Ironman-WM in Nizza ist „wie Hawaii im Kleinformat“

Erstellt: 30. Januar 2020
Ironman-WM in Nizza ist „wie Hawaii im Kleinformat“ Vor den Palmen von Nizza hat Thomas Fritsch bei der WM Höchstleistung gezeigt. Foto: privat

Die Leser der VKZ wählen bereits zum 19. Mal die Sportler des Jahres. In den nächsten Tagen und Wochen stellen wir alle Kandidaten der einzelnen Kategorien noch einmal ausgiebig vor. Heute: den Triathleten Thomas Fritsch.

Lange ist er noch nicht im Geschäft. Erst 2015 verlagerte Thomas Fritsch seine sportliche Aktivität zum Triathlon. Davor hatte er als Vollblut-Fußballer viele Jahre das Tor des SV Illingen gehütet, dann als Trainer die Illinger Mannschaft in die Bezirksliga geführt. Doch spätestens im Jahr 2019 hat Fritsch in seinem neuen Sport aufhorchen lassen. Bei der Ironman-EM in Frankfurt reichte es beinahe zur Qualifikation für den berühmtesten aller Triathlons, den Ironman auf Hawaii. Doch nur beinahe – dem Illinger fehlten wenige Sekunden. Qualifiziert hatte er sich aber für ein anderes Triathlon-Großereignis, die Ironman-WM in Nizza. „Das Ambiente ist wirklich toll“, berichtete er im September. „Mittelmeer, Palmen, Strand – das ist wie Hawaii im Kleinformat.“ Und das Publikum war hautnah dabei, als die 5500 Teilnehmer der WM sich auf die Strecke machten. 1,9 Kilometer schwimmen, 91,3 Kilometer Fahrrad fahren und zum Abschluss ein Halbmarathon über 21,1 Kilometer – fertig ist der 90.3-Triathlon.

Für Fritsch, der kurzerhand seinen Familienurlaub mit Frau und Sohn an der Côte d’Azur verbrachte und vor der WM tagelang auf den Originalstrecken trainierte, war eine akribische Vorbereitung auf den Wettkampf angesagt. Denn im Schwimmen hängt er dem Großteil der Konkurrenz hinterher, weil er erst spät in diesen Sport eingestiegen ist. „In Nizza wäre auf Platz 367 gewesen, wenn das Schwimmen einzeln gewertet würde“, berichtete er damals. Doch zum Glück des Illingers folgte gleich seine Paradedisziplin. „Bewusst sitze ich erst seit 2015 auf dem Rennrad“, sagt Fritsch. Doch das merkt man ihm nicht an. Auch in Nizza war es so, dass ehemalige Radprofis Spitzenplätze im Teilnehmerfeld belegten. „Alexander Vinokurov, der meine Altersklasse insgesamt gewonnen hat, war mit dem Rad auch nur 18 Minuten schneller als ich“, sagt Fritsch selbstbewusst. Durch Trainingseifer hat er das Maximale aus der Strecke rausgeholt, die auf gut 90 Kilometern Länge rund 1000 Höhenmeter aufwies. Rang 24 in dieser Einzeldisziplin sprach für sich. Das abschließende Laufen war nach der Anstrengung auf zwei Rädern noch einmal eine Herausforderung – auch weil das Ziel schon kilometerweit zu sehen war. Als 46. in seiner Altersklasse 45 bis 49 Jahre, in der allein 540 Sportler an den Start gegangen waren, war er vollauf zufrieden. „Es gab eine enorme Leistungsdichte, weil sich ja jeder hatte qualifizieren müssen“, sagt Fritsch.

Einerseits geht er mit dem TV Bretten in Teamwettbewerben an den Start, andererseits nimmt er auch die Herausforderung als Einzelsportler an. Unter anderem in Mühlacker, bei der EM in Frankfurt und bei der WM in Nizza. Das Schwimmen im Salzwasser des Mittelmeers hat ein paar Abschürfungen hinterlassen. „Aber mir geht es gut, wirklich gut“, verkündete Fritsch zwei Tage nach der Zielankunft. „Ich könnte glatt schon wieder trainieren. Es war ja keine Langdistanz.“ Und irgendwann, da ist er sich fast sicher, klappt es auch mit dem ganz großen Ziel – der Teilnahme am Ironman auf Hawaii. Ralph Küppers

• Info: Nach Ende der Kandidatenvorstellung veröffentlichen wir vom 15. bis zum 29. Februar mehrere Stimmzettel. Man kann seine Stimme aber auch online abgeben. Bisher vorgestellt: die Distanzreiterin Finnja Röhm.

Hier geht es zur Abstimmung.

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