Bewertungskriterium: Umgang mit Pferd

Beim Küken-Wettbewerb werden die jüngsten Nachwuchsreiter spielerisch an den Sport im Sattel herangeführt. Wichtig ist den Richtern vor allem, wie die Kinder mit dem Pferd harmonieren. „Sie sollen von Anfang das Tier als Partner sehen“, sagt Gesine Seibold.

Von Michael Nachreiner Erstellt: 26. Oktober 2021
Bewertungskriterium: Umgang mit Pferd Lena Haller auf Timmy Boots ist beim Küken-Wettbewerb die beste Lokalmatadorin beim Jugendreitturnier des RFZV Nussdorf. Foto: Nachreiner

Reitsport. „Auch die Großen haben einmal klein angefangen“, berichtet Irene Loucka, die oberste Wertungsrichterin beim Jugendreitturnier des RFZV Nussdorf. „Deshalb sind so Jugendtage immer sehr wichtig für den Nachwuchs.“ Und Katrin Rapp, die Mutter von RFZV-Vorstandsmitglied und Turnierleiter Daniel Rapp, ergänzt: „Wenn wir so etwas nicht für die Nachwuchsreiter machen würden, gebe es gar keine mehr oder zumindest deutlich weniger. Denn die Wettkämpfe sind auch bei den Jüngsten wichtig. Auch sie wollen sich mit anderen messen.“

Eine der Einstiegswettbewerbe für die Jüngsten im Sattel ist die Küken-Tour. „Es ist gut, dass wir solch eine Prüfung haben, bei der die Kinder spielerisch an den Sport herangeführt werden. Solche Prüfungen sieht man selten“, berichtet Richterin Gesine Seibold. „Denn Reiten ist ein toller Sport – auch für Kinder. Sie lernen dabei viel – unter anderem Verantwortung und Einfühlungsvermögen. Wie ein Pferd geht, ist das Spiegelbild von dem, der im Sattel sitzt. Das Wichtigste ist nämlich, dass die jungen Reiter die Pferde beherrschen können. Aber sie sollen von Anfang an das Pferd als Partner sehen. Und das müssen sie üben“, sagt Seibold. Dabei sei es wichtig, dass die Kinder vielseitig ausgebildet werden. „Dazu gehört auch mal ein Sprüngchen und nicht nur die Dressur, damit sich die Kinder in allen Situationen auf dem Pferd wohl fühlen“, erklärt die Wertungsrichterin.

Bei der Küken-Tour mussten die Nachwuchsreiter unter anderem verschiedene Gangarten meistern, mehrere Hindernisse überqueren und Koordinationsübungen absolvieren, wobei sie ein Mal eine Tasse von einer Stange auf die nächste tragen und das andere Mal eine Fahne aufnehmen und wenige Meter weiter wieder in die Halterung stecken mussten. Am besten haben das Linn Martin (RFV Zaisenhausen) auf Sternchen und die Sindelfingerin Johanna Rieger auf Moritz gemeistert, die den Küken-Wettbewerb mit jeweils 7,80 Punkten gewannen. Dritte wurde die Weinsbergerin Matilda Buchbach (RFV Ludwigsburg) auf Kosima mit 7,50 Zählern. Die beste Lokalmatadorin war Lena Haller (RFZV Nussdorf) auf Timmy Boots mit 7,10 Punkten auf dem fünften Platz. „Die beiden Siegerinnen haben sich schon relativ geschmeidig in die Bewegungen des Pferdes gefügt. Die Übungen absolvierten sie flüssig. Und sie haben schon selbst Hilfestellungen gegeben, damit das Pferd anhält, wieder losläuft oder die Richtung wechselt“, lobt Seibold die Linn Martin und Johanna Rieger, fügt aber hinzu: „Es war kein großer Unterschied zu den anderen Nachwuchsreiterinnen und -reitern zu sehen. Bei keinem oder keiner muss man sagen, dass er oder sie es nicht richtig gemacht hätte.“ Und Seibolds Kollegin Hannelore Ruf-Güntner ergänzt: „Es sind alle auf dem richtigen Weg.“

Hauptkriterium bei der Bewertung der Leistungen sind die Sitzhaltung und die beginnende Einwirkung auf das Pferd. „Wenn der eine oder andere dann die Tasse oder die Fahne fallen lässt, hat man im Hinterkopf, fließt aber eigentlich nicht in die Bewertung mit ein“, berichtet Seibold.

Ist das Bewerten von Einsteigerprüfungen für die Jüngsten schwieriger als andere Wettbewerbe? „Es ist anders. Denn man legt einen anderen Schwerpunkt. Außerdem ist es an uns zu sehen, ob das Pferd liegt, dass eine Übung nicht klappt, weil es nicht wirklich will, oder ob es am Reiter liegt, weil er noch nicht so auf das Pferd einwirken kann. Denn Pferde im Schulbetrieb sind eigenwilliger als Privatpferde“, erzählt Seibold.

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