Erfolgreichster deutscher Kontinentalfahrer 2017

Erstellt: 8. Februar 2018
Erfolgreichster deutscher  Kontinentalfahrer 2017 „Ich bin ein sehr leichter Fahrer. Trotzdem bin ich kein klassischer Bergfloh“, beschreibt sich der Eberdinger Nikodemus Holler (Mitte) vom Team Bike Aid selbst. Foto: Hilger

Die Leser der VKZ wählen schon zum 17. Mal die Sportler des Jahres. In den nächsten Tagen und Wochen stellen wir alle Kandidaten der einzelnen Kategorien noch einmal ausgiebig vor. Heute der Straßenradfahrer Nikodemus Holler.

Gesamtsieg bei der Kamerun-Rundfahrt (Kategorie 2.2 des internationalen Radsport-Verbands UCI), wo er zudem eine Etappe gewann, dritter Gesamtplatz bei der Tropicale Amissa Bongo in Gabun (2.2) und Rang fünf beim Flèche du Sud in Luxemburg (2.2) – für Nikodemus Holler vom Team Bike Aid hätte 2017 fast nicht besser laufen können. „Ich hatte eine unglaublich tolle Saison“, sagte der 26-Jährige „radsport-news.com“. Insgesamt kommt er auf 44 Punkte, hat das Online-Radsportjournal errechnet. Damit avancierte der Eberdinger zum erfolgreichsten deutschen Kontinentalfahrer – also zum erfolgreichsten Deutschen, der für ein drittklassiges Profiteam in die Pedale tritt.

Holler werden aber nicht nur diese Resultate in Erinnerung bleiben, sondern auch „unzählige unvergessliche Momente. Was ich in der letzten Saison alles erleben durfte, das füllt bei vielen Menschen ein ganzes Leben. Ich bin unglaublich dankbar für diese Dichte an Ereignissen“, spielte er vor allem auf seine Erlebnisse bei den afrikanischen Rennen an.

Vor allem seine Einsätze auf dem schwarzen Kontinent und in Asien haben den Blick des Eberdingers, der eine sehr reflektierte Sicht auf die Dinge hat, auf den Radsport verändert. „Der Profisport ist mittlerweile nahezu komplett dem Kommerz verfallen. Wenn man sich nicht bald auf andere Werte und Aufgaben rückbesinnt, sehe ich schwarz“, erklärt der 26-Jährige. Er wäre aber nicht Sportler, wenn nicht auch die sportlichen Erfolge für ihn ihren Stellenwert hätten – allen voran der Gesamtsieg in Kamerun. Holler: „Es ist etwas Besonderes, einen Rundfahrtsieg nach Hause zu bringen. Allzu vielen deutschen Fahrern ist das in den letzten Jahren nicht gelungen.“

Es gab aber auch Rückschläge für den 26-jährigen Eberdinger. Aus sportlicher Sicht etwas enttäuschend verlief für den Bike-Aid-Kapitän und sein Team die Tour of the Alps (2.hors categorie), wo sich der Drittdivisionär mit World-Tour-Teams maß. „Dort war ich durch eine Krankheit geschwächt und musste mich deutlich unter Wert verkaufen“, berichtet Holler, der auf der Schlussetappe der Giro-Generalprobe ausgestiegen war.

Und das Jahr 2018 hat so begonnen, wie die vergangene Saison aufgehört hat. Bei der Tropicale Amissa Bongo hat er sich um einen Platz auf Gesamtrang zwei im Vergleich zum Vorjahr verbessert. „Bei mir läuft gerade ein kleines Experiment: Ich habe mich von der klassischen Saison verabschiedet, die in der Regel im Oktober beendet ist. Nach einer Pause wird über den Winter auf Februar/März hingearbeitet. Ich bin 2017 von Februar bis Dezember Rennen gefahren Die klassische Pause ist bei mir weggefallen. Und bis jetzt funktioniert das ganz gut“, berichtet Holler gegenüber „velomotion.de“. Michael Nachreiner

• Info: Nach Ende der Kandidatenvorstellung veröffentlichen wir vom 10. Februar bis zum 4. März mehrere Stimmzettel. Man kann seine Stimme aber auch online abgeben. Bisher wurden vorgestellt: Stabhochspringerin Tamara Schaßberger, Tennisspieler Cedrik-Marcel Stebe, die A-Junioren-Fußballer des SV Illingen, Tennisspielerin Petra Dobusch, Boxer Drilon Rama, die Tennis-Männer 75 des TV Vaihingen, Karateka Lena Mayer, Triathlet Julius Klein, die Wettkampfgymnastinnen des TV Sersheim, Degenfechterin Karina Mantai, Judoka Karl Bschlangaul, die U-18-Faustballer des TV Vaihingen und Badmintonspielerin Isabel Gubbe.

Hier geht es zur Abstimmung.

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