„Team Alex“ gibt Krieger viel Rückhalt

Straßenradprofi aus Vaihingen kann sich auf viele Menschen verlassen – angefangen bei der Familie und engen Freunden über seinen Coach bis hin zu seiner Ernährungsberaterin. „Das Umfeld und das Vertrauen in dieses ist enorm wichtig“, sagt er.

Erstellt: 17. Juni 2021
„Team Alex“ gibt Krieger viel Rückhalt Alexander Krieger (links) ist als Helfer für die Topsprinter ein wichtiger Bestandteil des Teams Alpecin-Fenix, ist aber auch für gute Ergebnisse gut. Foto: Roth

Vaihingen (nac). Die Sportler aus der Region stehen im öffentlichen Fokus und werden meist nach ihren Leistungen beurteilt. Doch wie ticken sie wirklich? In einer Interviewserie stellt die VKZ-Sportredaktion den Menschen hinter dem Sportler vor. Teil 30: Alexander Krieger (29). Der Vaihinger fährt in seiner zweiten Saison für das Pro-Continental-Team Alpecin-Fenix und ist dort so etwas wie der Edelhelfer für die Sprinter – unter anderem für Mannschaftskapitän Mathieu van der Poel oder Tim Merlier. Letzterem verhalf Krieger erst vor Kurzem zu einem Etappensieg beim Giro d’Italia. Der Vaihinger brachte seinen belgischen Teamkollegen als letzter Helfer in die entsprechende Position, dass der den Sprint auf der Zielgeraden für sich entschied. Doch der Vaihinger macht auch mit eigenen Ergebnissen auf sich aufmerksam. So wurde er bei einer weiteren Etappe des Giro Elfter. Im vergangenen Jahr sicherte er sich die Bronzemedaille bei der DM. Und noch im Trikot seines früheren Teams, dem Continental-Team Leopard Pro Cycling, landete er 2018 bei der Tour de Luxembourg auf dem fünften Platz der Gesamtwertung. Bei der Deutschland-Tour überraschte er im gleichen Jahr auf der Etappe fast alle etablierten Sprinter und wurde Fünfter.

Wie geht es Ihnen?

Generell gut. Auch ich durchlebe allerdings das Auf und Ab im normalen Alltag.

Für Otto Normalverbraucher und Amateursportler gelten viele Beschränkungen. Dürfen Sie trainieren?

Ja, ich konnte fast immer mein Training absolvieren. Da ich meist alleine oder nur mit ein oder zwei weiteren Personen trainiere, war mein Training nicht wirklich eingeschränkt.

Hat sich das Training aber im Vergleich zur Vor-Pandemiezeit verändert?

Ja, weil es keine Wettkämpfe gab. Der Trainingsinhalt hat sich verändert.

Was fehlt Ihnen aktuell am meisten?

Flexibilität, Zusammensein sowie Freiheit. Und Feiern gehen. (lacht)

Und auf was können Sie generell nicht verzichten?

Sport.

Blicken wir auf die bisherige Saison zurück: Wie lief es?

Den Umständen mit den Verletzungen und den Stürzen – zum Beispiel im Training in Roßwag kurz vor Weihnachten oder bei der Tour of Turkey – entsprechend sehr gut.

Und mit was sind Sie zufrieden?

Mit meiner Leistung und meinem Durchhaltevermögen.

Haben Sie die Hoffnung, dass die Saison zu Ende gebracht wird?

Da bin ich mir ziemlich sicher.

Und wenn Sie Ihre bisherige Laufbahn Revue passieren lassen: Was war Ihr schönstes Sport-Erlebnis?

Der Giro d’Italia und die European Games in Minsk.

Und welches war das negative Highlight?

Die schweren Stürze.

Wer war der beste Konkurrent, gegen den Sie jemals haben antreten müssen?

Da gibt es einige. Den vermutlich größten habe ich mir zum Teamkollegen gemacht – Mathieu van der Poel.

Es heißt: Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau und hinter jeder erfolgreichen Frau steht ein starker Mann. Wer ist bei Ihnen verantwortlich, dass Sie sportlich so erfolgreich sind?

Da gehören einige Menschen dazu. Meine Familie, enge Freunde und alle im „Team Alex“. Dazu gehört mein Coach, meine Ernährungsberaterin, und viele mehr. Ich kann mich auf recht viele Leute verlassen. Das Umfeld und das Vertrauen in dieses ist enorm wichtig.

Wenn Sie nicht die Sportart treiben würden, für die Sie sich entschieden haben, welchem Hobby würden Sie nachgehen?

Da gäbe es viele. Durch den Radsport ist man da oft eingeschränkt.

Wenn Sie eine Million Euro zur Verfügung hätten, was würden Sie damit machen?

Das Meiste möglichst gut anlegen. Vom Rest definitiv einen guten Urlaub. Nach der Pandemiezeit noch eine riesige Party.

Welche Schlagzeile würden Sie über sich gerne einmal in der VKZ lesen?

„Alexander Krieger blickt auf eine lange und erfolgreiche Karriere zurück, die er nach seinen Vorstellungen beendet hat. Ohne Reue blickt er auf eine tolle Zeit zurück, in der er seinen Traum leben konnte. Voller Zuversicht freut er sich auf neue Aufgaben.“

Diese Schlagzeile, die noch nicht absehbar ist und die ich zeitlich hoffentlich selbst bestimme, wäre toll.

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