Sascha Wennagel sucht eine neue Herausforderung

Im April nächsten Jahres wechselt Cheftrainer des TV Vaihingen als Coach für den Leistungssportbereich zum TC Ludwigsburg

Von Michael Nachreiner Erstellt: 1. Dezember 2018
Sascha Wennagel sucht eine neue Herausforderung Ab nächstem April schwingt Sascha Wennagel den Tennisschläger für den TC Ludwigsburg, wo er auch eine Stelle als Trainer Leistungssport antritt. Foto: Archiv/Leitner

Es ist ein Schock für Markus Naujack, den Tennis-Sportwart des TV Vaihingen, und seine Kollegen in der Abteilungsleitung gewesen. Cheftrainer Sascha Wennagel sucht nach neun Jahren in der Verantwortung beim TVV nach einer neuen Herausforderung. Im April nächsten Jahres wechselt der 32-Jährige zum TC Ludwigsburg.

Vaihingen. Zum 1. April 2019 wird Sascha Wennagel Trainer für den Leistungssportbereich beim TC Ludwigsburg, dem mit rund 650 Mitgliedern mit Abstand größten Verein im Bezirk A. „Das ist eine spannende Sache und eine große Herausforderung, die ich wahrnehmen wollte“, erklärt der 32 Jahre alte Vaihinger. „Der TCL hat wahnsinniges Potenzial. Da so viele Mitglieder und damit Spieler da sind, sind natürlich auch viele gute Akteure dabei.“

In der Barockstadt wird Sascha Wennagel Teil eines dreiköpfigen Trainerteams. Der Vater einer vier Monate alten Tochter wird „primär für den Leistungssport, also die Aktiven sowie die Junioren und Juniorinnen zuständig sein“, erklärt er. Er wird damit Nachfolger von Cheftrainer Gabor Nemeth. Gökhan Caglar wird sich weiter um den Jüngstenbereich kümmern. Die dritte Stelle, die des Breitensporttrainers, ist noch nicht besetzt, nachdem auch Nadia Nemeth, die Frau des Cheftrainers, ihren Posten aufgegeben hat. Eine neue Situation auch für Wennagel. „Es ist keine One-Man-Show mehr. Das ist bei rund 650 Mitgliedern auch gar nicht möglich. Da müsste man sich klonen“, erklärt der 32-Jährige. „Alle drei Bereiche überlappen sich teilweise. Deshalb wird es einen regen Austausch zwischen uns Trainern geben.“

Eines wird aber gleich bleiben. Wennagel wird auch für den TC Ludwigsburg den Schläger in der Verbandsliga schwingen. „Selbst zu spielen – damit will ich noch nicht aufhören“, berichtet der Vaihinger. „Zwar verliert man so ein bisschen sein Hobby, wenn man es zu seinem Beruf macht. Ich habe mich zum Beispiel nie in meiner Freizeit mit jemandem getroffen, um Tennis zu spielen. Aber das Training, das ich gebe, ist auch ein Training für mich. Da braucht man auch keine extra Einheiten.“ Neben den Verbandsspielen für den TCL hat Wennagel auch geplant, das ein oder andere Turnier wie beispielsweise die deutschen Ü-30-Meisterschaften zu spielen.

So groß aber die Vorfreude auf die neue Aufgabe und den neuen Lebensabschnitt bei Wennagel ist, er blickt auch mit einem weinenden Auge zurück. „Wir in der ersten Mannschaft waren ein eingeschworener Haufen. Es war immer ein Highlight, mit den Jungs zu spielen“, erzählt der 32-Jährige. „Ich habe aber mit allen im Verein gerne gearbeitet. Mir wurde immer viel Vertrauen entgegengebracht.“ Die Nachricht von seinem Abschied nach dann genau neun Jahren schlug aber im Verein ein wie eine Bombe. „Natürlich ist mir erst einmal die Kinnlade runtergefallen“, berichtet Tennis-Sportwart Markus Naujack. „Wir hatten alle ein super Verhältnis zu Sascha. Er ist immerhin auch schon seit rund 25 Jahren Vereinsmitglied und hat die Trainerschule zusammen mit unserem Ex-Trainer Armin Mauthe aufgebaut. Deshalb waren wir nicht wirklich vorbereitet. Aber der TC Ludwigsburg hat Sascha auch ein so gutes Angebot unterbreitet, bei dem wir als TVV nicht mithalten konnten.“

In der Zwischenzeit hat sich die Abteilungsleitung um Naujack, den Tennischef Horst Ehrenberg und seinen Stellvertreter Hans-Martin Fraas „mit der Situation befasst und erste Lösungsansätze besprochen“, erklärt der Sportwart. „Wir werden die Stelle demnächst offiziell ausschreiben. Außerdem haben wir über den Württembergischen Tennis-Bund (WTB) die Adressen von vier Trainern, die in Frage kommen. Wir hoffen, dass wir noch im Dezember einen Nachfolger für Sascha präsentieren können.“

Eine interne Lösung war sofort vom Tisch, auch wenn Boris Bischoff und Petra Dobusch dem Verein auf dem Wolfsberg als Trainer erhalten bleiben. „Beide wollen ihre berufliche Standbeine nicht aufgeben und hauptamtlich Trainer werden“, berichtet Naujack. Dafür gibt es ein ausgiebiges Anforderungsprofil: Der neue Übungsleiter sollte zwischen 30 und 40 Jahren alt sein. Er sollte leistungsbezogen trainieren. „Wir wollen unsere Jugendliche, aber auch unsere Aktive weiter voranbringen“, berichtet Naujack. „Außerdem erarbeiten wir gerade ein neues Jugendkonzept. Das muss er mittragen.“ Selbst noch aktiv spielen muss der neue TVV-Cheftrainer nicht. Es wäre aber ein Bonus. „Wir würden uns freuen, wenn er auch noch in einer Mannschaft spielt“, erklärt der Sportwart. „Er sollte aber auf jeden Fall das Tempo unserer Herren-1-Spieler mitgehen können. Deshalb wären wir auch froh, wenn wir jemanden bekommen würden, der schon höherklassig gespielt hat, auch wenn er jetzt vielleicht nicht mehr in unserer ersten Mannschaft spielen will.“

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