Debütanten erreichen beste Platzierungen

Kein anderes TSC-Paar ist besser als Matthias und Beate Effenberger sowie Vladimir und Maria Belau beim Strombergpokal

Von Michael Nachreiner Erstellt: 18. Februar 2020
Debütanten erreichen beste Platzierungen Die Turnierneulinge Vladimir und Maria Belau (von links) haben positiv überrascht. „Eigentlich muss man davon ausgehen, dass die Aufregung groß ist, wenn man das erste Mal auf der Tanzfläche vor Publikum tanzt“, sagt Otto Bertsch, Pressewart des TSC Illingen. Fotos: Nachreiner

Bei ihrer Turnierpremiere beim Standardtanzturnier um den Strombergpokal beim TSC Illingen haben es sowohl Vladimir und Maria Belau bei den Senioren I D als auch Matthias und Beate Effenberger bei den Senioren III D in die Finalrunde geschafft. „Beide Paare haben positiv überrascht“, erklärt TSC-Pressewart Otto Bertsch. Die Effenbergers waren letztlich sogar das bestplatzierte Illinger Paar.

Illingen. Maria Belau sprang vor Freude in die Höhe und klatsche mit ihrem Mann Vladimir Belau ab, als die Teilnehmer der Finalrunde bei den Senioren I D beim Strombergpokal aufgerufen wurden und ihre Startnummer dabei war. „Wir waren so froh, dass wir nicht Letzter geworden sind“, freut sich Maria Belau. Die Illinger wurden Sechste. Den Turniersieg sicherten sich Daniel und Manuela Sprich (TTC Rot-Weiß Freiburg) vor Ronald und Gabriele Glas (TSC Aschern) sowie Daniel Wünsch und Ramona Täglich (TTC Rot-Gold Tübingen).

Beate Effenberger stand dagegen mit weit aufgerissenen Augen da, als sie und ihr Mann Matthias Effenberger bei den Senioren III D ebenfalls jeweils eine Runde weiterkamen und sie sich sogar in der Finalrunde wiederfanden. „Man tritt natürlich nicht an, um Letzter zu werden“, sagt Matthias Effenberger. Doch seine Frau Beate Effenberger ergänzt: „Dass wir es bei unserer ersten Turnierteilnahme gleich in die Finalrunde schaffen, damit haben wir nicht gerechnet.“ Matthias und Beate Effenberger verpassten das Treppchen als Vierte nur knapp. Den Turniersieg sicherten sich Ulrich Brasche und Laura Ratke (WTC Friedberg) vor Harald und Silvia Pfahler (ESV Schwarz-Gold Ingolstadt) sowie Holm Weiss und Barbara Teufel-Krischke (TC Schwarz-Weiß Reutlingen).

Das Ehepaar aus Lienzinger musste sich in Vor- sowie zwei Zwischenrunden gegen 13 Konkurrenten durchsetzen. „Je weiter wir gekommen sind, desto besser ging es. Wir konnten ja nur noch gewinnen“, berichtet Matthias Effenberger und fügt hinzu: „Wenn man von der Vor- in die Zwischenrunde kommt, fällt das Lampenfieber von einem ab. Alles ist dann viel entspannter.“ Die Effenbergers ließen sich noch nicht mal rausbringen, wenn es mal eng wurde auf der Tanzfläche. Dabei sagt Matthias Effenberger: „Wenn der Ablauf unterbrochen wird, tun wir uns schwer. Aber wir haben es hinbekommen. Souverän ist allerdings was anderes.“ Und Beate Effenberger ergänzt: „Da fehlt uns einfach noch die Turniererfahrung.“

Das gleiche Problem hatten Vladimir und Maria Belau. „Im Finale gab es beim Quickstep einige Zusammenstöße“, berichtet Vladimir Belau. Und seine Frau Maria Belau ergänzt: „Wir sind drei Mal durcheinandergebracht worden. Am Ende hat dann auch die Zeit gefehlt, das ganze Programm durchzutanzen.“ Und der Tango „war etwas holprig“, sagt Vladimir Belau. Seine Ehefrau ist da besonders kritisch mit sich selbst. „Mir sind ein paar Fehler unterlaufen – mal der falsche Schritt, mal die falsche Position am Ende eines Schrittes“, erklärt Maria Belau. „Bei so etwas oder Zusammenstößen kann es schnell passieren, dass man komplett rauskommt.“

Das Illinger Ehepaar meisterte aber auch diese Herausforderungen mit Bravour. „Vor allem Zusammenstöße kann man schlecht trainieren. Im Training nehmen die Paare mehr Rücksicht aufeinander“, berichtet Vladimir Belau. „Ein Wettkampf ist aber etwas ganz anderes. Da zeigt jeder mehr Ehrgeiz, besser als der andere zu sein, und nimmt deshalb weniger Rücksicht auf die anderen Paare.“

Die Belaus hatten sich ein Jahr intensiv auf ihre Turnierpremiere vorbereitet, dabei liegt ihnen das Tanzen im Blut. Maria Belau war bis zu ihrer Schwangerschaft 17 Jahre lang in verschiedenen Hip-Hop-Formationen in Heidelberg und Karlsruhe aktiv. Und ihren Mann Vladimir Belau hat sie bei einem Tanzkurs an der Universität kennengelernt. „Da letzte halbe Jahr war dann besonders intensiv“, berichtet Vladimir Belau. Zwei Mal in der Woche stand Training in der Breitensportgruppe auf dem Programm. „Da ist zwar ein Trainer dabei. Aber es geht gar nicht so sehr um die Turniervorbereitung“, erklärt Vladimir Belau. Mehr profitiert hat das Ehepaar aus Illingen vom Übungstanzen. „Da sind auch andere Turnierpaare da und man unterstützt sich gegenseitig. Das bringt einem am meisten, wenn man von den anderen Rückmeldung bekommt“, erzählt Maria Belau.

Bei den Effenbergers begann die intensive Vorbereitung drei Monate vor dem Strombergpokal. „Unsere Trainer Hildegard und Otto Bertsch hatten viel Geduld mit uns“, erklärt Matthias Effenberger. Dabei ist das Ehepaar aus Lienzingen „Spätzünder“, wie Matthias Effenberger bemerkt: „Wir tanzen schon seit zehn Jahren.“ Doch er hat sich immer etwas geziert. „Er ist regelmäßig sowieso als Turnierarzt dabei. Dann können wir auch mitmachen, habe ich irgendwann gesagt“, berichtet Beate Effenberger. Sie hatte schon mit ihrem ersten Mann in Hobbygruppe getanzt, hatte ihr Hobby ihrem jetzigen Partner in der Kennenlernphase verschwiegen. Dabei teilte Matthias Effenberger ihre Leidenschaft. „Ich hatte davor eine Freundschaft mit einer Profitänzerin. Da war natürlich das Gefälle groß“, erzählt er. Als die zwei dann zusammenkamen, war es nur eine Frage der Zeit, bis sie wieder beim Tanzen landeten. „Wir haben aber langsam von null angefangen“, berichtet Beate Effenberger. „Aber ein Mann, der von sich aus tanzen will, ist eher selten anzutreffen.“

 

 

INFO

Strombergpokal erhält wieder viel positive Resonanz

Neben Vladimir und Maria Belau bei den Senioren I D sowie Matthias und Beate Effenberger bei den Senioren III D waren noch vier weitere Paare des TSC Illingen beim Standardturnier um den Strombergpokal in der Stromberghalle am Start. In der gleichen Klasse wie die Effenbergers verpassten Horst Dretschak und Dorothea Meier knapp die Finalrunde und wurden Siebte. Ebenfalls auf dem siebten Platz landeten Rainer und Monika Schnell bei den Senioren IV S. Den achten Rang erreichten Hans-Peter und Cornelia Lechermann bei den Senioren III A. In die Finalrunde zogen dagegen Klaus und Heike Weber bei den Senioren II A ein. Sie wurden wie die Belaus Sechste.

Viel mehr als das Abschneiden der eigenen Paare freute Otto Bertsch aber, wie das Turnier des TSC Illingen angenommen wurde. „Die Resonanz der ingesamt 56 angetretenen Paare war wieder sehr toll“, freut sich der TSC-Pressewart. „Alle Paare haben sich positiv geäußert. Man fühle sich beim Strombergpokal überhaupt nicht gestresst.“

Das Turnier sei aber auch wieder perfekt organisiert gewesen. „Wir haben viele ehrenamtliche Helfer. Das ist ein eingespieltes Team. Außerdem hat meine Frau Hildegard den Ablauf wieder super durchgeplant“, erklärt Otto Bertsch. „Am Turniertag gibt es nur noch kurz Aufregung, ob die Technik funktioniert.“ (nac)

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