Gatsas zieht seine Teamkameraden mit

Spitzenspieler mit fast makelloser Bilanz – Männer des TC Illingen feiern nach Zwangsabsteig sofortige Rückkehr in Bezirksstaffel 2

Von Michael Nachreiner Erstellt: 27. Juli 2019
Gatsas zieht seine Teamkameraden mit Nikolaos Gatsas war an Position eins eine Bank für die Illinger. Er hat bei neun Einsätzen in Einzel und Doppel nur gegen den Gerlinger Jakob Rell verloren – in zwei Sätzen. Foto: Leitner

Die Männer des TC Illingen haben den Betriebsunfall der vergangenen Saison wieder wettgemacht und sind als Meister der Tennis-Kreisstaffel 1 Gruppe 19 wieder in die Bezirksstaffel 2 aufgestiegen. „Wir waren vom Niveau her in der Kreisstaffel aber auch nicht wirklich glücklich“, berichtet Mannschaftsführer Marcel Ihle.

Illingen. Es war der sogenannte Worst Case, der die Männer des TC Illingen in der Tennis-Bezirksstaffel 2 in der Saison 2018 ereilt hat. „Wir hatten das Spiel beim TC Kirchheim vorverlegt, dann aber die neue Ansetzung verschwitzt“, erinnert sich TCI-Mannschaftsführer Marcel Ihle. „Irgendwann erreichte uns nur eine Nachricht von den Kirchheimern: ,Jetzt braucht Ihr auch nicht mehr kommen. Wir stehen schon alle auf dem Platz.“ Damit war die Runde gelaufen. Laut Statuten steigt ein Team automatisch ab, wenn es ein Mal nicht antritt. „Damit hatten wir von Anfang an, den direkten Wiederaufstieg vor Augen“, berichtet Ihle.

Doch ein Durchmarsch wurde es nicht. „Wir waren schon gefordert – von Spieltag zu Spieltag an anderen Positionen“, erklärt der Illinger Mannschaftsführer. Vor allem hinten raus in der Saison gab es einige enge Matches, die erst im Match-Tiebreak entschieden wurden. Ihle: „Da geht es dann nicht mehr ums Spielerische, sondern nur noch ums Mentale. Und im Match-Tiebreak flattern bei uns oft die Nerven.“ Es gab nur eine Konstante: Nikolaos Gatsas. Die Nummer eins des TCI musste sich nur ein Mal geschlagen geben – bei fünf Einsätzen im Einzel und vier im Doppel. „Eigentlich studiert Nikolaos in Chemnitz, war jetzt aber für ein Praxissemester ein halbes Jahr in der Region. Nach einer rund fünfjährigen Pause hat er damit erstmals wieder eine ganze Saison gespielt. Und dann so eine Bilanz – das ist fantastisch“, berichtet Ihle. „Nikolaos ist aber auch immer in Form. Und er ist besser, als es seine Leistungsklasse von zwölf aussagt. Außerdem bringt er immer eine gewisse Sicherheit mit.“

Dass Gatsas an der Spitzenposition eine Bank war, gab dann auch seinen Mannschaftskameraden einen Schub. „Wir konnten immer davon ausgehen, dass er einen Einzelpunkt holt und dass wir mit ihm ein starkes Doppel stellen. Das zieht mit. Wenn er die Punkte holt, fühlt man sich auch in einer Bringschuld, dass man ebenfalls erfolgreich ist“, erzählt Ihle. Und dann hatten die Illinger den großen Vorteil, dass sie mit Rick Simon und Ihle zwei Linkshänder im Team haben. „Dadurch, dass wir dann immer einen Rechts- und einen Linkshänder zusammenspielen lassen konnten, waren wir im Doppel immer gut aufgestellt“, berichtet der TCI-Mannschaftsführer. „Das ist schon ein großer Vorteil, wenn sich beide Spieler auf der Vorhand wohlfühlen. Und bei uns ist das definitiv gegeben.“

Dennoch mussten sich die Illinger gleich am zweiten Spieltag beim TC Gerlingen II mit 2:4 geschlagen geben, auch wenn die einzelnen Matches recht eng waren. „Da ist uns ein kleines Malheur unterlaufen. Die Partie war zu früh in der Saison. Da hatten wir noch kaum Spielpraxis, da wir kein Wintertraining gemacht haben“, berichtet Ihle. Die anderen Partien gewannen die Illinger aber relativ souverän. „Nachdem wir am vorletzten Spieltag beim TV Neckarweihingen II mit 5:1 klar gewonnen hatten, war auch klar, dass wir Meister werden würden“, erklärt der Mannschaftsführer. „Denn wir wussten, dass unser letztes Saisonspiel gegen den SV Poppenweiler vom Niveau nicht die gleiche Herausforderung wird wie gegen Neckarweihingen oder den späteren punktgleichen Vizemeister TC Mühlacker.“

Dennoch taten sich die Illinger relativ schwer. „Diese Gewissheit, wir müssen liefern, macht es nicht einfacher“, berichtet Ihle. „Und dann haben wir es alle in den Einzeln geschafft, uns jeweils im ersten Satz gerecht zu werden und diesen zu holen. Doch dann sind wir ins das Verhaltensmuster verfallen, dass alles von selbst läuft. Im zweiten Durchgang sind dann alle bis auf Nikolaos in ein Loch gefallen. Da hatten wir Probleme, die Konzentration hochzuhalten.“ Jeweils im Match-Tiebreak holten dann aber Rick Simon, Lars Hansen und Patrick Dertinger ihre Einzelsiege und machten so die Illinger schon zum Meister.

Weiterlesen

Stebe spielt in der Qualifikation

Drucken Stockholm/Enzweihingen (rkü). Beim Tennisturnier der ATP-250-Serie in Stockholm kämpft der Enzweihinger Tennisprofi Cedrik-Marcel Stebe in der Qualifikation um den Einzug ins Hauptfeld. Gestern bezwang der 29-Jährige den Koreaner Hyeon Chung, der auf Weltranglistenplatz 120 steht. Das Spiel... »