Auf dem Weg zur EM und zur WM

Erstellt: 29. Januar 2020
Auf dem Weg zur EM und zur WM Im Sattel ist Finnja Röhm aus Ensingen in ihrem Element. Foto: privat

Die Leser der VKZ wählen bereits zum 19. Mal die Sportler des Jahres. In den nächsten Tagen und Wochen stellen wir alle Kandidaten der einzelnen Kategorien noch einmal ausgiebig vor. Heute: die Distanzreiterin Finnja Röhm.

Gleich im ersten Anlauf haben Finnja Röhm und Saida Hilal die erste Hürde gemeistert, um auf internationalen Wettbewerben wie Europa- und Weltmeisterschaften zu starten. Die Vollblutaraberstute mit der Ensingerin im Sattel wurde Zweite in ihrem zweiten CEI**-Distanzritt. Beim Flanders Endurance Festival im belgischen Lanaken benötigten Finnja Röhm und Saida Hilal für die 122 Kilometer 6:48 Stunden und erreichten damit eine Geschwindigkeit von 17,9 Kilometern pro Stunde. Rund sechs Minuten schneller war Pietro di Geronimo auf Sonschein. Erst 25 Minuten nach der Ensingerin kam Dominique Evrard auf Blackout Thee Barrada als Dritte ins Ziel. Dabei war vor allem auf die kurze Regenerationsphase von Saidi Hilal Verlass. Im ersten Vetgate machte Finnja Röhm knapp drei Minuten gut und verkürzte so ihren Rückstand von fünf auf zwei Minuten auf die Spitze. Auch bei der zweiten Untersuchung benötigte Saida Hilal nur gut 90 Sekunden, um zu regenerieren – trotz eines Ritttempos von mehr als 19 Kilometern pro Stunde davor. Damit entließen die Tierärzte die Vollblutaraberstute mit Finnja Röhm im Sattel als Führende auf die dritte Runde. Zwar wurde das Gespann auf dem Abschnitt schnell von Ingrid Celen auf Florida J und Di Geronimo auf Sonschein eingeholt. Doch beim dritten Vetgate stellte die Ensingerin Saida Hilal wieder mehr als zwei Minuten schneller als Di Geronimo Sonschein und sogar rund vier Minuten zügiger als Celen Florida J bei den Tierärzten vor. Doch auf der Schlussrunde ritt Geronimo wieder schnell auf Finnja Röhm auf und ließ danach nichts mehr anbrennen. „Wir haben ein Pferd im Stall, das für die WM qualifiziert ist“, freut sich Finnja Röhms Mutter Maren Röhm. Finnja Röhm benötigt nun laut den Statuten der Dachorganisation des Pferdesports, der Fédération Équestre Internationale (FEI), noch einen weiteren Zwei-Sterne-Ritt in Wertung, um ebenfalls für Championate nominiert werden zu können. Für Celen und Forida J war der Wettkampf dagegen bei den Tierärzten beendet, die Florida J wegen einer leichten Lahmheit disqualifizierten.

Dieses Schicksal traf auch Finnja Röhm im Sattel von Whiskey bei den deutschen Meisterschaften in Rotenburg an der Fulda. In seiner 13. Distanzreitsaison wurde der 19 Jahre alte Wallach im dritten Vetgate nach 99 Kilometern auf der 120 Kilometer langen CEI-Distanz wegen einer leichten Lahmheit aus dem Rennen genommen. Die Strecke rund um Rotenburg gilt allerdings auch als sehr schwierig, da viele Höhenmeter zu überwinden sind und da auch das Geläuf wegen der überwiegend harten Schotterwegen mit zum Teil großen, scharfkantigen Steinen hart ist. „Wir sind zwar enttäuscht über den ersten Ausfall unseres Serien-Ankommers. Viel wichtiger ist aber, dass er sich keine Verletzung zugezogen hat. Bei der Transportfreigabe am Vormittag darauf war Whiskey bereits wieder putzmunter und fast lahmfrei“, erklärt Maren Röhm. Damit verpasste der Wallach seinen zweiten Stern bei Wettbewerben der Concours d’endurance international (CEI). Dabei lag das Duo in aussichtsreicher Position. Wieder machte die Ensingerin in den Vetgates Zeit gut. Nachdem auch mehrere Reiter disqualifiziert worden waren, lag Finnja Röhm zusammen mit Nico Heita, dem Deutschen Jugendmeister von 2018, kurz vor dem dritten Vetgate nur rund eine Minute hinter den beiden Al-Samarraie-Schwestern Nayla und Moira sowie Adrian Bayerl auf den Plätzen vier und fünf. Und Zarah von Moira al-Samarraie hatte sich ein Hufeisen abgetreten. Dadurch regenerierte die Stute nicht schnell genug und wurde disqualifiziert. Auch der Puls von Heitas Pferd White Pablo war beim Vorführen bei den Ärzten zu hoch – im Gegensatz zu Whiskeys Parametern. Doch die Veterinäre stellten eine leichte Lahmheit fest und nahmen den Wallach aus dem Rennen. Michael Nachreiner

• Info: Nach Ende der Kandidatenvorstellung veröffentlichen wir vom 15. bis zum 29. Februar mehrere Stimmzettel. Man kann seine Stimme aber auch online abgeben.

Hier geht es zur Abstimmung.

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