Sersheimerinnen eröffnen Turn-Gala

Erster Auftritt bei Show „Celebration“ in der Stuttgarter Porsche-Arena gehört dem Gym-Ta-Jugendteam des TVS mit viel Nervosität

Von Michael Nachreiner Erstellt: 15. Januar 2020
Sersheimerinnen eröffnen Turn-Gala Die Gymnastinnen des Gym-Ta-Jugendteams des TV Sersheim haben die Bühne der Stuttgarter Porsche-Arena bei der Turn-Gala „Celebration“ gerockt. Foto: Nachreiner

„Vor so vielen Zuschauern sind wir noch nie aufgetreten. Das war krass.“ Die Nervosität war Hanna Wilhelm und ihren Mitstreiterinnen des Gym-Ta-Jugendteams des TV Sersheim vor den Auftritten bei der Turn-Gala in der Stuttgarter Porsche-Arena anzumerken. Doch dann haben die Sersheimerinnen die Bühne gerockt.

Stuttgart/Sersheim. Schon Minuten vor ihrem jeweiligen Auftritt bei der Turn-Gala „Celebration“ des Schwäbischen Turner-Bunds (STB) und des Badischen Turner-Bunds (BTB) mussten die Gruppen aus den umliegenden Sportvereinen hinter der Bühne Aufstellung nehmen. Da das Gym-Ta-Jugendteam des TV Sersheim mit Mailin Widmann, Jasmin Tenzer, Lina Brenner, Paula Kolb, Hanna Wilhelm, Hannah Scherzer und Ramona Wagner die Eröffnung gestaltete, also die erste Gruppe war, die auftrat, zog sich die Zeit des Wartens wie ein Kaugummi. „Das kommt einem länger vor, als es in Wirklichkeit ist“, berichtet Jasmin Tenzer. Und dann musste alles ganz schnell gehen. „Plötzlich ging es schneller los als gedacht“, ergänzt Ramona Wagner.

Da hat das Herz bei den Sersheimerinnen aber bereits vernehmbar bis zum Hals geschlagen. Die Aufregung und Nervosität war groß. Was dagegen hilft? „Nur tief durchatmen“, sagt Hannah Scherzer. Und Hanna Wilhelm ergänzt: „Vor jedem Auftritt bilden wir noch einmal einen Kreis, sprechen durch, was wir machen wollen, und beruhigen uns gegenseitig.“ Sobald die Musik begann, waren alle Sersheimerinnen sowieso in ihrem eigenen Tunnel. „Wenn man angefangen hat zu tanzen, dann geht es eigentlich“, erklärt Paula Kolb.

Dass dann auf der Bühne nicht alles geklappt hat – hier und da gab es in der Choreographie mit Reifen und Ball den einen oder anderen Handgerätverlust – , was soll es? „Während der Nachmittagsvorstellung ist zwei Mal ein Ball weggesprungen. Das passiert im Training auch mal. Das kann man nicht mehr ändern und muss es einfach abhaken“, berichtet Hanna Wilhelm. Und Lina Brenner ergänzt: „Wir wissen, dass wir es eigentlich können.“ Das Lob von allen Seiten war dennoch groß. „Eine erfahrene Kampfrichterin hat mir hinterher geschrieben: ,Mega Choreo, richtig gut – auch die Mädels trotz Handgerätverlustes“, berichtet Trainerin Karin Geske.

Für den perfekten Auftritt in der Porsche-Arena haben die Sersheimerinnen aber auch viel investiert. Über Weihnachten und Silvester wurde durchtrainiert. Zwar lief nicht alles reibungslos, da immer wieder Gymnastinnen im Urlaub waren. „Gruppentraining bringt halt nur etwas, wenn alle da sind“, erklärt Geske. Dennoch kamen die Sersheimerinnen auf zwei Einheiten pro Woche als Gruppe und darüber hinaus noch Training als Einzelgymnastinnen. „In der Regel haben wir die Choreographie komplett durchgetanzt. Wenn uns dann etwas aufgefallen ist, was nicht so geklappt hat, sind wir dann an diese Stelle zurückgegangen und haben sie noch einmal durchgesprochen.“ Und Lina Brenner ergänzt: „Wir haben vor allem darauf geachtet, dass die Tanzschritte synchron sind.“

Insgesamt sind die Sersheimerinnen in Stuttgart sogar zwei Mal aufgetreten. Zum Abschluss der Turn-Gala-Tournee in der Porsche-Arena gibt es eine Nachmittag- und eine Abendvorstellung. Dementsprechend lang ist der Tag ausgefallen. Gegen 10.30 Uhr ging es mit dem Zug in die Landeshauptstadt. Da waren die meisten Sersheimer Gymnastinnen schon lange auf den Beinen. „Wir haben zu Hause schon mal grob unser Kostüm angezogen, damit es dann in Stuttgart schneller geht. Außerdem haben wir uns schon unsere Dutts gebunden“, berichtet Lina Brenner.

Auf dem letzten Teilstück zur Porsche-Arena „haben wir dann zum Glück den Busfahrer der Gala-Turner kennengelernt. Er hat uns erklärt, wo wir genau hin müssen. Deshalb mussten wir an der Halle nicht mehr groß rumsuchen“, erklärt Geske. In der Arena wurde dann die Choreographie noch einmal durchgegangen. Und dann begann das Warten – auf den Auftritt und anschließend bis zur zweiten Vorführung am Abend. Erst gegen 21.30 Uhr ging es kaputt, aber zufrieden wieder nach Hause. „Vor vier Jahren waren wir mal als Zuschauer bei der Turn-Gala. Da hätte niemand von uns gedacht, dass wir selbst mal auftreten dürfen“, bringt es Mailin Widmann abschließend auf den Punkt.

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