Lichtverhältnisse spielen den Pferden oftmals einen Streich

Bei der Punktespringprüfung der Klasse S* mit Joker unter Flutlicht beim RFZV Nussdorf kommt es zu einigen Verweigerungen – 300 Zuschauer verfolgen Spektakel

Von Michael Nachreiner Erstellt: 29. September 2015
Lichtverhältnisse spielen den Pferden oftmals einen Streich Schnellste ohne Fehler beim Flutlichtpunktespringen: Eva-Maria Lühr auf Concrue Foto: Nachreiner

Nussdorf. Rund 300 Zuschauer hat die Punktespringprüfung der Klasse S* mit Joker unter Flutlicht auf die Anlage des RFZV Nussdorf gezogen, das zum zweiten Mal beim Großen Reit- und Springturnier des RFZV stattgefunden hat. „Das ist mal etwas Besonderes und auch etwas Neues für die Pferde“, erklärt Andreas Ochs. Der Neuhausener ist mit seiner Tochter sowie deren Freundin nebst Eltern extra vom Biet zwischen Nagold und Würm auf die Platte gekommen. „Dadurch, dass wir selbst Pferde besitzen, hat uns das Flutlichtspringen interessiert. Und wir sind positiv überrascht. Das ist super. Uns gefällt es sehr gut.“

Und auch Eberhard Rapp ist mehr als zufrieden – sowohl, was die Zuschauerressonanz betrifft, als auch, was die Teilnehmerzahlen beim Punktespringen angeht. „Wir hatten 33 Nennungen. Tatsächlich sind dann 18 Duos Reiter/Pferd am Start. Das ist eines mehr als im Vorjahr. Das spricht doch für sich. Das Springen unter Flutlicht kommt an und wird angenommen“, berichtet der Vorsitzende des RFZV Nussdorf. Gründe für die hohen Starterzahlen? „Die Atmosphäre ist eine ganz andere, als wenn ein Springen am Tag stattfindet. Außerdem gibt es in Baden-Württemberg kaum noch ein weiteres Turnier, bei dem eine Prüfung unter Flutlicht angeboten wird“, berichtet Rapp. „Des Weiteren liegt es aber auch an den Bedingungen hier in Nussdorf. Im letzten Jahr haben wir die Anlage aufwendig instandgesetzt. Das war eine Investition von rund 15 000 Euro.“

Auffallend war allerdings, dass mehrere Pferde vor den Hindernissen scheuten und den Sprung verweigerten. Michelle Lehmann musste sogar unfreiwillig über den Hals des Tieres absteigen und wurde anschließend mit Halsmanschette zur Stablisierung der Wirbelsäule im Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht. „Die Pferde sind ein Springen unter Flutlicht nicht gewohnt. Beim Steilsprung nach dem Ochser, der sowieso nicht einfach anzureiten ist, habe ich den Eindruck, dass das Tier kurz vor dem Absprung vom eigenen Schatten überholt und somit irritiert wird“, mutmaßt der RFZV-Vorsitzende Rapp.

Das Schattenspiel könnte auch für Markus Rau ein Grund für die Verweigerungen sein. „Schatten gehören aber eben als Kriterium für ein Flutlichtspringen dazu“, erklärt der Parcourschef. Dennoch achtet er beim Bauen des Umlaufs darauf, dass es die Pferde möglichst leicht haben. „Wir verwenden zum Beispiel nur helle, reflektierende Stangen. Außerdem werden alle Sprünge ordentlich ausgeleuchtet“, berichtet Rau. „Wenn aber die Sprünge richtig ausgeleuchtet sind, dann gelten für ein Flutlichtspringen die gleichen Kriterien wie für eine Prüfung am Tag.“

Überhaupt nicht von den Lichtverhältnissen am Samstagabend im Reiterzentrum Nussdorf irriterien lassen hat sich Concrue mit Eva-Maria Lühr (RFV Pfalzgrafenweiler) im Sattel. In 59,53 Sekunden bewältigte die Vorjahreszweite den Parcours ohne Fehlerpunkte als Schnellste. Zweite wurde Claire Farnham (RV Erlenhof Köngen) auf Contina in 59,68 Sekunden. Auch sie erhielt für ihren fehlerlosen Ritt die Höchstpunktzahl von 65,00 Zählern. Auf dem dritten Platz landete wieder Lühr. Auf Cretel ritt sie den Kurs in 62,05 Sekunden – ebenfalls ohne Fehler. Auf den weiteren Rängen folgten Jörg Widmaier (PSZ Benzenbühl) auf Current Market, der zwar nur 53,72 Minuten benötigte, aber auch nur auf 58,00 Punkte kam, vor Tobias Bessler (RC Domäne Eschmühle) auf Quarrtulain (58,00 Punkte/63,68 Sekunden), Anna Maria Kuhlmann (RV Waiblingen) auf Covergirl du Toultia (57,00/56,08) sowie Lühr mit ihrem dritten Pferd Antonia (54,00/58,55).

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