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RB Leipzig zittert sich in Champions League – Bielefeld steigt ab

Auch abseits des Last-Minute-Wahnsinns beim VfB bietet der letzte Spieltag der Fußball-Bundesliga große Dramen. Eins davon spielte in Bielefeld.

  • Bielefelds Joakim Nilsson gegen Emils Forsberg von Leipzig – am Ende jubelte nur einer.Foto: dpa/Friso Gentsch

    Bielefelds Joakim Nilsson gegen Emils Forsberg von Leipzig – am Ende jubelte nur einer.Foto: dpa/Friso Gentsch

Das ostwestfälische Wunder ist ausgeblieben, Arminia Bielefeld ist zum achten Mal aus der Fußball-Bundesliga abgestiegen. RB Leipzig genügte beim 1:1 (0:0) am Samstag auf der Alm der Schongang, um auch in der kommenden Saison in der Champions League zu spielen. Willi Orban rettet den schwachen Sachsen in der Nachspielzeit (90. Minute+3) den Punkt.

Für die Arminia hingegen war auch großes Engagement zu wenig, das Team von Interimscoach Marco Kostmann hätte einen hohen Sieg und Schützenhilfe benötigt. Letztlich reichte es nur zum Treffer von Janni Serra (70.), der vor 22 179 Zuschauern nicht einmal zum ersten Sieg unter Kostmann genügte. Nach elf sieglosen Spielen in Serie müssen die Ostwestfalen als Tabellen-17. nach 34 Spieltagen zusammen mit Greuther Fürth zurück in die zweite Liga. Letztendlich blieb die Beurlaubung von Frank Kramer als Chefcoach Mitte April wirkungslos.

Bei den Sachsen hingegen zahlte sich der Trainerwechsel Ende 2021 aus: Als Domenico Tedesco das Club-Konstrukt aus dem Red-Bull-Imperium von Vorgänger Jesse March übernahm, waren die finanziell üppig ausgestatteten Leipziger Elfter. Am kommenden Samstag im Pokalfinale gegen Freiburg hat Leipzig auch die Chance auf den ersten Titelgewinn überhaupt.

Bielefeld kämpft leidenschaftlich

Hoffnungen darauf weckte die Leistung am Samstag indes nicht. Die Leistungskurve der Leipziger zeigt schon seit Wochen nach unten. Von den vergangenen sechs Pflichtspielen verlor RB drei und verpasste in der Europa League das anvisierte Endspiel.

Auch am Samstag zeigte nur Bielefeld leidenschaftlichen Kampf trotz der schon vor dem Anpfiff schier ausweglosen Lage. „Für Träumereien ist jetzt nicht so der ganz große Raum“, hatte Kostmann bei Sky gesagt wenig hoffnungsvoll gesagt.

Seine Arminia begann aber forsch und war angefeuert vom lautstarken Publikum spielbestimmend. Doch schon früh lief nicht viel für die Bielefelder: Ein frühes Tor blieb aus, weil die letzten Abspiele in die Spitze zu ungenau waren. Immer, wenn es schnell gehen musste und Lücken in der Leipziger Abwehr da waren, fehlte die Präzision. Ein altes Problem des DSC: Nur 27 Tore in 34 Spielen sind viel zu wenig. Zudem kam auch aus Stuttgart keine frohe Kunde. Die Arminia hätte drei Punkte und sieben Tore auf den VfB aufholen müssen.

Orban gleicht erst in der Nachspielzeit aus

Dabei wurde jede auch nur halbwegs gelungene Aktion vom Arminia-Anhang frenetisch bejubelt. Der charakterstarke Auftritt wurde erst im zweiten Durchgang belohnt. Den Kunststoß von Serra konnte Leipzigs Keeper Peter Gulasci nicht entscheidend abwehren.

Auch wenn die Führung verdient war, kam sie doch zu spät. Möglicherweise hätten sich die Bielefelder noch einmal in einen Rausch spielen können, wenn Masaya Okugawa nur wenige Sekunden später das mögliche 2:0 erzielt hätte. Doch der emsige Japaner setzte den Ball am langen Pfosten vorbei. Leipzig schaltete erst danach in den Angriffsmodus, scheiterte aber immer wieder am überragenden Bielefelder Keeper Stefan Ortega, der den Club verlassen wird. Erst in der Nachspielzeit traf Orban per Kopf zum glücklichen 1:1.

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