Antrag auf Enteignung des TVV ist gestellt

Der neu gegründete Verein Tennis-Gemeinschaft erwartet, dass das Gelände auf dem Wolfsberg dem TV Vaihingen weggenommen wird.

Von Michael Nachreiner Erstellt: 12. September 2020
Antrag auf Enteignung des TVV ist gestellt Ob und in welcher Form auf dem Wolfsberg weiter Tennis gespielt wird, darüber streiten sich die Tennisabteilung des TV Vaihingen und deren Nachfolger, der eigenständige Verein Tennis-Gemeinschaft, mit dem TVV-Hauptverein. Foto: ddp

Vaihingen. Der Streit zwischen der Tennisabteilung des TV Vaihingen und dem Hauptverein geht in die nächste Runde. In einem Gespräch mit Oberbürgermeister Gerd Maisch wurde deutlich, dass die Verantwortlichen des in der Zwischenzeit neu gegründeten Vereins Tennis-Gemeinschaft Vaihingen und der Tennisabteilung des TVV „erwarten, dass die Stadt das Gelände auf dem Wolfsberg, das dem TV Vaihingen gehört, diesem wegnimmt und dem neuen Club überlässt“, berichtet der OB. Das haben die Vertreter der TGV und der TVV-Tennisabteilung mit einem Antrag an den Gemeinderat untermauert. Dies kommt praktisch einer Enteignung des TV Vaihingen gleich. „So etwas habe ich in 30 Jahren in der Kommunalverwaltung noch nie erlebt – in keiner Stadt oder Kommune“, erklärt Maisch.

Die Verantwortlichen der TGV, vertreten durch den Vorsitzender Markus Naujack und seine Stellvertreterin Laura Kusnier, die sich zu dem Gespräch mit OB Maisch und dem Antrag nicht äußern wollen, berufen sich weiterhin darauf, dass beim Verkauf der ersten Fläche auf dem Wolfsberg an den TV Vaihingen bei der Gründung der Tennisabteilung eine Klausel dem Vertrag hinzugefügt wurde, dass bei Auflösung der Tennisabteilung oder bei vertragswidrigem Gebrauch die Stadtverwaltung das Recht auf einen Rückkauf hat. „Das war aber in den 1950er Jahren, also mehr als 60 Jahre her“, berichtet Maisch. „Und die Regelung wurde nicht für den Fall getroffen, wenn es einen Disput zwischen der Tennisabteilung und dem Hauptverein gibt.“ Außerdem steht die Klausel nur im Kaufvertrag einer Parzelle. Es sind aber mehrere Grundstücke auf dem Wolfsberg an den TV Vaihingen verkauft worden.

Nun liegt die Entscheidung beim Gemeinderat. Und der soll möglichst schnell den Antrag vorgelegt bekommen. „In der nächsten Sitzung wird das aber noch nicht sein“, erklärt das Stadtoberhaupt. „Wir brauchen Zeit für die Vorbereitung. Es würde ein schlechtes Bild abgeben, wenn wir den Antrag in den Gemeinderat einbringen würden, ohne alle Details zu kennen. Denn erst dann kann vernünftig beraten werden.“ Das Vaihinger Stadtoberhaupt hat auf jeden Fall, um keine Zeit zu verlieren, gleich nach dem Gespräch mit den Verantwortlichen der TGV und der TVV-Tennisabteilung Kontakt mit dem Anwalt der Verwaltung aufgenommen und ihm die entsprechenden Unterlagen zukommen lassen.

„Ich bin mir aber nicht sicher, dass alle Mitglieder der TVV-Tennisabteilung sich der Situation bewusst sind. So einfach geht das nicht“, erklärt Maisch. „Da nur ein Verein rechtsfähig ist und nicht eine Abteilung, ist der TV Vaihingen Eigentümer des Geländes. Er müsste also entschädigt werden. Außerdem ist es dem TV Vaihingen noch belassen, selbst dort Tennis anzubieten.“

Darüber hinaus hat sich die Tennisabteilung des TVV selbst geschwächt, ist das Stadtoberhaupt überzeugt. Denn sie wurde nicht aus dem Hauptverein rausgeworfen, sondern hat ihre Auflösung selbst vorangetrieben und dieser auch zugestimmt. „Das macht es nicht einfacher“, sagt Maisch. „Außerdem gibt es ja noch eine weitere Möglichkeit, in Vaihingen Tennis zu spielen. Die TVV-Abteilung oder jetzt die Tennis-Gemeinschaft ist nicht der einzige Verein in der Kernstadt.“ Am Löbertsbrunnen gibt es noch den TSC Vaihingen mit fünf Feldern.

Frank Hertfelder sieht die ganze Sache gelassen. „Der Antrag macht uns überhaupt nicht nervös. Wir sind komplett entspannt“, berichtet der Präsident des TV Vaihingen.

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