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Glanzlos in Köpenick: Frankfurter Stimmungsdämpfer bei Union

Trainer Glasner verändert seine Startelf auf sechs Positionen. Es geht aber nicht viel bei Frankfurt. In Köpenick ist Union Berlin klar besser und bringt sich auch schon in internationale Stimmung.

  • Taiwo Awoniyi (l) von Union Berlin jubelt mit Teamkollegen nach seinem Treffer zum 1:0 gegen Eintracht Frankfurt.Foto: Andreas Gora/dpa

    Taiwo Awoniyi (l) von Union Berlin jubelt mit Teamkollegen nach seinem Treffer zum 1:0 gegen Eintracht Frankfurt.Foto: Andreas Gora/dpa

Berlin - Barça-Besieger Eintracht Frankfurt hat nach der Gala im Camp Nou einen schweren Stimmungsdämpfer hinnehmen müssen. Der Europa-League-Halbfinalist unterlag am Sonntag mit einer stark veränderten Mannschaft beim 1. FC Union Berlin mit 0:2 (0:2).

Damit kann die Eintracht über die Fußball-Bundesliga einen internationalen Startplatz für die kommende Saison kaum mehr erreichen. Ganz im Gegensatz zu den Eisernen, die sich auch für das DFB-Pokal-Halbfinale beim zweiten deutschen Europa-League-Halbfinalisten RB Leipzig am 20. April in Stimmung brachten.

Durch die Tore von Taiwo Awoniyi (17.) und Grischa Prömel (21.) feierten sie den dritten Sieg in Serie und untermauerten vor 22.012 Zuschauerinnen und Zuschauern im ausverkauften Stadion an der Alten Försterei eindrucksvoll ihr neues Ziel Europapokal. In der Tabelle schob sich Union Berlin mit 47 Punkten auf Platz sechs vor, Frankfurt rutschte mit weiterhin 39 Zählern auf Rang zehn ab.

Von Unions Stadionsprecher gab's vor dem Anpfiff noch Komplimente in Richtung der mitgereisten Eintracht-Fans für deren Auftritt in Barcelona. Nach dem Anpfiff gab's schnell fußballerische Tiefschläge für die Frankfurter Profis auf dem Platz.

Verletzungsbedingt musste bei der Eintracht Stammkeeper Kevin Trapp passen. Der 31-Jährige zog sich in Barcelona eine Bänderdehnung im Handgelenk zu, wie nun erst bekannt wurde. Für Trapp rückte Jens Grahl ins Tor - und der gab damit nach fast sechs Jahren sein Comeback in der Bundesliga. Einst bei 1899 Hoffenheim, hatte er für die TSG am 14. Mai 2016 seinen bislang letzten Einsatz im Oberhaus absolviert - und 1:4 verloren.

Und auch diesmal nahm es kein erfolgreiches Ende. Denn Union legte mächtig los, weiter gestärkt nach nur zwei Niederlagen in den vorhergehenden 30 Heimspielen und dem 4:1 zuletzt im Derby bei Hertha BSC. In der zwölften Minute verpasste Genki Haraguchi noch die Führung, als seine geschickte Kopfballverlängerung nur den Pfosten traf. Schon da wäre Grahl chancenlos gewesen. So wie bei Awoniyis Flachschuss, nachdem sich der Union-Torjäger ebenso schnell wie robust gegen zwei Frankfurter durchgesetzt hatte. Es war bereits sein 13. Saisontor - Vereinsrekord.

Im Stimmungstempel Alte Försterei konnten auch die Eintracht-Fans ihre Mannschaft nicht aufbauen. Ein Traumtor von Prömel in den Winkel zerstörte sämtliche Hoffnungen der Hessen frühzeitig. Grahl konnte wieder nichts machen, er rettete die Frankfurter aber vor einem noch höheren Rückstand, als er später gegen Rani Khedira klärte.

Auch mit Blick auf die beiden kommenden Gastspiele im Pokal und in der Liga gegen RB Leipzig hielten die Unioner den Druck und den Drang der ersten halben Stunde auch nach dem Seitenwechsel nicht mehr so aufrecht. Dennoch kontrollierten sie die nun recht ereignisarme Partie, in der Awoniyi (63.) die beste Chance zum dritten Union-Treffer hatte. Die Gäste waren indes in der Försterei von Köpenick weit, weit entfernt von einem Fußball-Festival wie im Camp Nou von Barcelona.

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