zur 2:0-Führung abnahm. Dann konterte Stebe. Er holte sich die nächsten vier Services und ging selbst mit 4:2 in Führung. Alles deutete auf den Einzug des Enzweihingers ins Finale der Qualifikation hin. Doch Wu gab sich noch nicht geschlagen. Nachdem er seinen eigenen Aufschlag nach 0:30 mit vier Punkten in Folge gewonnen hatte, holte er sich auf Stebes Service zum 4:4. Wenig später hatte er den Enzweihinger richtig unter Druck gesetzt. Er führte mit 5:4. „Ich war kurz etwas unkonzentriert“, erklärt Stebe. „Wenn Wu seine Schläge trifft und ich Fehler mache, ist ein Aufschlagspiel schnell mal weg. Wu ist ein ganz unangenehm zu spielender Gegner.“ Doch der 26-Jährige hatte seine Nerven unter Kontrolle. Zunächst glich er zum 5:5 aus, nutzte dann den ersten von drei Breakbällen bei Aufschlag Wu zum 6:5, und hatte sich wenig später bei eigenem Service drei Matchbälle. Den ersten schenkte er mit einem Doppelfehler noch einmal her. Doch dann flog eine Rückhand des Chinesen nach 1:52 Stunden ins Aus.

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