Zäpfle für alle

Feierlaune aus dem Vorjahr beschert flüssige Anerkennung – Trainingsfleiß contra Sportlerehrung

Erstellt: 19. März 2018

Wer als Sportler herausragende Leistungen erbracht hat, die nach den Statuten ehrungswürdig sind, bekommt im Gegenzug Urkunde und Medaille von der Stadt Vaihingen. Auf diesen einfachen Nenner lässt sich die Sportlerehrung reduzieren, wenn der fröhliche Abend in netter Gesellschaft mal völlig außen vor bleibt. Das mit den Urkunden war in diesem Jahr so eine Sache. Beim Ehrungsabend für die Kinder und Jugendlichen waren die Urkunden für die E-Jugendlichen der Handballer beim CVJM Enzweihingen auf der Strecke geblieben. Der Rathaus-Computer hatte zwar Ehrung und Einladung korrekt ausgespuckt, nur eben keine Urkunden. Und am Freitagabend waren es die Fußballer des TSV Kleinglattbach, die nicht für alle Leistungen – wenn man es so nennen mag – auch schriftlich die Anerkennung bekamen. Als Stadtmeister im Fußball bereits Dauergast bei der Sportlerehrung, wurde das Team Nutznießer eines Sonderpreises, den das Moderatoren-Duo Heiko Deichmann/Michael Nachreiner spontan am Ehrungsabend auslobte. Für die „umsatzstärkste Mannschaft bei der Sportlerehrung im Vorjahr“ gab es zwar keine weitere Urkunde. Doch es stand ein extra Bierkasten bereit, aus dem die Moderatoren jedem einzelnen der Glabbicher Kicker ein Zäpfle überreichten.

Alexander Krieger wohnt zwar in Vaihingen, ist aber bei Radrennen in fast allen Nachbarländern von Deutschland unterwegs. Und nicht alle Rennen gehen so flüssig über die Zunge wie „Tour de France“. Darum entschuldigte sich Moderator Nachreiner gleich eingangs der Laudatio, dass er sich jetzt garantiert versprechen werde – viel zu viel Französisch bei den Namen der Rennen, an denen Krieger erfolgreich teilgenommen hatte.

Ähnlich erging es auch dem Oberbürgermeister. Bei der Verleihung der Goldmedaille an Achim Haubennestel sagte Gerd Maisch: „Der Wettbewerb hat einen ganz langen Namen.“ Darum sprach er der Einfachheit halber von einer „Weltmeisterschaft“. Das wollte der Athlet so nicht gelten lassen und lieferte die korrekte Bezeichung nach: World Martial Arts Games. Der OB nahm das auf und fasste für alle verständlich zusammen: „Wer die World Games gewinnt, darf sich als Weltmeister fühlen.“

Respekt gehört zum Sport wie Ergebnisse – den Kontrahenten gegenüber ebenso wie den Kampf- und Schiedsrichtern. Aber auch bei der Sportlerehrung gilt es, denjenigen Respekt zu zollen, die in völlig anderen Disziplinen daheim sind als man selbst. Gleich zu Beginn der Jugendehrungen sagte Moderator Deichmann darum aus gegebenem Anlass: „Habt den Respekt und seid ruhig bei den Ehrungen – das gilt ganz besonders für Tanzgruppen hier links von mir.“ Die waren während dieser Ermahnung teils so angeregt im Gespräch, dass sie die erste Aufforderung gar nicht mitbekommen hatten.

Zwei Sportler, die gleich im allerersten Ehrungsblock hätten ausgezeichnet werden sollen, hatten kurz nach der Pause die große Bühne der Stadthalle ganz für sich. Tamara Schaßberger und John-Henry Tate konnten nicht pünktlich vor Ort sein – die Vorbereitung auf künftige Spitzenleistungen forderte auch am Ehrungsabend ihren Tribut. Ralph Küppers

Sportler des Jahres

Weiterlesen
Geht es um den Sieg, kommt man an TVS nicht vorbei

Geht es um den Sieg, kommt man an TVS nicht vorbei

Drucken Die Leser der VKZ wählen schon zum 17. Mal die Sportler des Jahres. In den nächsten Tagen und Wochen stellen wir alle Kandidaten der einzelnen Kategorien noch einmal ausgiebig vor. Heute die Wettkampfgymnastikmannschaft des TV Sersheim. Es... »