Mayer hadert etwas mit Kampfrichtern

Erstellt: 12. Februar 2020
Mayer hadert etwas mit Kampfrichtern Die Farbe der Medaille hätte nach Meinung von Lena Mayer eine andere sein dürfen. Denn die Leistung beim Goju-Ryu-World-Cup in Kuala Lumpur hat gepasst, sagt die Karateka. Foto: privat

Die Leser der VKZ wählen bereits zum 19. Mal die Sportler des Jahres. In den nächsten Tagen und Wochen stellen wir alle Kandidaten der einzelnen Kategorien noch einmal ausgiebig vor. Heute: die Karateka Lena Mayer.

„Die Leistung hat gepasst“, berichtet Lena Mayer. Dennoch ist die Karateka aus Kleinglattbach mit ihrer Platzierung beim Goju-Ryu-Worldcup im malaysischen Kuala Lumpur, praktisch der Weltmeisterschaft in dieser Stilrichtung, nicht zufrieden. Denn bereits im Halbfinale traf Mayer (Kime Budosport Binswangen) auf die Tschechin Veronika Miskova. „Eigentlich dachte ich, dass ich in diesem Jahr endlich mal an meiner Dauerrivalin vorbeikomme“, erklärt die Kleinglattbacherin, die in Obersulm wohnt. Doch wieder zog sie den Kürzeren und musste sich mit Bronze zufrieden geben. „Veronika Miskova ist technisch sehr gut, ich liege dagegen athletisch vorne“, beschreibt Mayer die Unterschiede zwischen beiden Karateka. Das kam der Tschechin bei den inoffiziellen Weltmeisterschaften der Stilrichtung Goju Ryu entgegen. „Ich habe nach unserem Duell mit den Kampfrichtern gesprochen. Leider hat die Mehrheit mehr Wert auf das Technische gelegt“, erzählt Mayer.

Besonders ärgerlich war aus Sicht der Kleinglattbacherin, dass das Duell bereits im Halbfinale der Kata-Konkurrenz der Klasse Frauen über 16 Jahre stattfand. „Es war das vorgezogene Finale. Wir haben beide das Feld deutlich angeführt, von der Punktzahl waren wir viel besser“, berichtet Mayer. Den Halbfinalpool mit Mayer gewann Miskova mit 27,0 Punkten vor der Kleinglattbacherin mit 26,2 Zählern. Auf den weiteren Plätzen folgten Lara Boeddinghaus aus Deutschland mit 24,6 Punkten sowie Emma-Jayne Wentzel aus Südafrika mit 24,2 Zählern. „Normalerweise bewegt sich eine ganze Gruppe innerhalb eines einzigen Punktes. Es kommt in der Regel auf die Zehntel an“, erklärt Mayer. Anderthalb Punkte seien eine Welt.

Dafür schlug die Kleinglattbacherin zum Saisonabschluss beim Bazai-Cup in Berlin eine andere Karateka, gegen die sie bisher immer den Kürzeren gezogen hatte: die Niederländerin Samantha van Lokven. „Dieses Mal war sie einfach fällig“, berichtet Mayer. „Technisch sind wir in etwa auf dem gleichen Niveau. Da nehmen wir uns kaum etwas. Doch ich hatte bei der Athletik die Nase vorne. Auf Kraft und Schnelligkeit hatte ich mich in diesem Jahr auch konzentriert.“ Am Ende waren es 0,4 Punkte Vorsprung, die Mayer mit der Kata Papporen aus der Stilrichtung Shito-Ryu im Finale der Kata-Einzel-Konkurrenz Frauen in Berlin holte.

So erfolgreich der Jahresausklang war, bei den deutschen Meisterschaften in Chemnitz haderte Mayer noch mit der harten Strafe für einen kleinen Wackler im Finale gegen Sophie Wachter, der ihr die Goldmedaille verwehrte. „Ich hatte mir zwei Wochen vor der DM den großen Zeh ausgerenkt. Im Finale ist mir praktisch wieder das Gleiche passiert. Bei einer 360-Grad-Drehung ist mein Zeh stehengeblieben“, berichtet Mayer und fügt hinzu: „Ich hatte hinterher viele Rückmeldungen, dass ich trotzdem hätte gewinnen müssen.“ Doch die Kampfrichter gaben Wachter für ihre Kata Gojusjijo Dai 22,1 Punkte, Mayer für die Suparinpai dagegen nur 21,6 – es wurde erstmals nicht mit Flaggenentscheid gewertet. Michael Nachreiner

• Info: Nach Ende der Kandidatenvorstellung veröffentlichen wir vom 15. bis zum 29. Februar mehrere Stimmzettel. Man kann seine Stimme aber auch online abgeben. Bisher sind vorgestellt: die Distanzreiterin Finnja Röhm, der Triathlet Thomas Fritsch, die Fußballer der SGM Roßwag/Mühlhausen, die Handballerin Ann Kynast, der Tennisspieler Cedrik-Marcel Stebe, die Tischtennisspieler des TSV Großglattbach, die Tennisspielerin Petra Dobusch, der Straßenradfahrer Alexander Krieger, die U-14-Faustballerinnen des TV Vaihingen, die Leichtathletin Anja Tognotti, der Badmintonspieler Matthias Kroll und die U-20-Basketballer der BSG Vaihingen/Sachsenheim.

Hier geht es zur Abstimmung.

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