Konstantester deutscher Pilot bei der WM

Erstellt: 18. Februar 2019
Konstantester deutscher Pilot bei der WM Eberhard Holl leistete sich selbst bei schwierigen Figuren bei der WM keine Ausrutscher. Damit wurde er drittbester Deutscher und im Team gewertet, das Weltmeister wurde. Foto: privat

Die Leser der VKZ wählen bereits zum 18. Mal die Sportler des Jahres. In den nächsten Tagen und Wochen stellen wir alle Kandidaten der einzelnen Kategorien noch einmal ausgiebig vor. Heute der Segelkunstflugpilot Eberhard Holl.

Eberhard Holl ist ein nüchterner Analytiker. Dennoch hat ihn seine eigene Leistung, aber auch die der deutschen Mannschaft bei den Segelkunstflug-Weltmeisterschaften im tschechischen Zbraslavice in der Unlimited-Klasse überrascht. „Der achte Platz in der Einzelwertung ist weit mehr, als ich zu hoffen gewagt hatte. Ich fliege schließlich erst seit drei Jahren in der Unlimited-Klasse“, berichtet Eberhard Holl (FSC Mühlacker). Als Achter in der Einzelwertung war der Horrheimer zudem einer von drei Deutschen, die in der Mannschaft gewertet wurden. Und als Team wurden die Deutschen Weltmeister – vor den als Favoriten gehandelten Ungarn mit Ferenc Toth, János Szilágyi und Janos Sonkoly. „Die Ungarn stellen mit Toth auch in diesem Jahr wieder den Weltmeister. Außerdem haben sie mit Szilágyi einen weiteren ausgezeichnete Piloten“, berichtet Holl. „Silágyi hat sich aber bei der zweiten Unbekannten – das war der vierte von fünf Wertungsflügen – zwei böse Fehler eingefangen. Da sind wir als Team vorbeigezogen.“ Für Deutschland wurden der Bronzemedaillengewinner Moritz Kirchberg und der Fünfte Eugen Schaal aus Herford zusammen mit Holl gewertet.

Als Vorbereitung auf die Welttitelkämpfe hatte der Horrheimer mit viel Akribie vor allem an den schwierigen Figuren gearbeitet. Dass dann die einfacheren Sequenzen etwas gelitten haben, nahm er billigend in Kauf. Und es hat sich ausgezahlt. „Ich bin konstant geflogen. Ich hatte keine Einbrüche“, berichtet der Ingenieur stolz. „Bei so einer WM fliegt eigentlich jeder am Limit. Wenn man dann ganze Figuren genullt bekommt, geht es schnell nach unten.“ Der Horrheimer platzierte sich in jeder Wertungsprüfung zwischen Rang sieben und zehn. Damit war er der konstanteste deutsche Pilot.

Denn sowohl Kirchberg im ersten Flug als auch Schaal in der dritten Prüfung leisteten sich Ausrutscher. Dadurch war Holl nach dem ersten Tag sogar zweitbester Deutscher. Und das, obwohl er selbst den Flug kritisch sieht: „Das war ordentlich, aber nicht brillant. Ich hätte besser fliegen können.. Denn man muss die Figuren nicht nur bewältigen. Es wird auch bewertet, wie perfekt und schön man fliegt.“

Und das bei fast unmenschlichen Bedingungen. „Wir sind auch bei 35 Grad Celsius geflogen“, berichtet der Horrheimer. „Da geht die Haube zu. Das ist im Cockpit wie in einem Gewächshaus.“ Michael Nachreiner

• Info: Nach Ende der Kandidatenvorstellung veröffentlichen wir vom 23. Februar bis zum 16. März mehrere Stimmzettel. Man kann seine Stimme aber auch online abgeben. Bisher vorgestellt sind: die Distanzreiterin Finnja Röhm, der Straßenradfahrer Alexander Krieger, die Volleyballer der VSG Gündelbach, die Hip-Hop-Tänzerin Janina Weiser, der Tennisspieler Sascha Wennagel, die U-18-Faustballer des TV Vaihingen, die Stabhochspringerin Tamara Schaßberger, der Karateka André Henschel, die Fußballer des SV Riet und die Tennisspielerin Petra Dobusch.

Hier geht es zur Abstimmung.

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