Mit dem Trainer als Teampartner zur Magnum-Flasche

Bei den Vaihinger Tennis-Stadtmeisterschaften führt kein Weg an Nachwuchsspielerin Leni Faeseler und ihrem Coach Boris Bischoff vorbei. Die topgesetzte Paarung Alexandra Fraas/Jan Heidbüchel zieht im Finale mit 7:10 im Match-Tiebreak den Kürzeren. Im Turnier der Hobbyspieler dominiert dagegen der TSV Kleinglattbach.

Von Ralph Küppers Erstellt: 15. September 2020
Mit dem Trainer als Teampartner zur Magnum-Flasche Voller Einsatz bei den Stadtmeisterschaften der Hobbyspieler: Tomas Kerbelis und Christel Schöttle (beide TSV Kleinglattbach) gewinnen den Titel. Foto: Küppers

Vaihingen. Die Vaihinger Tennis-Stadtmeisterschaften sind in mancherlei Hinsicht ungewöhnlich. Das geht damit los, dass sie ausschließlich im Mixed ausgetragen werden, das sonst bei Tenniswettbewerben keine Rolle spielt. Und es endet damit, dass sich bei der Siegerehrung die Platzierung direkt an der Größe der Sektflasche ablesen lässt – bis hinunter zu einem Piccolo für zwei Personen.

Wer allerdings mit dem einen Fläschchen Sekt zu zweit geehrt wurde, kämpfte schon lange nicht mehr im eigentlichen Wettbewerb, sondern nur noch in der Nebenrunde, hatte also eines seiner K.o.-Spiele verloren. „Als klar war, dass wir in diesem Jahr bei den Verbandsspielern mit Leistungsklasse und bei den Hobbyspielern jeweils mit einem richtigen Tableau spielen werden, hatten manche schon Angst, dass sie nach ihrer ersten Niederlage wieder heimgehen können“, berichtet Regina Faeseler, mitverantwortlich für die Organisation des Wettbewerbs. „Aber ob wir jetzt Gruppenspiele angeboten hätten oder das Tableau – zwei Matches waren jedem Teilnehmer garantiert.“ Denn nach dem Ausscheiden in der Hauptrunde ging es mindestens noch ein Mal in der Nebenrunde weiter.

Frühe Niederlage in K.o-Runde heißt noch lange nicht Feierabend

Das nutzten zum Beispiel gleich zu Beginn des sportlichen Kräftemessens Matthias Knoll und Linda Ahner. Sie zogen im Turnier der Hobbyspieler in ihrem Erstrundenmatch gegen Heike Cords/Jochen Christiaens den Kürzeren und waren raus. Aber ab dem Moment mischte das Duo die Nebenrunde auf. Der Niederlage folgten drei Siege und am Ende das Piccolo-Fläschchen aus den Händen von Oberbürgermeister Gerd Maisch. Knoll schlug bis vor Kurzem vor allem mit dem leichteren Badmintonschläger den Federball übers Netz, findet beim TSC Vaihingen aber auch immer mehr Freude am Spiel mit der gelben Filzkugel.

Cords/Christiaens setzten ihren Siegeszug in der Hauptrunde fort, in der ab dem Halbfinale Teams aus dem TSV Kleinglattbach unter sich waren. Kurios war, dass die Halbfinals mit völlig unterschiedlichen Ergebnissen beinahe gleich lange gedauert haben. Gegenüber dem 3:6, 6:3 und 10:6 von Tomas Kerbelis/Christel Schöttle gegen Ugo Tamborrini/Stefanie Fuchs liest sich der 6:2 und 6:2-Erfolg von Cords/Christiaens gegen Monika Tamborrini/Markus Köppel fast wie ein Spaziergang. Regina Faesler klärt aber auf: „In dem Spiel ist es ständig durch Einstand gegangen, dadurch hat es so lange gedauert.“ Das Finale ging mit 4:6, 7:6 und 10:7 an Kerbelis/Schöttle.

In völlig ungewohnte Rollen geschlüpft sind im Turnier der Verbandsspieler auch Leni Faeseler und Boris Bischoff. Das Talent, das für den TSC Vaihingen den Schläger schwingt, spielte dieses Mal nicht vor den kritischen Augen seines Trainers, sondern gemeinsam mit ihm auf dem Platz. Bischoff war mit Leistungsklasse 4 der am höchsten eingestufte Teilnehmer der Stadtmeisterschaften. Getreu seiner gewohnten Trainerrolle gab er der Teampartnerin zunächst noch immer wieder Tipps, wunderte sich im weiteren Verlauf aber auch, wie unerschrocken sie am Netz den einen oder anderen Ball annahm, der von den Kontrahenten hart rübergespielt wurde. „Dass bei einem Mixed die Frau oft angespielt wird, ist völlig normal“, bestätigt Regina Faesler. „Aber es war in keinem Spiel der Stadtmeisterschaften so, dass es unfair geworden wäre, weder bei den Hobbyspielern noch bei denen mit Leistungsklasse.“

Die Paarungen, die bei den Stadtmeisterschaften antraten, gibt es im Vereins-Tennis sonst nicht. Weil in den Mannschaften entweder Frauen oder Männer spielen, können in den Doppeln naturgemäß keine Mixed zustandekommen. Doch die Abläufe sind vom Doppel her vertraut.

Spitzenpaarungen marschieren ohne Satzverlust bis ins Finale

„Wenn es auf dem Platz dann doch zu einem Missverständnis kommt nach dem Motto ,Nimm ihn du, ich hab’ ihn sicher!‘, dann wird eben darüber gelacht“, sagt Regina Faeseler. So wie bei einem ganz normalen Doppel auch. Unterm Strich die wenigsten Fehler produzierten das topgesetzte Team Alexandra Fraas/Jan Heidbüchel und eben die Turniersieger. Doch nachdem beide Paarungen bis dato ohne Satzverlust durchs Turnier marschiert waren, entwickelte sich im Endspiel ein spannender Kampf. Bischoff/Faeseler gewannen den ersten Satz mit 6:2, Fraas/Heidbüchel den zweiten mit 6:3. Die Entscheidung fiel im Match-Tiebreak, der bis zum 10:7 zu Gunsten von Bischoff/Faeseler ebenfalls hart umkämpft war.

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