DM-Gold krönt steilen Aufstieg im Mädchenfaustball

Erstellt: 7. Februar 2020
DM-Gold krönt steilen Aufstieg im Mädchenfaustball Die U 14 des TVV als frischgebackener Deutscher Meister (von links): Lisa Bartz, Laura Schmid, Hannah Böcken, Julie Schlemme, Eva Winkler, Lisa Knodel und Ricarda Stübbe. Foto: privat

Die Leser der VKZ wählen bereits zum 19. Mal die Sportler des Jahres. In den nächsten Tagen und Wochen stellen wir alle Kandidaten der einzelnen Kategorien noch einmal ausgiebig vor. Heute: die U-14-Faustballerinnen des TV Vaihingen.

Beim TV Vaihingen ist eine neue Zeitrechnung angebrochen. Dass der männliche Nachwuchs der Faustballabteilung bundesweit zur Crème de la Crème zählt, hat Tradition. Doch jetzt sind es zum ersten Mal die Mädchen, die sich an die deutsche Spitze setzen. Im Winter fährt die U 14 als Süddeutscher Meister zur Hallen-DM nach Biberach und wird dort Dritter. Im Sommer setzen sich die Vaihinger Mädchen dann die Krone auf. Bei der deutschen Meisterschaft in Wangersen gewinnt der TVV das Endspiel gegen den Gastgeber mit 2:1 und fährt mit dem ersten Titel im Vaihinger Mädchenfaustball nach Hause.

Das ist der Erfolg der Jugendarbeit, die bei den Vaihinger Faustballern konsequent auf den weiblichen Bereich ausgeweitet wurde. Seit Jahren haben Christina Koch und Carsten Reitschuster diesen Part übernommen. Und während die Vaihingerinnen 2018 in Halle und Feld bei der DM jeweils Vierter wurden, haben sie dieses Mal durchschlagenden Erfolg.

In Biberach ist der TV Vaihingen das einzige Team, das dem späteren Meister Ahlhorner SV einen Satz abnimmt. Das ist im Halbfinale. Und da geht es nicht nur darum, den übermächtig erscheinenden Gegner in einen dritten Satz zu zwingen. Nachdem die Vaihingerinnen den ersten Durchgang völlig überraschend mit 11:9 gewonnen hatten, führten sie im zweiten erneut mit 8:7. „In der entscheidenden Phase hat bei uns das Selbstverständnis gefehlt“, sagt Reitschuster. Die Ahlhornerinnen machten die fehlenden Punkte zum 11:9 und sicherten sich mit einem klar gewonnenen dritten Satz den Einzug ins Endspiel. Während für die Spielerinnen eine Welt zusammenbrach, relativiert Koch: „Man darf unseren Werdegang nicht aus den Augen verlieren. Vor einem Jahr wurden wir von den Ahlhornerinnen noch abgeschossen.“ Davon konnte 2019 keine Rede sein, Vaihingen spielte mittlerweile auf deutschem Spitzenniveau. Im kleinen Finale musste der TV Brettorf dran glauben. In drei Sätzen erkämpfte sich der TVV die Bronzemedaille.

Was bei der Hallen-DM im Frühjahr noch nicht gelang, vollbrachten die Vaihinger U-14-Spielerinnen dann im September. Unter freiem Himmel mussten sie allerdings zunächst ein wenig experimentieren. Schon in der Gruppenphase trafen sie auf Gastgeber MTV Wangersen, ebenso wie der TVV eins der favorisierten Teams. Die Begegnung verlief zunächst auf Messers Schneide. Im ersten Satz gewann Wangersen mit 15:14, im zweiten Vaihingen mit 15:14. Der dritte Durchgang ging mit 11:2 an den MTV. „Da haben wir etwas experimentiert, um Kräfte zu sparen“, berichtet Reitschuster. Doch das Trainerteam wusste jetzt ganz genau, wo die Stärken und Schwächen des Gegners waren. Das zahlte sich im Finale aus, als es zum erneuten Aufeinandertreffen kam. Bei schwierigen Bedingungen – durch kräftigen Wind wurde der Ball oft in den Rücken der Angreiferin geweht – verlor Vaihingen den ersten Satz zwar mit 9:11. Doch dann passte alles. Fehler wurden sofort abgehakt, und trotz der Windlotterie bauten die Vaihingerinnen ein druckvolles Spiel auf. Die Ergebnisse von 11:6 und 11:8 in den folgenden zwei Durchgängen sprachen für sich, und der Nachwuchs des TV Vaihingen war am Ziel seiner Träume. Ralph Küppers

• Info: Nach Ende der Kandidatenvorstellung veröffentlichen wir vom 15. bis zum 29. Februar mehrere Stimmzettel. Man kann seine Stimme aber auch online abgeben. Bisher sind vorgestellt: die Distanzreiterin Finnja Röhm, der Triathlet Thomas Fritsch, die Fußballer der SGM Roßwag/Mühlhausen, die Handballerin Ann Kynast, der Tennisspieler Cedrik-Marcel Stebe, die Tischtennisspieler des TSV Großglattbach, die Tennisspielerin Petra Dobusch und der Straßenradfahrer Alexander Krieger.

Hier geht es zur Abstimmung.

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