Erster Teilerfolg für den Turnverein Vaihingen

Stadtteilausschuss lehnt Antrag der Tennis-Gemeinschaft ab, dem neuen Club die Nutzung des Geländes am Wolfsberg zu überlassen.

Von Michael Nachreiner Erstellt: 27. Januar 2021
Erster Teilerfolg für den Turnverein Vaihingen Blau umrandet ist die Parzelle der Tennisanlage am Wolfsberg, für die die Stadt ein Rückkaufrecht laut Kaufvertrag von 1957 hat. Foto: Stadt

Vaihingen. Seit spätestens Anfang September liegt dem Gemeinderat und der Verwaltung der Stadt Vaihingen ein Antrag der Tennis-Gemeinschaft Vaihingen vor, „der Gemeinderat möge beschließen, dass die Stadt Vaihingen sicherstellt, dass der neu gegründete Verein Tennis-Gemeinschaft (TGV) als Nachfolgerin der Tennisabteilung des TV Vaihingen auch weiterhin die Tennisanlage am Wolfsberg zur Ausübung des Tennissports nutzen kann“ (wir berichteten). Die TGV erwarte also, dass „die Stadt ihr Rückkaufrecht wahrnimmt“, erklärt Oberbürgermeister Gerd Maisch am Montagabend im Stadtteilausschuss. „Oder überspitzt formuliert: Die Stadt soll das Gelände dem Turnverein wegnehmen und dem neuen Verein zuschlagen.“

Das Gremium stimmte aber mit der Meinung der Verwaltung überein. Bei einer Enthaltung wurde der Antrag der Tennis-Gemeinschaft abgelehnt. Der weitere Prozess der politischen Entscheidungsfindung sieht nun vor, dass über den Antrag in der nächsten Woche in nicht-öffentlicher Sitzung im Verwaltungs- und Finanzausschuss beraten wird und dann am 10. Februar im Gemeinderat endgültig abgestimmt wird.

Das Gelände am Wolfsberg hat der TV Vaihingen zwischen 1957 und 1970 in insgesamt sieben Einzelkäufen erworben, bis es auf die heutige Größe von knapp 9000 Quadratmeter angewachsen ist. An drei Kaufverträgen war die Stadt beteiligt. Doch nur im ersten hat sich die Verwaltung ein Rückkaufrecht im Falle bestimmter Voraussetzungen zusichern lassen. Die Parzelle umfasst – grob gesagt – den obersten Platz direkt an der Straße und Teile des Werner-Banck-Heims. „Der Rückkauf ginge also nur für diese Fläche“, macht OB Maisch in der Sitzung noch einmal deutlich und ergänzt: „Wohlgemerkt: Es ist ein Rückkaufrecht, nicht eine Rückkaufpflicht.“

Darüber hinaus sei erst einmal zu klären, ob die formalen Voraussetzungen für einen Rückkauf, wie sie in dem Vertrag von 1957 festgelegt sind, überhaupt erfüllt sind, fährt das Stadtoberhaupt fort und beantwortet die Frage auch gleich selbst. „Aus Sicht der Verwaltung sind sie nicht erfüllt. Zum einen existiert der TV Vaihingen noch, er ist also nicht aufgelöst oder insolvent. Der Verein hat auch nicht gegen irgendwelche Rechte oder Gesetze verstoßen. Und die Bedingungen, die beim Kauf festgelegt wurden, hat er auch erfüllt – er hat einen Tennisplatz angelegt“, berichtet Maisch. Es sei aber nicht niedergeschrieben, in welcher Form der Turnverein Tennis organisiert muss – also dass der TVV eine eigene Tennisabteilung betreiben müsse. „Und die Stadt kann auch anderen Nutzungen zustimmen. Das steht ausdrücklich im Vertrag drin“, fügt der OB noch hinzu.

Außerdem sei auch zu überlegen, ob es Sinn ergibt, für diese Fläche das Rückkaufrecht auszuüben, wenn die Voraussetzungen vorliegen würden. „Denn die Stadt kann niemals im Rahmen eines Rückkaufs die ganze Fläche am Wolfsberg erwerben“, erklärt Maisch. „Überhaupt hat die Verwaltung noch nie aus Steuermitteln Vereinsanlagen gekauft und damit den Bau von Vereinsanlagen finanziert. Das hat noch nie eine Gemeinde gemacht, soweit ich informiert bin.“

Ein Schlichtungsgespräch zwischen den Parteien, wie es Stadtrat Wilfried Breit (Bündnis 90/Die Grünen) angeregt hat, ist bisher gescheitert. „Wir hatten vor anderthalb Jahren das Angebot gemacht. Beim Konflikt zwischen Bürgerverein und Segelflugverein sind wir so zu einer Lösung gekommen. In diesem Fall hat es aber ein externer Vermittler abgelehnt mit dem Verweis, dass es keinen Sinn ergibt, wenn es keine Lösung geben kann. Und die gab es zum damaligen Zeitpunkt nicht“, erzählt Maisch. „Wir sind aber weiterhin offen, diesen Weg der Schlichtung zu unterstützen.“

Auch der Bitte von Dietrich Hauser (sachkundiger Einwohner), man möge den Beschluss zurückstellen und die weitere Entwicklung abwarten, nahm der Oberbürgermeister schnell den Wind aus den Segeln. „Wir haben den Sachverhalt anwaltlich prüfen lassen. Deshalb ist eine Zurückstellung der Entscheidung nicht hilfreich. Im Gegensatz, sie würde die Sache weiter verzögern. Denn meine Wahrnehmung ist, dass beide Seiten darauf warten, was rechtlich von Seiten der Verwaltung passiert“, erklärt Maisch.

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