Es dreht sich alles ums Pferd

Um eine Ausbildung als Pferdewirt zu beginnen, sollte man Vorerfahrungen mit den Reittieren vorweisen

Von Michael Nachreiner Erstellt: 26. September 2015
Es dreht sich alles ums Pferd Der Umgang mit den Pferden wie die Fellpflege gehört zu den Hauptaufgaben der 16 Jahre alten Mandy Schwamberg, die beim RFZV Nussdorf die Ausbildung zur Pferdewirtin mit dem Schwerpunkt klassische Reitweise absolviert. Foto: Nachreiner

Die Liebe zu Pferden ist Mandy Schwamberg praktisch in die Wiege gelegt. „Wir hatten schon immer Pferde“, sagt die 16-Jährige. Deshalb stand ihr Berufswunsch schon früh fest: Sie wollte etwas mit den Reittieren machen. Seit rund zwei Monaten absolviert sie nun eine Ausbildung zur Pferdewirtin im Reiterzentrum Nussdorf.

Nussdorf. Mandy Schwamberg ist erst 16 Jahre alt. Doch die gebürtige Sigmaringerin hat schon eine Menge Ahnung von Pferden. „Sie war diejenige Bewerberin, bei der alle gleich ein gutes Gefühl hatten. Man hat gemerkt, dass sie von Kindheit an mit Pferden zu tun hat. Da war ein gewissen Grundwissen über Pferde vorhanden“, berichtet Ausbildungsleiterin Corina Neuberger. „Sie hat ein Gefühl für Pferde. Wir hatten auch Bewerber, die konnten das Halfter nicht von der richtigen Seite aufziehen oder den Huf richtig anheben, um ihn auszukratzen.“ Nach dem Probereiten und einem Tag Probe-Arbeiten war die Entscheidung gefallen: Schwamberg hatte den Job und zog extra von Gerlingen auf das Gestüt in Nussdorf. „Es ist einfach schön, wenn man den Anschluss an die Besitzerfamilie hat. Außerdem bekommt man einen noch genaueren Einblick in die Abläufe auf dem Gestüt“, erklärt Neuberger.

Die Hauptaufgaben in der Ausbildung zur Pferdewirtin mit Schwerpunkt klassische Reitweise – die Tiere pflegen, zum Reiten fertig machen und bewegen, dazu das eigene Reiten und der Reitunterricht für andere – treten zurzeit aber etwas in den Hintergrund. Denn Schwamberg ist nicht nur Auszubildende zur Pferdewirtin im Reiterzentrum Nussdorf, sie ist auch aktive Reiterin beim Reit- und Springturnier des RFZV Nussdorf, das noch bis zum Sonntag stattfindet. „Ihre Hauptaufgabe als Auszubildende ist zurzeit, die Pferde rauszuholen und zum Beispiel an der Longe zu bewegen, die nicht in den Prüfungen laufen“, berichtet Neuberger. „Sie hilft aber während des Turniers gerade da, wo es klemmt und sie gebraucht wird. Gestern Abend haben wir zum Beispiel noch den Parcours aufgebaut und alles sauber gemacht.“

Denn auch das eigene Reiten ist ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung. Schwamberg muss in ihrer Abschlussprüfung nach drei Jahren sowohl ein Springen als auch eine Dressur auf L-Niveau vorreiten. Außerdem muss sie auf diesem Niveau Reitunterricht geben. So weit ist die 16-Jährige noch nicht. Beim Reit- und Springturnier des RFZV ist nur bei einer A*-Dressur und einem A*-Stilspringen im Sattel. Mit Vorliebe für das Springen. „Das macht mehr Spaß. Da ist für mich mehr Action dabei“, erklärt Schwamberg. „Die Dressur macht aber auch Spaß.“

Bei der Ausbildung dreht sich zwar alles irgendwie um das Pferd. Sie ist aber breitgefächert. Neben dem richtigen Umgang mit den Tieren geht es auch um Kundenbetreuung, Organisation im Betrieb und Marketing. „Heutzutage hat man als Pferdewirt auch eine Beraterfunktion für Pferdebesitzer. Da ist es wichtig, dass man den richtigen Sattler oder Tierarzt empfehlen kann. Oder dass man sich mit der Ausrüstung für Pferde auskennt. Dass man beispielsweise das richtige Gebiss für jedes Pferd empfehlen kann“, sagt Neuberger. „Denn es geht auch darum, wie man sich von den Hobbyreitern abhebt, die nur ein paar Trainerscheine gemacht haben. Man muss zeigen, dass man das gelernt hat und sich das Wissen nicht nur nebenher angeeignet hat.“

Wenn man dann seine Ausbildung abgeschlossen hat und mindestens zwei Jahre Berufserfahrung als Pferdewirtin vorweisen kann, hat man die Möglichkeit, den Pferdewirtschaftsmeister oben drauf zu satteln. „Mit dem Meistertitel in der Tasche kann man dann auch studieren gehen“, berichtet Neuberger. Ein spezielles Studienfach, das sich aufdrängt, gibt es allerdings nicht. „Man könnte Pferdewissenschaften studieren. Doch das macht eigentlich keinen Sinn, wenn man die Ausbildung zum Pferdewirt in der Tasche hat“, erklärt die Nussdorfer Ausbildungsleiterin.

So weit in die Zukunft denkt Schwamberg jedoch noch nicht. „Ich weiß noch nicht, in welche Richtung ich nach der Ausbildung gehen möchte. Das wird sich alles zeigen“, sagt die 16-Jährige. „Ich habe aber vor, in dem Beruf zu bleiben.“ Als was, da stehen ihr mit dem Schwerpunkt klassische Reitweise im Gegensatz zu den Fachrichtungen Pferdezucht, Pferdehaltung und Service, Pferderennen oder Spezialreitweisen mehrere Türen offen – auch in der Frage, ob festangestellt oder freiberuflich.

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