Krieger ärgert Tour-de-France-Fahrer

Erstellt: 7. Februar 2019
Krieger ärgert Tour-de-France-Fahrer Bei der Tour de Luxembourg trägt Alexander Krieger (rechts) für einen Tag das Gelbe Trikot des Gesamtführenden. Foto: Haumesser

Die Leser der VKZ wählen bereits zum 18. Mal die Sportler des Jahres. In den nächsten Tagen und Wochen stellen wir alle Kandidaten der einzelnen Kategorien noch einmal ausgiebig vor. Heute der Straßenradfahrer Alexander Krieger.

So erfolgreich verlief eine Saison für Alexander Krieger (Leopard Pro Cycling) niemals zuvor. Der Straßenradprofi aus Vaihingen war maßgeblich daran beteiligt, dass das drittklassige luxemburgische Team für so viel Aufmerksamkeit sorgte, dass es bei der Wiederbelebung der Deutschland-Tour eine Startberechtigung bekam – neben lauter World-Tour-Fahrern wie dem letztjährigen Tour-de-France-Sieger Geraint Thomas, dem Zweiten der Frankreich-Rundfahrt, Tom Dumoulin, dem Deutschen Meister Pascal Ackermann oder den deutschen Sprintstars Marcel Kittel und Rick Zabel. Und der damals 26-Jährige zahlte die Vorschusslorbeeren zurück. Auf der ersten Etappe über 157 Kilometer von Koblenz nach Bonn fehlte Krieger ein Wimpernschlag zu einem Podestplatz. „Wäre die Ziellinie ein paar Zentimeter weiter hinten gewesen, wäre ich vielleicht Dritter geworden“, berichtet der Vaihinger.

Und das quasi als Einzelkämpfer, der sich ohne Unterstützung seines Teams behaupten musste. „Am Ende ist es natürlich einfacher, wenn man einen Zug wie Ackermann hat, der sich das ganze Rennen um nichts kümmern musste“, erklärt Krieger. „Ich hatte dagegen vor dem eigentlichen Sprint schon mehr Stress. Ich musste mich immer wieder alleine zurückkämpfen. Aber wir sind eben ein Ausbildungs- beziehungsweise Nachwuchsteam. Da fehlt uns in der Breite etwas die Qualität.“

Gleich im Frühjahr hat Krieger aufhorchen lassen. Bei der Tour de Normandie wurde er knapp geschlagen Gesamtzweiter. „Ich hatte mit dem Sieg bei der Tour de Normandie geliebäugelt“, berichtet er. „Mit ein bisschen mehr Glück hätte ich die Tour de Normandie auch gewonnen.“ Doch nach und nach fielen einige seiner Teamkameraden aus. Das wurde Krieger auf der Schlussetappe von La Haye nach Caen auch ein bisschen zum Verhängnis. „Ich hatte frühzeitig zwei Helfer aufgebraucht. Dennoch war ich rund 1,5 Kilometer vor dem Ziel gut platziert. Doch das Peloton verschleppte das Tempo, so dass ich etwas tun musste. Dadurch bin ich aber schon 800 Meter vor dem Ziel im Wind gestanden“, erzählt der 26-Jährige. In die letzte Kurve rund 250 Meter vor dem Ziel ging Krieger auch als Führender. „Ich habe vor dieser Kurve aber schon zu viel investiert. Ich habe mich nur noch ins Ziel geekelt.“ Er musste noch zwei Fahrer ziehen lassen. Wäre es nur einer gewesen, es hätte zum Gelben Trikot des Gesamtführenden in der Endabrechnung gereicht.

Das holte sich Krieger dafür bei der Tour de Luxemburg – wenn auch nur für einen Tag. „Als Underdog bei einer Rundfahrt der höchsten Kategorie das Gelbe Trikot überzustreifen….“ Dann bleibt Krieger die Sprache weg. Am Ende wurde er Fünfter. Die Führung im Gesamtklassement auf der dritten Etappe brachte aber auch Verantwortung mit. „Man muss das Rennen in die Hand nehmen“, berichtet Krieger. „Dazu haben wir aber eigentlich gar nicht die Manpower.“ Dennoch konterten das Team Leopard Pro Cycling jeden Ausreißversuch. Am Ende unterlief Krieger aber ein taktischer Fehler, der ihm viel Kraft und letztlich viel Zeit kostete. Michael Nachreiner

• Info: Nach Ende der Kandidatenvorstellung veröffentlichen wir vom 23. Februar bis zum 16. März mehrere Stimmzettel. Man kann seine Stimme aber auch online abgeben. Bisher vorgestellt ist: die Distanzreiterin Finnja Röhm.

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