Silber, Bronze und der Holzplatz für Dobusch

Erstellt: 16. Februar 2019
Silber, Bronze und der Holzplatz für Dobusch Petra Dobusch aus Freudental gehört zu den besten deutschen Tennisspielerinnen der Altersklasse Frauen 50. Ihre Erfahrung gibt sie als Trainerin an Spieler des TV Vaihingen weiter. Foto: Baumann

Die Leser der VKZ wählen bereits zum 18. Mal die Sportler des Jahres. In den nächsten Tagen und Wochen stellen wir alle Kandidaten der einzelnen Kategorien noch einmal ausgiebig vor. Heute die Tennisspielerin Petra Dobusch.

Die USA haben sich für die Finalniederlage bei der Tennis-WM der Senioren im Teamwettbewerb im vergangenen Jahr revanchiert. Dieses Jahr setzten sich die Nordamerikanerinnen bei den Frauen 50 gegen Deutschland durch. „Wir sind aber stolz auf Silber“, freut sich Mannschaftsführerin Petra Dobusch (TC Doggenburg Stuttgart), die beim TV Vaihingen als Trainerin arbeitet. „Es war ein riesiges Erlebnis, das ändert auch die Finalniederlage nicht.“ Bereits nach den beiden Einzeln stand der neue Weltmeister fest. Dobusch verlor zum Auftakt gegen Andrea Rice mit 1:6, 7:6 (7:4) und 4:6. Anschließend musste sich Anke Wurst Debbie Spence-Nasim mit 6:4, 4:6 und 2:6 geschlagen geben. Auf das abschließende Doppel wurde verzichtet.

Die Deutschen, für die neben Dobusch und Wurst auch Gabi Kirchner und Barbara Seeger aufschlugen, hatten sich bei der WM im Teamwettbewerb in der Gruppenphase jeweils mit 3:0 gegen Neuseeland und Norwegen durchgesetzt. Im Viertelfinale gaben sich Dobusch und Co. auch gegen Großbritannien keine Blöße – 3:0. Erst im Halbfinale wurden sie gefordert. Der Endspieleinzug stand für die Deutschen gegen Italien jedoch bereits nach den Einzeln fest. Am Ende stand ein 2:1-Sieg zu Buche.

Der Silbermedaille im Mannschaftswettbewerb ließ Dobusch dann noch Bronze im Doppel mit ihrer Partnerin Anke Wurst folgen. In der Altersklasse Frauen 50 verloren die beiden zwar im Halbfinale gegen das deutsch-belgische Duo Natalia Harina-Beckmann/Klaartje van Baarle mit 3:6 und 1:6. „Das ist aber nicht wirklich ärgerlich“, nimmt Dobusch die erste Doppelniederlage überhaupt an der Seite von Wurst relativ gelassen und analysiert: „Die Gegnerinnen waren richtig gut. Und wir mussten unserem Einsatz im Mannschaftswettbewerb in der ersten Woche der Titelkämpfe Tribut zollen. Irgendwann ist einfach der Akku leer. Da reagiert man nicht mehr so schnell und bewegt sich auch nicht mehr so schnell. Und im zweiten Satz haben Harina-Beckmann und Van Baarle auch keinen Fehler mehr gemacht.“

Mit Van Baarle hatte Dobusch schon in der Einzelkonkurrenz unliebsame Bekanntschaft gemacht. Die Freudentalerin verlor im Achtelfinale mit 2:6 und 0:6. „Die Belgierin ist so etwas wie die Überfliegerin in der Altersklasse Frauen 50. Sie hat eine Gesamteinzelbilanz von 205 Siegen bei nur drei Niederlagen“, berichtet Dobusch und ergänzt: „Sie ist wuselig auf dem Platz. Und sie spielt einen ekeligen Topspin-Ball, so dass man immer zwei, drei Schritte extra laufen muss. Außerdem weiß sie genau, gegen wen sie wie spielen muss, damit es der Gegnerin richtig wehtut.“ Allerdings hatte Dobusch auch ein anstrengendes Drei-Stunden-Match gegen die Schweizerin Claudine Ferralli vom Vortag in den Knochen. „Da habe ich einige Körner liegen gelassen“, berichtet die 52-Jährige. „Aber selbst, wenn ich nicht müde gewesen wäre, hätte ich wahrscheinlich keine Chance gehabt.“

Edelmetall verwehrt ist Dobusch dagegen bei der Team-DM mit den Frauen 40 des TC Doggenburg Stuttgart geblieben. Die Freudentalerin und ihre Mannschaftskameradinnen verloren zunächst das Halbfinale gegen den TC Bredeney. „Die Essenerinnen spielen in einer anderen Liga mit ihren Ausländerinnen und ihren Ex-Profis“, zollt ihnen Dobusch Respekt. Im Spiel um Platz drei gegen den TC Marktoberdorf fehlten dagegen nur Kleinigkeiten. „Nach den Einzeln stand es 3:3. Auch nach den ersten beiden Doppeln war es bei 4:4 ausgeglichen. Doch das entscheidende Doppel ging im Match-Tiebreak verloren“, berichtet Dobusch. So richtig traurig war die 52-Jährige allerdings nicht. „Natürlich hätten wir gerne den dritten Rang erreicht“, berichtet die Freudentalerin. „Aber traurig waren wir eigentlich nicht. Wir sind nach den Matches mit allen zusammengesessen und haben gemeinsam gefeiert.“ Michael Nachreiner

• Info: Nach Ende der Kandidatenvorstellung veröffentlichen wir vom 23. Februar bis zum 16. März mehrere Stimmzettel. Man kann seine Stimme aber auch online abgeben. Bisher vorgestellt sind: die Distanzreiterin Finnja Röhm, der Straßenradfahrer Alexander Krieger, die Volleyballer der VSG Gündelbach, die Hip-Hop-Tänzerin Janina Weiser, der Tennisspieler Sascha Wennagel, die U-18-Faustballer des TV Vaihingen, die Stabhochspringerin Tamara Schaßberger, der Karateka André Henschel und die Fußballer des SV Riet.

Hier geht es zur Abstimmung.

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