„Zur richtigen Zeit am richtigen Platz“

Straßenrad-Profi stehen mit der Unterschrift beim Pro-Continental-Team Alpecin-Fenix nun alle großen Rennen der Welt offen

Von Michael Nachreiner Erstellt: 11. Januar 2020
„Zur richtigen Zeit am richtigen Platz“ Endlich hat es geklappt: Stolz posiert Alexander Krieger im Outfit des Pro-Continental-Teams Alpecin-Fenix. Foto: Rachow/Mr. Pinko

Schon seit Jahren hofft Alexander Krieger darauf, einen Vertrag in einem Pro-Continental-Team zu bekommen. Aus den verschiedensten Gründen hat das aber nie geklappt – bis jetzt: Der Straßenrad-Profi aus Vaihingen hat beim belgischen Team Alpecin-Fenix, vormals Corendon-Cirus, unterschrieben und hat die Chance, die ganz großen Rennen unter die Räder zu nehmen.

Vaihingen. Oft war Alexander Krieger kurz davor. Doch letztlich hat sich ein Engagement in einem Pro-Continental-Team immer zerschlagen. „Ich war nie zur richtigen Zeit am richtigen Ort“, berichtet der Straßenrad-Profi aus Vaihingen, der in den vergangenen fünf Jahren für das luxemburgische Continental-Team Leopard Pro Cycling, einem drittklassigen Rennstall, gefahren ist. „Doch dieses Mal hat es einfach gepasst. Da mit Alpecin bei den Belgiern zudem ein deutscher Sponsor eingestiegen ist, haben si noch einen deutschen Fahrer gesucht.“ Dennoch kam das Vertragsangebot des Pro-Continental-Teams Alpecin-Fenix, vormals Corendon-Cirus, etwas überraschend. Denn erst Anfang November finalisierten sich die Gespräche. „Das war recht spät“, berichtet Krieger.

Auch die Saison 2019 war nicht eine herausragende. „2018 war definitv ein besseres Jahr von mir. 2019 war zwar auch nicht schlecht, aber etwas unter Standard“, erklärt der Vaihinger. „Das Argument, das für mich sprach, waren letztlich die vergangenen Jahre. Ich bin in der Regel immer konstant gefahren.“

Krieger erhofft sich viele Starts bei Klassikern, die er liebt

Der 28-Jährige ist sich aber sicher, dass der Wechsel genau der richtige Schritt ist. „Ich passe gut in das Team. Viel ist bei Alpecin-Fenix auf die Klassiker wie beispielsweise Paris – Roubaix oder die Vuelta ausgelegt. Und ich bin in die Klassiker verliebt“, berichtet der Vaihinger. Er ist auch gut aufgenommen worden. „Zurzeit ist zwar alles noch in der Findungsphase. Aber ich denke, es wird eine gute Teamzusammenarbeit auf der Strecke.“ Zwar hat Alpecin-Fenix mit Mathieu van der Poel eine klare Nummer eins. Krieger: „Er ist einer der besten Klassikerfahrer der Welt.“ Der 24 Jahre alte Niederländer hat 2019 unter anderem die Ein-Tages-Rennen Dwars door Vlaanderen und Amstel Gold Race, beide von der höchsten Kategorie 1.UWT (Eintagesrennen der UCI-World-Tour), sowie die einwöchige Rundfahrt OVO-Energy-Tour of Britain aus der zweithöchsten Kategorie 2.HC (Mehrtagesrennen der Hors Categorie) gewonnen. „Van der Poel ist aber ein bodenständiger Typ“, erklärt Krieger. „Überhaupt ist keiner aus dem Team abgehoben. Ich habe den Eindruck, man gönnt sich gegenseitig jeweils den Erfolg. Deshalb denke ich, ich werde hier und da auch meine Chance bekommen, wenn die Form stimmt.“

Doch zunächst heißt es für den Vaihinger erst einmal, sich in dem neuen Team zu etablieren. „Die Konkurrenz wird eine ganz andere sein. Mir stehen nun die World-Tour-Rennen, also die größten Rennen der Welt wie die Tour de France oder die Vuelta offen, wenn ich dafür von unserem Teamleiter nominiert werde – die Rennen, die ich bisher nur im Fernsehen verfolgt habe, auch wenn ich so nahe dran war“, erklärt Krieger. Dementsprechend wird seine Rolle bei Alpecin-Fenix eine komplett andere als bei Leopard Pro Cycling sein. „Wenn man so einen Ausnahmefahrer wie Mathieu van der Poel im Team hat, muss man ihm zuarbeiten. Wenn ich also fahre, werde ich eine helfende Rolle haben“, berichtet der 28-Jährige. Dennoch freut er sich auf die Herausforderung. „So eine helfende Rolle ist eigentlich sogar ideal wegen meiner Stärken“, erklärt er.

Engagement in belgischem Team vorerst auf ein Jahr befristet

Und der Vaihinger hat sich einiges vorgenommen. „Ich will nicht nur als Statist mitrollen. Ich will einen Unterschied machen“, gibt er sich angriffslustig. Denn Krieger fährt auch um einen Vertrag für die Saison 2021. „Ich habe nur für ein Jahr unterschrieben, will aber ein paar Jahre bleiben“, sagt der 28-Jährige.

Denn Krieger hat Blut geleckt. „Es ist bei Alpecin-Fenix alles eine Hausnummer größer“, erzählt er. „Es ist mehr Geld da als beispielsweise bei Leopard. Ein größeres Budget bedeutet auch eine bessere Betreuung. Ins elftägige Trainingslager in der Nähe von Valencia in Spanien fährt ein eigener Koch mit. Und hat man sich früher in einem VW-Bus umgezogen, so steht dem Team nun ein Reisebus zur Verfügung.“

Mehr Professionalität bedeutet aber auch eine ganz andere Herangehensweise an die Rennen. Zwar wurde auch in den Continental-Teams, in denen Krieger bisher fuhr, die Taktik vor dem Start einer Rundfahrt und dann auch vor jeder Etappe abgesprochen. „Doch nun hat jeder aus dem Team eine bestimmte Rolle zu erfüllen“, erklärt der Vaihinger.

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