Skateboarden ist ein Lebensgefühl

Erstellt: 21. Februar 2019
Skateboarden ist ein Lebensgefühl Mit dem Brett auf vier Rollen durch die Straßen heizen, über Ramps fahren oder in der Halfpipe atemberaubende Tricks präsentieren – das ist Jakob „Jake“ Dohses Welt. Foto: privat

Die Leser der VKZ wählen bereits zum 18. Mal die Sportler des Jahres. In den nächsten Tagen und Wochen stellen wir alle Kandidaten der einzelnen Kategorien noch einmal ausgiebig vor. Heute der Skateboarder Jakob Dohse.

„Ich hab’ halt Glück gehabt.“ Jakob Dohse steht mit beiden Beinen im Leben. Und natürlich gehört immer auch eine Portion Glück dazu, wenn man Meister wird. Es gehört aber auch eine Menge Können dazu. Und das bringt der Vaihinger mit, für den im Freizeitpark Rust ein Jugendtraum in Erfüllung gegangen ist. Der 31-Jährige sicherte sich den deutschen Meistertitel im Skateboarden in der Altersklasse Ü 30.

Skateboarden – das ist für Dohse nicht nur ein Sport. Es ist fast ein Lebensgefühl. Mit dem Brett auf vier Rollen durch die Straßen heizen, über Ramps fahren oder in der Halfpipe atemberaubende Tricks präsentieren. Es sprudelt nur so aus ihm heraus, wenn er von seinem Hobby auf Rollen berichtet. Dennoch wären die deutschen Meisterschaften in Rust für ihn beinahe am ersten Tag beendet gewesen. Ein Sturz warf ihn fast aus der Bahn. „Es ist eine Gratwanderung zwischen sicheren und schwierigen Tricks“, meint Dohse über die beiden Durchgänge im Street-Parcours in der Vorrunde, bei denen man in 45 Sekunden die Jury überzeugen muss. Freundin Jennifer baute ihn aber wieder auf. Letztlich qualifizierte er sich als Vierter bei fünf Startplätzen für das Finale am zweiten Tag. Damit ließ er in der S-Division, also der Seniorenklasse, acht Konkurrenten hinter sich.

Im Finale mussten die fünf Finalisten zunächst eine sogenannte Organized Jam Session absolvieren – jeweils drei Tricks pro Fahrer, fünf Minuten lang und am laufenden Band. Dann vor gut 1000 Fans die Kür: 60 Sekunden durch den Parcours heizen, etwa so groß wie ein Handballspielfeld. 70 von 100 möglichen Punkten hat „Jake“ Dohse, wie er in der Szene und von Freunden genannt wird, beim Preisgericht gesammelt – fünf mehr als der Zweitplatzierte Roman Ebersbach und nochmals fünf weitere mehr als der Dritte Alexei Wedel. Beide kommen übrigens ebenfalls aus seinem Karlsruher Verein Rollbrett.

Nun haben sich zu der Medaille für die Vizemeisterschaft bei den süddeutschen Titelkämpfen 2009, die im Wohnzimmer seiner Wohnung in Vaihingen hängt, ein stattlicher Pokal, ein Board mit der Nummer eins für den DM-Sieger und ein Meisterring, auf den Dohse besonders stolz ist, dazugesellt. Doch noch wichtiger als die Beweise des Erfolgs ist für den 31-jährigen Realschullehrer der Jahresvorrat von insgesamt zwölf Brettern. Die Teile sind nämlich Verschleißartikel. Für die Anbauteile wie beispielsweise die Rollen muss der Vaihinger jedoch selbst sorgen. Ein Skateboard hat am Ende einen Wert von 200 bis 250 Euro. Michael Nachreiner

• Info: Nach Ende der Kandidatenvorstellung veröffentlichen wir vom 23. Februar bis zum 16. März mehrere Stimmzettel. Man kann seine Stimme aber auch online abgeben. Bisher vorgestellt sind: die Distanzreiterin Finnja Röhm, der Straßenradfahrer Alexander Krieger, die Volleyballer der VSG Gündelbach, die Hip-Hop-Tänzerin Janina Weiser, der Tennisspieler Sascha Wennagel, die U-18-Faustballer des TV Vaihingen, die Stabhochspringerin Tamara Schaßberger, der Karateka André Henschel, die Fußballer des SV Riet, die Tennisspielerin Petra Dobusch, der Segelkunstflugpilot Eberhard Holl, die Indiacaspielerinnen des TSV Enzweihingen und die Handballerin Ann Kynast.

Hier geht es zur Abstimmung.

Weiterlesen
Finale geht auf die Pumpe

Finale geht auf die Pumpe

Drucken So deutlich das Ergebnis bei den Wahlen zur Sportlerin und zum Sportler des Jahres ausgefallen ist, so eng ging es im Wettbewerb der beliebtesten Mannschaften zu. Am Ende haben sich die VKZ-Leser, die zu 96 Prozent das... »