Sportkulturtipps für Zuhause: Filme

Livesport gibt es fast keinen mehr: Zum Glück hat die Sportwelt unzählige Bücher, Filme und Songs hervorgebracht

Von Michael Nachreiner Erstellt: 4. April 2020

Für Sportverrückte sind die Tage trist. Livesport findet man praktisch nicht mehr. Im Fernsehen laufen nur irgendwelche Wiederholungen. Da hilft nur Ersatzprogramm. Zum Beispiel Bücher, Filme, Musik. Die gibt es nämlich auch aus der Welt des Sports. Unser Team aus Redakteuren um Sportchef Michael Nachreiner hat seine Favoriten zusammengestellt.

 

He Got Game

Spike Lee ist zwar ein glühender Fan des NBA-Teams New York Knicks und legt sich am Spielfeldrand auch mal mit Spielern der gegnerischen Mannschaft verbal an. Dass der Regisseur, der für „Malcolm X“ berühmt geworden ist, auch der Sportart Basketball ein filmisches Denkmal gesetzt hat, ist in Deutschland dagegen eher unbekannt. „He Got Game“, zu Deutsch „Spiel  des Lebens“, beschreibt das Ringen von Colleges um die besten Nachwuchsspieler in den USA. Zwar hat der Film einige inhaltliche Fehler, dennoch macht er deutlich, was für ein Geschäft der College-Basketball ist, obwohl sich der Verband NCAA auf die Fahnen schreibt, dass es Amateursport ist.

 

Happy Gilmore

„Happy Gilmore“ war der Adam-Sandler-Film, bevor der Adam-Sandler-Film zur eigenen Parodie wurde. Sicher, die Geschichte des erfolglosen Eishockeyspielers Happy Gilmore, der sein Talent für Golf entdeckt, um damit das Haus seiner Oma (ja wirklich!) zu retten, mag heute nicht mehr ganz so ein Hole-in-One sein wie Ende der Neunziger. Doch „Happy Gilmore“ ist nicht nur ein Slapstick-Schlager. Er ist ebenso eine Parodie des steifen Golf-Establishments und eine Underdoggeschichte mit wunderbar seltsamen Charakteren und Zitaten für die Ewigkeit: „Lasst uns einfach Golf knüppeln.“

 

Eine Klasse für sich

Frauen gehören an den Herd – dieses Klischee ist auch heute noch weiter verbreitet, als meist angenommen. Doch genau gegen diesen Chauvinismus wendet sich „Eine Klasse für sich“. Denn Frauen können mehr – sogar professionell Baseball. Zwischen 1943 und 1954 gab es in den USA die All American Girl Profi Baseball-Liga (AAGPBL). Der Film basiert lose auf tatsächlichen Begebenheiten. Während des Zweiten Weltkriegs kämpften die meisten US-Amerikaner in Europa oder im Pazifik. Einen Sportbetrieb gab es zu Hause nicht mehr – bis die AAGPBL gegründet wurde. Doch die Spielerinnen mussten sich gegen Vorurteile durchsetzen.

 

Blind Side

Schon alleine wegen Sandra Bullock ist es wert, den Film zu schauen. Die damals 45-Jährige brillierte in dem auf wahren Begebenheiten basierenden Drama „Blind Side – Die große Chance“ 2009 als Wohlstands-Muttchen mit großem Herz und wurde dafür mit dem Golden Globe und dem Oscar ausgezeichnet.  Das Drama erzählt die Geschichte des 17-jährigen Michael Oher, der in schwierigen Verhältnissen aufwuchs – einen Großteil seiner Kindheit verbrachte er in verschiedenen Heimen. Dennoch setzte sich ein Freund seines Vaters dafür ein, dass er auf einer christlichen Schule angenommen wurde. Dort lernte er die Familie Tuohy kennen, von der er letztlich adoptiert wurde: der Beginn einer Selfmade-Millionär-Geschichte. Denn Oher ist ein außergewöhnlicher American Footballer, der von 2009 bis 2016 in der nordamerikanischen Profiliga NFL aktiv war und 2012 mit den Baltimore Ravens sogar den Super Bowl gewann. Und die Geschichte von der Überwindung der Rassen- und Klassenschranken ringt auch dem härtesten Kerl die eine oder andere Träne ab.

 

Gegen jede Regel

Die Südstaaten der USA Anfang der 1970er Jahre: Klassentrennung und Rassismus sind an der Tagesordnung. Zu Beginn des Schuljahrs 1971 werden schwarze Schüler auf einer Highschool in Alexandria integriert, die ausschließlich von Weißen besucht wird. Das birgt Konfliktstoff – im täglichen Leben, aber auch auf dem Footballplatz. Zum einen müssen sich die Spieler beider Hautfarben zusammenraffen. Zum anderen muss sich auch Bill Yoast, der äußerst erfolgreiche Trainer des Teams der weißen Highschool, damit arrangieren, dass ihm Herman Boone als Chefcoach vor die Nase gesetzt wird. Der Film, der auf wahren Begebenheiten basiert, lässt einen ein ums andere Mal kopfschüttelnd zurück, dass vom Erscheinungsjahr 2000 gerechnet nur 30 Jahre vorher Menschen dunkler Hautfarbe in den Vereinigten Staaten teilweise wie Vieh behandelt wurden. Doch der Sport – und vor allem der Erfolg – verbanden.

 

Space Jam

Er hat unzählige Werbespots für seine eigene Linie beim Sportartikelhersteller Nike, für diverse Sport- und Softdrinks sowie für Fastfoodrestaurants gedreht. Er tanzte mit Michael Jackson in dessen Hit „Jam“. Doch den bekanntesten Auftritt auf Zelluloid hatte Michael Jordan in „Space Jam“. In dem Animationsfilm muss der vielleicht beste Basketballer aller Zeiten Bugs Bunny und seinen Freunden helfen, ein Basketballspiel gegen Aliens zu gewinnen. Denn Sieg oder Niederlage entscheiden über Freiheit oder Sklaverei. Der Film steht nicht wegen einer tiefsinnigen Botschaft auf dieser Liste. Er darf nicht fehlen, weil er einfach der Sportfilm für die ganze Familie schlechthin ist.

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