Krieger als bester Deutscher in Minsk

Erstellt: 6. Februar 2020
Krieger als bester Deutscher in Minsk Alexander Krieger – hier noch im Trikot seines bisherigen Teams Leopard Pro Cycling – war bei den Europaspielen bester Deutscher und ist als 18. über die Ziellinie gefahren. Foto: Vanheste

Die Leser der VKZ wählen bereits zum 19. Mal die Sportler des Jahres. In den nächsten Tagen und Wochen stellen wir alle Kandidaten der einzelnen Kategorien noch einmal ausgiebig vor. Heute: der Straßenradfahrer Alexander Krieger.

Die Europaspiele in Minsk – die zweite Ausgabe dieses sportlichen Kräftemessens überhaupt – sind für Alexander Krieger ein besonders Erlebnis gewesen. Der Vaihinger war beim Straßenradrennen der beste Deutsche. Ganz zufrieden war er mit dem Abschneiden in der weißrussischen Hauptstadt trotzdem nicht. Denn er fuhr als 18. über die Ziellinie und kommentierte anschließend: „Im Rennen hatten wir nicht viel Glück.“

Der Plan des deutschen Teams ist nicht ganz aufgegangen. Krieger: „Früh waren gerade mit Paul Taebling und Christian Koch die zwei Fahrer jeweils in den Verpflegungszonen gestürzt, die die Aufgabe hatten, die Gruppen zu besetzen. Damit waren wir in der entscheidenden Phase des Rennens, in denen immer wieder Gruppen weggezogen sind, nur noch zu zweit – Nico Denz und ich.“ Und das war einer zu wenig, um den erhofften Anschluss zu halten, als der entscheidende Angriff kam. Am Ende des 180 Kilometer langen Rennens hatte das Hauptfeld nach gut vier Stunden 54 Sekunden Rückstand auf die Spitze. Und auch wenn das Glück fehlte, stuft Krieger den Auftritt der Deutschen als „gute Mannschaftsleistung“ ein. Dass er dafür eines seiner Lieblingsrennen sausen lassen musste, war zu verschmerzen – zeitgleich zu den Europaspielen fand das Rennen von Brügge in Belgien statt, bei dem Krieger schon zwei Mal gut abgeschnitten hatte.

Die Dienstreise nach Minsk war geprägt von einer begeisternden Atmosphäre. Rund 4000 Athleten aus 15 verschiedenen Sportarten kämpften um Siege. Ähnlich wie bei Olympischen Spielen wohnten die Teilnehmer auch in einem Athletendorf mit seiner ganz eigenen Stimmung. „Jetzt verstehe ich den olympischen Gedanken vom Dabeisein ein bisschen besser“, sagte der Vaihinger kurz nach seiner Rückkehr. Und auch wenn das Jahr 2019 für ihn „zwar auch nicht schlecht, aber etwas unter Standard“ verlief, wie er zum Jahreswechsel zusammenfasste, ging für Krieger kurz vor Weihnachten ein lange gehegter Traum in Erfüllung. Endlich klappte es mit dem Engagement bei einem Team der zweithöchsten Kategorie. Der 28-Jährige fährt ab sofort im Trikot des belgischen Pro-Continental-Teams Alpecin-Fenix, vormals Corendon-Cirus. „Das Argument, das für mich sprach, waren letztlich die vergangenen Jahre“, sagt Krieger. „Ich bin in der Regel immer konstant gefahren.“ Und das darf er künftig wohl auch bei den berühmtesten Rennen der Welt. Ralph Küppers

• Info: Nach Ende der Kandidatenvorstellung veröffentlichen wir vom 15. bis zum 29. Februar mehrere Stimmzettel. Man kann seine Stimme aber auch online abgeben. Bisher sind vorgestellt: die Distanzreiterin Finnja Röhm, der Triathlet Thomas Fritsch, die Fußballer der SGM Roßwag/Mühlhausen, die Handballerin Ann Kynast, der Tennisspieler Cedrik-Marcel Stebe, die Tischtennisspieler des TSV Großglattbach und die Tennisspielerin Petra Dobusch.

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